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Reflexivität im tschechisch-deutschen Sprachvergleich

Möglichkeiten und Grenzen einer Prognose

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Roland Wagner

Das Buch stellt einen Versuch dar, die Reflexivität von deutschen Verben ausgehend von den Übersetzungsäquivalenten im Tschechischen zu prognostizieren. Aufgrund der Äquivalenzbeziehung zwischen nicht-reflexiven Verben im Tschechischen und Deutschen und verschiedenen grammatischen Parametern erstellt der Autor Prognosen zur Reflexivität der deutschen Äquivalente zu den reflexiven tschechischen Verben. Dies geschieht ohne Rückgriff auf lexikographische Information. Dabei kristallisieren sich sowohl sprachübergreifend übereinstimmende sowie problematische Bereiche der Reflexivität heraus. Gewissermaßen nebenbei prüft der Autor verschiedene linguistische Theorien auf ihre prognostische Kraft hinsichtlich der Reflexivität.
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2. Reflexivität aus Sicht der Valenztheorie

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2.   Reflexivität aus Sicht der Valenztheorie

Zumindest für die 70er und 80er Jahre und für den mitteleuropäischen Raum kann die Valenztheorie als eine der einflussreichsten linguistischen Strömungen des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. Entscheidende Impulse zur Entwicklung der Theorie gingen von der Germanistik in Ost- und Westdeutschland aus (Helbig/Schenkel 1969; Engel 1988), die in den mittelosteuropäischen Staaten regen Anklang fanden (s. Daneš 1971; Panevová 1998; Sgall 1998; Karlík 2000c).6 Die Tatsache, dass ich der Valenztheorie ein äußerst umfangreiches Kapitel widme, hängt einerseits mit der umfangreichen Valenzliteratur zur tschechischen und deutschen Reflexivität zusammen, andererseits aber auch mit dem Umstand, dass ich die Arbeit in einen valenztheoretischen Rahmen stellen möchte, auch wenn ich dabei von einer stark modifizierten Version der Theorie (Karlík 2000a; 2000b; 2004a; vgl. Kap. 4) ausgehen werde.

Zunächst stelle ich die Grundannahmen der Valenztheorie vor. Im Anschluss daran betrachte ich verschiedene valenztheoretische Analysen, wie sie für das Tschechische und das Deutsche vorliegen. Den Anfang mache ich mit der klassischen Analyse von Lucien Tesnière (1959), die zwar weder das Tschechische noch speziell das Deutsche zum Gegenstand hat, dafür aber als Grundlage der meisten späteren Analysen gelten kann.

2.1.   Grundannahmen der Valenztheorie

Spätestens seit Ágel (2000) sollte klar sein, dass Dependenztheorie und Valenztheorie zwei unterschiedliche Komponenten der Sprachbeschreibung darstellen, obwohl beide auf Tesnière (1959) zurückgehen. Vereinfacht gesagt spezifiziert die Dependenztheorie, welche Satzkomponenten (kategorial)...

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