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Das kulturelle Gedächtnis Europas im Wandel

Literatur über Shoa und Gulag

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Edited By Karol Sauerland and Yvonne Pörzgen

Die Autorinnen und Autoren der Beiträge gehen davon aus, dass eine Erinnerung an die Greuel des zwanzigsten Jahrhunderts, die sowohl den Gulag als auch die Shoa umfasst, zu den Grundvoraussetzungen politischer und gesellschaftlicher Annäherung in Europa gehört. Die Texte leisten eine Zusammenschau des Schreibens über Lagererfahrung in unterschiedlichen Kulturräumen und loten das Spannungsfeld zwischen der literarischen Darstellung der Entmenschlichung und der rhetorischen Distanz der Erzähler gegenüber dem Geschehenen aus. Sie lenken darüber hinaus ihre Aufmerksamkeit auf die Art, wie das millionenfache Leid künstlerisch verarbeitet wird. Wenngleich Adornos Verdikt, nach Auschwitz verbiete sich jede Kunst über Auschwitz, immer weniger Anhänger findet, so bleibt doch die Frage, wie Literatur diesem Leid gerecht werden kann.
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Karol Sauerland: Zur Einführung: Europas kulturelles Gedächtnis im Wandel: Literatur über Shoa und Gulag

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Karol Sauerland

Zur Einführung

Europas kulturelles Gedächtnis im Wandel: Literatur über Shoa und Gulag

Noch 1936 konnte Horkheimer an Benjamin schreiben, dass ihm dessen These von der Unabgeschlossenheit der Vergangenheit, die er in dem Essay „Eduard Fuchs, der Sammler und Historiker“ formuliert hatte, idealistisch vorkomme. Die Erschlagenen seien nun einmal erschlagen. Würde man die These von der Unabgeschlossenheit ernst nehmen, müsste man ans „Jüngste Gericht“ glauben. Benjamin antwortete hierauf vorerst nicht direkt. Die eigentliche Erwiderung hatte er im Manuskript zum Passagenwerk versteckt. Dort zitiert er Horkheimers Brief und fügt als Kommentar hinzu:

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