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Samuel Becketts paradoxe Negativität in den Romanen «Molloy», «Malone Dies» und «The Unnamable»

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Rüdiger Hillgärtner

Die Untersuchung folgt den Andeutungen einer negativen Anthropologie in den drei Romanen Becketts, die das Konzept des homo sapiens in Frage stellen. Über die Monologe eines (oder mehrerer) vielleicht wahnsinnigen Protagonisten eröffnet sich dem Leser ein Panorama des Scheiterns von Evolution und Geschichte. Das Ergebnis der Entwicklung erscheint nichtig. Zugleich erlaubt die Untersuchung der Aporien, Paradoxien und Kippfiguren die Annahme einer implizit bleibenden, ironischen Gegenperspektive. Das Nichtige mag als Gleichnis eines unvorstellbaren, ganz anderen Zustands fungieren, der indirekten Ausdruck nur mehr im beredten Schweigen fände.
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IV. The Unnamable

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IV.   The Unnamable

Abstract: Words without reference. Futile attempts to overcome language by means of language. Unnamability and the inevitability of names. The catastrophe of human evolution. Infinite representation of the impersonal self. The unspeakable and the unutterable. The never-ending task of getting beyond the self. The paradox of eloquent silence.

Der Roman beginnt mit dem Monolog einer anonymen Stimme. Sie erfragt Ort und Zeit der Rede. Sie erkundigt sich nach der Identität dessen, der spricht. “Where now? Who now? When now? Unquestioning”. (267) Das ungeduldige “now” vermittelt den Eindruck, die Stimme rüste sich für einen Auftritt, wisse aber noch nichts über ihre Rolle. Sie scheint aller konkreten Details einer Person entkleidet. Die Protagonisten der beiden vorangehenden Romane folgten einer Tendenz zur Selbst-Verneinung, zur Rücknahme der Person, zum Ent-Werden, die hier an eine Grenze zu stoßen scheint. Wäre der nächste Schritt die Verweigerung der Sprache, das Verstummen?

Der Antwort auf die Fragen nach Ort und Zeit kommt die Stimme mit einem Dementi, “unquestioning”, zuvor. Kennte sie die Antwort oder erwartete sie keine? Zöge sie die Möglichkeit des Fragens in Zweifel? Ähnlich wird die Erkundung der Identität beschieden. Die Stimme sagt: “I, say I. Unbelieving.” (267) Sie stellt sich als „Ich“ vor und denunziert das Personalpronomen sofort als unglaubwürdig. “I seem to speak”, fährt sie fort, “it is not I, about me, it is not about me.” (267) Misstraute...

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