Show Less
Restricted access

Samuel Becketts paradoxe Negativität in den Romanen «Molloy», «Malone Dies» und «The Unnamable»

Series:

Rüdiger Hillgärtner

Die Untersuchung folgt den Andeutungen einer negativen Anthropologie in den drei Romanen Becketts, die das Konzept des homo sapiens in Frage stellen. Über die Monologe eines (oder mehrerer) vielleicht wahnsinnigen Protagonisten eröffnet sich dem Leser ein Panorama des Scheiterns von Evolution und Geschichte. Das Ergebnis der Entwicklung erscheint nichtig. Zugleich erlaubt die Untersuchung der Aporien, Paradoxien und Kippfiguren die Annahme einer implizit bleibenden, ironischen Gegenperspektive. Das Nichtige mag als Gleichnis eines unvorstellbaren, ganz anderen Zustands fungieren, der indirekten Ausdruck nur mehr im beredten Schweigen fände.
Show Summary Details
Restricted access

V. Eine Ahnung des Unvorstellbaren?

Extract

← 310 | 311 →

V.   Eine Ahnung des Unvorstellbaren?

Abstract: Questioning the foundations of culture: where, when, who – the indeterminacy of space, time and identity. Aspects of gnostic dualism, apophatic theology and mysticism. Nothingness reconsidered. Parables of the unimaginable as ultimate reality. The squaring of the circle – towards a shape of chaos.

Es ist unentscheidbar, ob die drei Romane von einem oder mehreren Protagonisten, in verschiedenen Lebensabschnitten und unter verschiedenem Namen erzählt werden. Offen muss die Identität bleiben, desgleichen ob der oder die Erzähler zuverlässig oder unzuverlässig, vergesslich oder gar wahnsinnig sind, ob er oder sie die Wahrheit sagen oder lügen. Alle Angaben sind vorläufig, vage oder widersprüchlich und können unmittelbar nach der Äußerung in Frage gestellt oder zurückgenommen werden.

Der ununterbrochene Monolog entzieht jeder Festlegung von Zeit, Raum, Ursache und Folge den Boden. Die Äußerungen schillern, können von der einen in die entgegengesetzte Bedeutung kippen. Nichts lässt sich nach dem Schema von Entweder–Oder bestimmen. Stets spielen Weder–Noch und zugleich Sowohl–als–Auch als Bedeutungsvarianten mit. Die Rede des oder der Erzähler erzeugt ununterbrochen Paradoxien, Zirkelschlüsse und Kipp-Figuren, die alles Gesagte in der Schwebe halten. Es bleibt unbestimmt und unbestimmbar.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.