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Persönlichkeitsschutz von Kindern und Jugendlichen

Eine Untersuchung zum zivilrechtlichen Schutz von Minderjährigen in der modernen Medienlandschaft

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Henrike Ehrhorn

Der Persönlichkeitsschutz junger Menschen hat im gegenwärtigen Medienumfeld neue Aktualität erlangt. Im Zentrum der Diskussionen steht die natürliche Schutzbedürftigkeit, durch die auch die geltende Grenzziehung zur kollidierenden Presse- und Äußerungsfreiheit berührt wird. Die Autorin entwickelt daran anknüpfend ein Konzept, wie die Spannungsfelder der Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen in einen möglichst schonenden Ausgleich mit widerstreitenden Interessen gebracht werden können. Die Untersuchung wird durch sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und die maßgeblichen Wertungsgrundlagen fundiert und rechtsvergleichend flankiert. Anhand einer Aufarbeitung der problematischen Rechtsfragen zur Einwilligung sowie zur Güter- und Interessenabwägung entfaltet die Verfasserin wesentliche Grundlinien für den Minderjährigenschutz gegenüber der Presse und im Internet.
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Kapitel 4: Konstitutionelle, völkerrechtliche und gemeinschaftsrechtliche Wertungsgrundlagen

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Kapitel 4:  Konstitutionelle, völkerrechtliche und gemeinschaftsrechtliche Wertungsgrundlagen

Wie kaum ein anderer Bereich des Zivilrechts ist der Persönlichkeitsschutz grundrechtlich durchdrungen und vorgezeichnet. Unsere grundrechtliche Wertorientierung ist nicht nur das Fundament für die erstmalige Rezeption eines umfassenden Persönlichkeitsschutzes des Zivil- und Verfassungsrechts, sondern auch primäre Leitlinie für die Auflösung der kollidierenden Güter und Interessen.550 Kinder und Jugendliche haben in dem verfassungsrechtlichen Koordinatensystem eine einzigartige Position inne, welche die Konfliktfelder bei der Wahrnehmung von persönlichen Rechtspositionen maßgeblich prägt. Zudem ist bereits hinlänglich bekannt und erforscht, dass Persönlichkeitsrechte auch auf internationaler Ebene durch menschenrechtliche Verbriefungen der jeweiligen Vertragsstaaten gewährleistet werden. Der Untersuchungsgegenstand steht deshalb in einem vielschichtigen völkerrechtlichen Kontext, der für das deutsche Zivilrecht richtungsweisend sein könnte. Internationale Normen über das Recht des Kindes bestehen dabei nicht mehr de lege ferenda. Sie sind unmittelbar geltendes Recht.551 Es ist heute selbstverständlich, dass es sich bei Menschenrechten um jene grundlegenden Rechte handelt, die der menschlichen Existenz naturaliter spätestens ab der Geburt untrennbar anhaften.552 In zahlreichen Menschenrechtsabkommen werden auch Persönlichkeitsrechte garantiert. Basisdokumente sind zum einen das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes von 1989 (fortan: KRK) sowie zum anderen die im europäischen Rechtskreis gewichtige Europäische Menschenrechtskonvention. Vervollständigend ist schließlich noch das Unionsrecht zu betrachten.

§ 1   Verfassungsrechtliche Grundlagen und Grenzen

Der Bundesgerichtshof hat bekanntlich in der Leserbrief-Entscheidung553 die kumulative Grundrechtsverbürgung in Art. 2 Abs....

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