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Energetisches Regionalisieren

Transformationspraktiken der Energiewende am Beispiel der Biogaserzeugung

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Fabian Faller

Die Energiewende ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die räumlichen Aspekte dieser sozio-technischen Transformation sind Gegenstand der vorliegenden Studie, die sich auf die Bioenergieerzeugung im deutsch-luxemburgischen Grenzraum konzentriert. Inspiriert von der Praktikenforschung rücken routinierte und improvisierte soziale Handlungen der Betreiber von Biogasanlagen in den Mittelpunkt. Die Untersuchungsergebnisse decken die Routinen der Biogaserzeuger auf und zeigen, wie durch energetisches Regionalisieren die räumlichen Kontexte der Energiewende hervorgebracht und verändert werden. Damit rückt der Autor erstmals Praktiken der Energieerzeugung in den Forschungsfokus und legt zugleich einen innovativen Ansatz für deren Erforschung vor.
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8 Fazit – Energetisches Regionalisieren und seine Analyse

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Die vorliegende Arbeit liefert einen konzeptuellen und empirischen Beitrag zur praktikenorientierten, wirtschaftsgeographischen Transitionsforschung. Empirisch ist sie eingebettet in den Diskurs um die Energiewende als gesamtgesellschaftliche Transformation (vgl. Kap. 1). Der Fokus der Arbeit liegt auf der Erzeugung von Biogas und dabei auf der Praxis „energetisches Regionalisieren“, die Betreiber von Biogasanlagen ausüben. Die forschungsleitenden Fragen lauten: (1) Welche Regionalisierungen werden durch die Produktion von Biogas angestoßen? (2) Welche Einflüsse haben Regionalisierungen auf die Entstehung eines Biogassektors? Im Folgenden werden diese Fragen beantwortet. Danach wird der Beitrag der vorliegenden Arbeit zur wirtschaftsgeographischen Transitionsforschung diskutiert. Zum Abschluss werden die Ergebnisse kritisch Reflektiert und mögliche Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschungsarbeiten angeboten.

8.1 Beantwortung der Forschungsfragen

(1) Welche Regionalisierungen werden durch die Produktion von Biogas angestoßen?

Regionalisierungen der Energiewende werden durch energetisches Regionalisieren hervorgebracht. Energetisches Regionalisieren ist eine Praxis, durch die Betreiber von Anlagen zur Energieerzeugung die Energiewirtschaft und ihre Geographie konstituieren. Das Verständnis über diese Praxis lehnt sich an die Werlen’ sche „Weltbindung“ (vgl. Kap. 3.1.2; Werlen 2007; 2009b; 2010b) an. Damit steht die Konstitution gesellschaftlicher Raumverhältnisse im Forschungsfokus. Durch Weltbindung werden physisch-materielle Komponenten im Raum vom Akteur verortet, beispielsweise die Energieinfrastruktur oder Rohstoffe. Gesellschaftliche Kontexte, wie Nachbarschaft, agrarische Marktpreise oder Hoffolge, und individuelle Wissensbestände, beispielsweise Branchenkenntnis, der Besuch von Fachmessen oder technologisches Wissen, werden von Akteuren durch ihre Körperlichkeit lokalisiert. Elemente spezifischer Praxisfelder (z. B. Einkommensgenerierung, Wärmenutzung, Genehmigung oder Beratung) werden über den...

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