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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

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Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
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Vorwort

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Glücksspiele sind ein facettenreiches Phänomen, das die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet. Entsprechend weit ist das Feld der Glücksspielforschung, das die unterschiedlichsten Disziplinen berührt. Die sich ab dem ausgehenden 15. Jahrhundert durch Anwendungsbezug auf Glücksspiele entwickelnde Wahrscheinlichkeitsrechnung hat viele Wissenschaftsfelder von Mathematik und Statistik bis zur Rechtswissenschaft bei der Berechnung der Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen beeinflusst. In der heutigen Zeit sind Glücksspiele ein Thema in der Psychologie, Soziologie, Anthropologie, Medizin, Epidemiologie und auch in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

Das breite interdisziplinäre Interesse an Glücksspielen ist Fluch und Segen zugleich. Zum einen führt die Interdisziplinarität zu einer ganzheitlichen Betrachtung und zu einem besonders fruchtbaren Austausch der beteiligten Wissenschaftler. Zum anderen beschränken die Anreize des heutigen Wissenschaftssystems die notwendige Interdisziplinarität, da zum Beispiel Veröffentlichungen in einem anderen Fachgebiet oftmals außerhalb der disziplinären Bewertungsskala stehen und damit für den Karriereweg des einzelnen Wissenschaftlers nur schmückendes Beiwerk sind. Die disziplinären Strukturen und Anreize führen zu einer systematischen Untererforschung interdisziplinärer Themen und damit zu einer Forschungslücke im Bereich des Glücksspiels.

Die Forschungslücke im Glücksspielbereich ist bedenklich, da der Gesetzgeber für die Regelung des gesellschaftlich umstrittenen Glücksspielmarktes, bei dem die Spieler in Deutschland jährlich 10,6 Mrd. Euro an die Anbieter verlieren, auf objektive Informationen und Beratung angewiesen ist. Dies gilt beispielhaft und insbesondere für den Umgang mit der noch relativ neuen Welt...

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