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Die Protokollbücher des Ordens vom Goldenen Vlies

Teil 4: Der Übergang an das Haus Habsburg (1477 bis 1480)

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Edited By Sonja Dünnebeil

Das 4. Protokollbuch des Ordens vom Goldenen Vlies berichtet in französischer Sprache über die Aktivitäten des Ordens zwischen 1477 und 1480. Höhepunkt dabei ist das prachtvolle Fest in Brügge im Frühjahr 1478: Hier wurde der neue Herzog von Burgund, der Habsburger Maximilian I., zum neuen Souverän eingesetzt, womit der Beginn einer neuen Ära im krisengeschüttelten Burgund symbolisiert werden sollte. Mit den präzisen Angaben über Ort der Versammlungen, Teilnehmer, Tagesordnungspunkte, Beschlüsse, Neuwahlen und Zeremonien bietet die Edition der Protokolle nicht nur eine bisher unbeachtete Quelle zur Ordensgeschichte, sondern eröffnet auch einen interessanten Blick auf die kritische Zeit Burgunds, denn sie berichtet auch von Identität, Sozialkontrolle sowie von Treue und Verrat.
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Regesten

[14]77 Dez. 26, Brüssel

Hz. Maximilian teilt den Mitgliedern des Ordens vom Goldenen Vlies seine Bereitschaft mit, aufgrund seiner Heirat mit Hz.in Maria von Burgund die Souveränität über den Orden zu übernehmen. Dafür lädt er sie nach Mons im Hennegau oder einen anderen noch zu bestimmenden Ort zur Ordensübergabe am kommenden 1. Mai ein. Im Anschluss daran wird das ordentliche Ordensfest stattfinden. Im Falle einer Nichtteilnahme sollen entsprechend den Bestimmungen der Statuten ein Stellvertreter ernannt und Vorschläge für 12 vakante Mitgliederplätze eingereicht werden. – eigenh. Unterschrift Hz. Maximilians. – Sekretär: Steenberch.

Bem.:  Der Inhalt, die Besiegelung, die Kanzleivermerke sowie die Überbringung der Briefe (lettres de l’intimacion et significacion) wurde am 17. Dez. 1477 und 3. Jan. 1478 ausführlich von den am burgund. Hof weilenden Ordensmitgliedern diskutiert; vgl. PB 4 § 13–19. Diese sandten dazu noch eigene Briefe an ihre abwesenden Mitbrüder mit, um die Richtigkeit von Maximilians Einladungsschreiben zu bestätigen; vgl. Reg. 14–20. Mehreren Mitgliedern, die sich verschiedener Vergehen schuldig gemacht hatten, wurden ebenfalls Einladungsschreiben zugesandt, sie variieren aber im zweiten Teil des Textes; vgl. dazu Reg. 7–13. Zu den Einladungen vgl. auch in der Einleitung S. 19.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 33v-35v.1

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/21 (nach Kop. in BR Brüssel); Regesten Friedrichs III., Suppl. 1, 2008, S. 57, Nr. 29.

Erw.:  PB 4 § 13–19; Chroniques de MOLINET, I, 1935, S. 249; DAMME, Adolf van Kleef, 1967, S. 134.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Eduard IV., Kg. von England {63}. – frz.      1

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem in Reg. 20 genannten Schreiben durch den Wappenkönig Toison d’or überbracht.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 35v-37v.

Erw.:  PB 4 § 19 sowie im Schreiben aus Reg. 29.

An Ferdinand, Kg. von Neapel {72}. – lat.      2

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem in Reg. 15 genannten Schreiben durch den Wappenkönig Flandern2 überbracht. ← 249 | 250 →

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 28r-29v.

Erw.:  PB 4 § 19 sowie in Reg. 34–36.

An Johann, Kg. von Aragon {57}. – lat.      3

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem in Reg. 14 genannten Schreiben durch den Wappenkönig Hennegau3 überbracht.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 29v-30v.

Erw.:  PB 4 § 19 und 26.

An Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien.- [lat.].      4

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem in Reg. 16 genannten Schreiben durch den Wappenkönig Hennegau überbracht.

Erw.:  PB 4 § 19 und 27 sowie in den Schreiben aus Reg. 30 und 63.

An Johann, Hz. von Kleve {47}. – frz.      5

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem in Reg. 19 genannten Schreiben durch den Herold Limburg4 überbracht, der später auch noch mit der Wiederholung der Einladung (Reg. 39) zu Hz. Johann reiste.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 30v-32r und 55r-58r (datiert 28. Dez.).

Erw.:  PB 4 § 19, 27 und 121 sowie in den Schreiben aus Reg. 64 und 89.

An Adolf von Kleve {55}, Herr von Ravenstein. – frz.      6

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 38r-39r.

[14]77 Dez. 26, Brüssel       7

Hz. Maximilian lädt Jean de Neufchâtel {52}, Herr von Montaigu, desgleichen ein (wie Reg. 1–6). Er fordert ihn aber auf, persönlich zu erscheinen, um zu den 1473 zusammengetragenen und ihm durch Philippe Pot {60} mitgeteilten Verfehlungen5 Stellung zu nehmen. Des Weiteren bittet er ihn, dem Überbringer dieses Schreiben schriftlich seine Absichten kundzutun. – frz.

Bem.:  Dieser Brief sowie das Schreiben der Ordensmitglieder (Reg. 17) sollte der Herold Ferrette überbringen, der aber bei seiner Gefangennahme in Mâcon alle mitgeführten Briefe verlor; vgl. dazu die Angaben in Reg. 13. Nachdem der Verlust der Einladungsschreiben bekannt wurde, wiederholten die Ordensmitglieder die Einladung (vgl. Reg. 28). – Zum Einladungsschreiben allgemein vgl. die Angaben in Reg. 1. ← 250 | 251 →

Kop. zeitgen. (Steenberch) des Zusatzes: AOGV, Codex 45, fol. 35v.

Erw.:  PB 4 § 13, 26 und 120.

[14]77 Dez. 26, Brüssel       8

Hz. Maximilian lädt Philipp von Savoyen {68}, Gf. von Bugey, desgleichen ein (wie Reg. 1–6). Er fordert ihn auf, persönlich zu erscheinen, um zu den 1473 zusammengetragenen und ihm mitgeteilten Verfehlungen6 Stellung zu nehmen. Des Weiteren bittet er ihn, dem Überbringer dieses Schreiben schriftlich seine Absichten kundzutun. – frz.

Bem.:  Überbracht durch den Herold Ferrette, dem Philipp auch sein Antwortschreiben (Reg. 26) mitgab. Zur unglücklichen Reise Ferrettes vgl. die Angaben in Reg. 13 und zum Einladungsschreiben allgemein die Angaben in Reg. 1.

Kop. zeitgen. (Steenberch) des Zusatzes: AOGV, Codex 45, fol. 32r-33v.

Erw.:  PB 4 § 26, 120 und Reg. 26.

1477 Dez. 26, Brüssel       

Hz. Maximilian lädt desgleichen (wie Reg. 1–6) verschiedenen Mitgliedern, die sich der französischen Seite angeschlossen haben, zu seiner Ordensübernahme und zu dem darananschließenden Ordensfest ein. Aufgrund verschiedener Verfehlungen fordert er sie auf, persönlich beim Ordensfest zu erscheinen, um ihre Handlungsweise zu verteidigen. – frz.

Bem.:  Die Ausstellung dieser Schriftstücke, die entweder als lettres patentes en plaacart oder als Briefe (lettres closes) ausgeführt und durch Wappenkönige überbracht werden sollten, wurde am 17. Dezember 1478 von den am burgund. Hof weilenden Ordensmitgliedern diskutiert; vgl. dazu die Angaben in Reg. 1. Diese sandten ihrerseits ein Beglaubigungsschreiben; vgl. Reg. 21–25.

Erw.:  PB § 15; AOGV, Codex 45, fol. 39v; sowie oben in der Einleitung S. 25.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Philippe de Crèvecœur, Herr von Esquerdes {69}.      9

Bem.:  Der Herold Namur wurde damit beauftragt, die am frz. Hof weilenden Ordensmitglieder Philippe de Crèvecœur, Anton, Bastard von Burgund {54}, Philippe Pot {60} und Jacques de Luxembourg {67} die Vorladungsschreiben zusammen mit den Bestätigungsschreiben der versammelten Ordensmitglieder (Reg. 21–25) zu ← 251 | 252 → überbringen. Aber nur dem letztgenannten konnte er den Brief tatsächlich übergeben; vgl. dazu PB 4 § 28.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 B, Dok. 2 (aufgedr. Verschlußsiegel unter Papier).

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 39v-40v.

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 179r-180r.

Erw.:  PB 4 § 19 und 28.

An Anton, Bastard von Burgund {54}. – frz.      10

Bem.:  Der beauftragte Herold Namur konnte jedoch diesen Brief wie auch den aus Reg. 22 nicht zustellen; vgl. dazu Reg. 9.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 B, Dok. 1 (aufgedr. Verschlußsiegel unter Papier).

Erw.:  PB 4 § 19 und 28.

An Jacques de Luxembourg {67}.      11

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem aus Reg. 21 durch den Herold Namur überbracht; vgl. dazu Reg. 9.

Erw.:  PB 4 § 19 und 28.

An Philippe Pot, Herr von la Roche-Nolay {60}.      12

Bem.:  Der beauftragte Herold Namur konnte jedoch diesen Brief wie auch den aus Reg. 23 nicht zustellen; vgl. dazu Reg. 9.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 B, Dok. 9 (aufgedr. Verschlußsiegel unter Papier).

Erw.:  PB 4 § 19 und 28.

An Jean de Damas, Herr von Clessy {65}.      13

Bem.:  Dieser Brief wie auch andere Einladungsschreiben (Reg. 7, 8, 17, 18 und 25) sollten durch den Herold Ferrette7 überbracht werden. Er vermutete Jean de Damas in Mâcon und reiste deshalb, nachdem er die Einladung bei Philipp von Savoyen {68} abgeliefert hatte (vgl. Reg. 8), dort hin. Beim Betreten der Stadt wurde er gefangen genommen und er verlor dabei seine mitgeführten Briefe. Deshalb konnte er die Briefe an Jean de Damas (Reg. 13 und 25) und Jean de Neufchâtel {52} (Reg. 7 und 17) nicht zustellen; zu Ferrettes unglückliche Reise vgl. die Angaben in PB 4 § 26 und vor allem § 120.

Erw.:  PB 4 § 26, 28 und 120.

[14]77 Dez. 26, Brüssel       

Die in Brüssel anwesenden Mitglieder des Ordens vom Golden Vlies, Adolf von Kleve {55}, Ludwig von Brügge {61} und Philippe de Croy {74}, bestätigen ihren Mitbrüdern den Inhalt von Maximilians Einladungsschreiben (Reg. 1–13) und fordern sie auf, an dem geplanten Ordensfest teilzunehmen oder die erforderlichen Absageschreiben auszustellen. – Sekretär: Steenberch.

Bem.:   Der Beschluss für die Verfassung dieser Briefe, die mit dem Ordenssiegel versehen werden sollten, faßten die versammelten Mitglieder am 17. Dez. 1477; vgl. dazu auch die Angaben in Reg. 1. ← 252 | 253 →

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, 43v-44v (ohne Anrede).

Erw.:  PB 4 § 14–19.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Johann, Kg. von Aragon {57}. – lat.      14

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem aus Reg. 3 durch den Wappenkönig Hennegau überbracht.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 41r-v.

Erw.:  PB 4 § 19 und 26.

An Ferdinand, Kg. von Neapel {72}. – lat.      15

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem aus Reg. 2 durch den Wappenkönig Flandern überbracht.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 41r-v.

Erw.:  PB 4 § 19 sowie in den Schreiben aus Reg. 34–36.

An Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien. – lat.      16

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem aus Reg. 4 durch den Wappenkönig Hennegau überbracht.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 41r-v.

Erw.:  PB 4 § 19 und 27 sowie in dem Schreiben aus Reg. 30.

An Philipp von Savoyen, Gf. von Bugey {68}. – frz.      17

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem aus Reg. 8 durch den Herold Ferrette überbracht; zu dessen Reise vgl. die Angaben in Reg. 13.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 42v-43r.

Erw.:  PB 4 § 26 und 120.

An Jean de Neufchâtel, Herr von Montaigu {52}. – frz.      18

Bem.:  Dieses Schreiben ging bei der Festnahme des Herolds Ferrette verloren; vgl. dazu die Angaben in Reg. 7 und 13.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 43r-v.

Erw.:  PB 4 § 26 und 120.

An Johann, Hz. von Kleve {47}. – frz.      19

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem aus Reg. 5 durch den Herold Limburg überbracht.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 44v-45r und 56v.

Erw.:  PB 4 § 19, 27 und 121 sowie in den Schreiben aus Reg. 64 und 89.

An Eduard IV., Kg. von England {63}. – [frz.].      20

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem aus Reg. 1 durch den Wappenkönig Toison d’or überbracht.

Erw.:  PB 4 § 19; in Reg. 29.

[14]77 Dez. 26, Brüssel       

Die in Brüssel anwesenden Mitglieder des Ordens vom Golden Vlies, Adolf von Kleve {55}, Ludwig von Brügge {61} und Philippe de Croy {74}, bestätigen ihren Mitbrü ← 253 | 254 → dern, die sich in Frankreich befinden, den Inhalt von Maximilians Vorladungsschreiben (Reg. 9–13) und fordern sie auf, an dem geplanten Ordensfest persönlich teilzunehmen, um gegen die erhobenen Vorwürfe Stellung zunehmen. – Sekretär: Steenberch.

Bem.:   Vgl. dazu auch die Angaben in Reg. 1.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Jacques de Luxembourg {67}. – frz.      21

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit dem aus Reg. 11 durch den Herold Namur überbracht; vgl. dazu Reg. 9.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 42r.

Erw.:  PB 4 § 19 und 28.

An Anton, Bastard von Burgund {54}. – frz.      22

Bem.:  Der beauftragte Herold Namur konnte jedoch diesen Brief wie auch den aus Reg. 10 nicht zustellen; vgl. dazu Reg. 9.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 B, Dok. 7 (aufgedr. Ordenssiegel ab und verloren).

Erw.:  PB 4 § 19 und 28; AOGV, Codex 45, fol. 42r.

An Philippe Pot, Herr von la Roche-Nolay {60}. – frz.      23

Bem.:  Der beauftragte Herold Namur konnte jedoch diesen Brief wie auch den aus Reg. 12 nicht zustellen; vgl. dazu Reg. 9.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 B, Dok. 8 (aufgedr. Ordenssiegel ab und verloren).

Erw.:  PB 4 § 19 und 28; AOGV, Codex 45, fol. 42r.

An Philippe de Crèvecœur, Herr von Esquerdes {69}. – frz.      24

Bem.:  Der beauftragte Herold Namur konnte jedoch diesen Brief wie auch den aus Reg. 9 nicht zustellen, vgl. dazu die Angaben dort.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 B, Dok. 5 (aufgedr. Ordenssiegel ab und verloren).

Brüssel, BR, ms. 20.851 (F. J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 181r.

Erw.:  PB 4 § 19 und 28.

An Jean de Damas, Herr von Clessy {65}. – frz.      25

Bem.:  Dieser Brief sollte zusammen mit dem Schreiben aus Reg. 13 durch den Herold Ferrette überbracht werden, der aber bei seiner Gefangennahme in Mâcon alle mitgeführten Briefe verlor; vgl. dazu die Angaben dort.

Erw.:  PB 4 § 26, 28 und 120; AOGV, Codex 45, fol. 42r.

[Nach 1477 Dez. 26, – ]      26

Philipp von Savoyen {68}, Gf. von Bugey, antwortet auf das Einladungsschreiben (Reg. 8).

Bem.:  Philipp von Savoyen gab dieses Schreiben dem burgund. Herold Ferrette mit, der aber kurz danach in Mâcon gefangen genommen wurde und dabei seine mitgeführten Briefe verlor; zu dessen Reise vgl. die Angaben in Reg. 13.

Or.:  verloren.

Erw.  PB 4 § 26 und 120. ← 254 | 255 →

o.D. [Um 1477 Dez. 26, Brüssel]8      27

Konzept eines Formulars, mit dem die dem Orden zugehörigen Könige bei Nichtteilnahme an einem Ordensfest, ihre Stellvertreter bevollmächtigen können. – lat. – [Sekretär: Steenberch].

Bem.:  Bei dem Schriftstück handelt es sich um die Abschrift eines früheren Formulars für das von Hz. Karl dem Kühnen {34} geplante, aber nicht durchgeführte Ordensfest in Maastricht im Mai 1476. Darin eingefügt wurden Korrekturen, um dieses Schreiben an die Begebenheit für das von Hz. Maximilians geplante Ordensfest im Mai 1478 anzupassen. Aufgrund des lateinischen Wortlauts ist anzunehmen, dass dieses Formular für Könige Ferdinand von Kastilien {71}, Ferdinand von Neapel {72} und Johann von Aragon {57} gedacht war, mit denen der Orden in lat. Sprache korrespondierte. Vermutlich wurde eine Kopie dieses Formulars den Einladungsschreiben, d.d. 1477 Dez. 26, an die jeweiligen Könige (Reg. 2–4) beigelegt.

Konz. Pap.: AOGV, Urkunden, Nr. 49 (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 773, Nr. 49 (datiert [1478]).

[14]78 März 9 (n.St.), Gent9      28

Der Orden vom Goldenen Vlies und Hz. Maximilian schreiben an Jean de Neufchâtel {52}, Herr von Montaigu, und wiederholen die Einladung zum Ordensfest, nachdem die ersten Einladungsschreiben (Reg. 7 und 18) verloren gegangen waren.

Bem.:  Vgl. dazu das Antwortschreiben von Jean de Neufchâtel in Reg. 43.

Erw.:  PB § 26 und 120 sowie in Reg. 43.

o. J. [1478] März 14, Greenwich      29

Eduard IV. {63}, Kg. von England, sagt in einem Brief aufgrund der ihm zugesandten Einladungsschreiben (Reg. 1 und 20) seine Teilnahme am Ordensfest ab. Er erklärt, dass er keinen Stellvertreter oder Wahlvorschläge sendet, da die Einladung von keinem autorisierten Souverän erfolgte. – frz. – eigenh. Unterschrift und Unterschrift des Sekretärs.

Bem.:   Der Orden bestellte Ludwig von Brügge {61} als seinen Stellvertreter; vgl. PB 4 § 27.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 50 (aufgedr. Verschlußsiegel mit einer gold-weißer Seidenschnur umfasst) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 773, Nr. 50.

Erw.:  PB 4 § 27 sowie in den Schreiben aus Reg. 60 und 91; DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22; DÜNNEBEIL, Zeichen, 2012, S. 121, Anm. 32.

1478 März 24, Madrid      30

Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien, bestätigt Hz. Maximilian den Empfang der Einladungsschreiben (Reg. 4 und 16) und sagt seine Teilnahme am Ordensfest ab. Er benennt den Grafen von Sunaya [Philippe de Croy {74}, Gf. von Chimay], Adolf von ← 255 | 256 → Kleve {55}, Herr von Ravenstein, und Ludwig von Brügge {61}, Herr von Gruuthuse, als seine Stellvertreter und sendet gesondert seine Wahlvorschläge (Reg. 31). – lat. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: Arinyo.

Bem.:  Vgl. die in diesem Zusammenhang stehenden Schreiben Kg. Ferdinands (Reg. 31–33). Zu Beginn des Ordensfestes, am 29. April 1478, waren seine Schreiben jedoch noch nicht in Brügge angekommen; deshalb hatten die Mitglieder Jean de Lannoy {50} als seinen Stellvertreter bestimmt; vgl. PB 4 § 27 sowie den Eingangsvermerk Steenberchs auf der Rückseite dieses Or.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 51 (beschädigtes anh. Siegel an purpur-grün-goldener Seidenschnur) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. Perg. zeitgen. (Steenberch): ebd. (nach Or.).

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 773, Nr. 51 (nach Or.).

Erw.:  in Reg. 65; DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22.

[1478 März 24, Madrid]      31

Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien, nennt seine Wahlvorschläge für die vakanten Mitgliederplätze: Matthias, Kg. von Ungarn10 – Alfons von Aragon, Hz. von Kalabrien11 – [Johann II. von Chalon] Prinz von Orange12Incluytus Hieronimus, Vizegf. von Riario,13 Neffe des Papstes – Alfons Enriquez, Admiral von Kastilien14 – Diego Hurtado de Mendoza, Hz. von Infantado, Marques von Santillana15 – García Álvarez de Toledo, Hz. von Alba de Tormes, Marques von Coria16 – Pedro de Velasco, Gf. von Haro, Konstabler von Kastilien17 – Juan [Ramon Folch], Gf. von Cardona und Prades, Admiral ← 256 | 257 → von Aragon18 – Rodrigo Pimentel, Gf. von Benavente19 – Pedro Manrique, Gf. von Trevino20 – [Philipp von Burgund {82},] Herr von Beveren21. – lat. – Sekretär: Arinyo.

Bem.:  Zu den anderen in diesem Zusammenhang stehenden Schreiben Kg. Ferdinands vgl. die Angaben in Reg. 30.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 51 (geöffnetes aufgedr. Verschlußsiegel) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 189r.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/23 (nach Kop. in BR Brüssel).

Erw.:  in Reg. 30 und 65; RUWET, Vienne, 1956, S. 773, Nr. 51.

1478 März 24, Madrid      32

Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien, sagt in einem Brief an Hz. Maximilian seine Teilnahme am Ordensfest ab und sendet ihm seine Grüße. – lat. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: Arinyo.

Bem.:  Zu den anderen in diesem Zusammenhang stehenden Schreiben Kg. Ferdinands vgl. die Angaben in Reg. 30.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 51 (geöffnetes aufgedr. Verschlußsiegel unter Papieroblate) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. Pap. zeitgen. (Steenberch): ebd. (nach dem Or.).

1478 März 24, Madrid      33

Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien, bevollmächtigt in einem Brief den Grafen von Sumaya [Philippe de Croy {74}, Gf. von Chimay], Adolf von Kleve {55}, Herr von Ravenstein, und Ludwig von Brügge {61}, Herr von Gruuthuse, ihn auf dem Ordensfest zu vertreten. – lat. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: Arinyo.

Bem.:  Zu den anderen in diesem Zusammenhang stehenden Schreiben Kg. Ferdinands vgl. die Angaben in Reg. 30.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 51 (geöffnetes aufgedr. Verschlußsiegel unter Papieroblate) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. Pap. zeitgen. (Steenberch): ebd. (nach dem Or.).

1478 März 27, Neapel      34

Ferdinand {72}, Kg. von Neapel, bevollmächtigt aufgrund der erhaltenen Einladungsschreiben (Reg. 2 und 15) die Ordensritter Philippe de Croy {74}, Antoine de Melun {28} und Ludwig von Brügge {61}, ihn auf dem Ordensfest zu vertreten. – lat. – eigenh. Unterschrift und Kanzleivermerk. ← 257 | 258 →

Bem.:  Kg. Ferdinands verschiedene Schreiben, die er wegen seiner Nichtteilnahme an den Orden sandte (Reg. 34–37), kamen rechtzeitig in Brügge an. Sie wurden durch den Wappenkönig Flandern überbracht, der mit den Einladungsschreiben (Reg. 2 und 15) zu Kg. Ferdinand gereist war. Wunschgemäß wurde Philipp von Croy {74} mit der Vertretung beauftragt; vgl. PB 4 § 26.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 52 (anh. beschädigtes Siegel an rot-goldener Seidenschnur) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. Perg. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Urkunden, Nr. 53 (nach Or.).

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 773 f., Nr. 52.

Erw.:  PB 4 § 24–26 und 85; DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22.

1478 März 28, Neapel      35

Ferdinand {72}, Kg. von Neapel, schreibt an Hz. Maximilian und bestätigt den Erhalt der Einladungsschreiben (Reg. 2 und 15), entschuldigt sich, dass er nicht am Ordensfest teilnehmen kann, benennt Philippe de Croy {74}, Antoine de Melun {28} und Ludwig von Brügge {61} als seine Stellvertreter und sendet seinen Stimmzettel für die Wahl neuer Ordensritter (Reg. 37). – lat. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: F.A.

Bem.:  Zu den anderen in diesem Zusammenhang stehenden Schreiben Kg. Ferdinands vgl. die Angaben in Reg. 34.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 53 (aufgedr. Verschlußsiegel unter Papieroblate) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. Pap. zeitgen. (Steenberch): ebd. (nach Or.).

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 53.

Erw.:  PB 4 § 24–26 und 85; im Schreiben von Reg. 61.

1478 März 28, Neapel      36

Ferdinand {72}, Kg. von Neapel, schreibt desgleichen an den Orden vom Goldenen Vlies. – lat. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: F.A.

Bem.:  Zu den anderen in diesem Zusammenhang stehenden Schreiben Kg. Ferdinands vgl. die Angaben in Reg. 34.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 53 (aufgedr. Verschlußsiegel unter Papieroblate) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. Pap. zeitgen. (Steenberch): ebd. (nach dem Or.).

[1478 März 28, Neapel]      37

Ferdinand {72}, Kg. von Neapel, nennt seine Wahlvorschläge für die vakanten Mitgliederplätze:22 Matthias, Kg. von Ungarn23 – Ernst, Hz. von Sachsen24 – Al ← 258 | 259 → fons, Hz. von Kalabrien25 – Albrecht, Mgf. von Brandenburg26Fredericus comes Palatinus27 – [Christoph], Mgf. von Baden {102}28 – Johann, Junghz. von Kleve29 – Philipp von Kleve, Sohn Adolfs {55}, Herrn von Ravenstein30 – Sigmund, Hz. von Österreich31 – Philibert, Hz. von Savoyen32 – Don Friedrich von Aragon33 – Diomede Carafa, Gf. von Maddaloni34 – Francesco del Balzo, Hz. von Andria35 – Don Ferrante Guevara, Gf. von Belcastro.36 – lat.

Bem.:  Zu den anderen in diesem Zusammenhang stehenden Schreiben Kg. Ferdinands vgl. die Angaben in Reg. 34.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 53 (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. Pap. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Urkunden, Nr. 51 (unter der Abschrift von Reg. 32 und somit Kg. Ferdinands {71} zugeordnet).

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 188r.

Erw.:  in Reg. 35. ← 259 | 260 →

1478 März 30, Barcelona      38

Johann, Kg. von Aragon {57}, entschuldigt in einem Brief an den Orden vom Goldenen Vlies sein Fernbleiben beim kommenden Ordensfest. – lat. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: [Johannes de] Colonia.37

Bem.:  Zu Beginn des Ordensfestes lag sein Entschuldigungsschreiben noch nicht vor, deshalb wurde Adolf von Kleve {55} als sein Stellvertreter bestimmt; vgl. PB 4 § 26.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 54 (aufgedr. Verschlußsiegel) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 54.

[1478 Ende März, – ]38       

Hz. Maximilian und die bei ihm anwesenden Mitglieder des Ordens vom Goldenen Vlies fordern die anderen Ordensmitglieder aufgrund der zu erwartenden geringen Teilnehmerzahl dringlich auf, am kommenden Ordensfest teilzunehmen.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Johann, Hz. von Kleve {47}.      39

Bem.:  Diese Schreiben, wie auch die ersten Einladungsschreiben (Reg. 5 und 19), überbrachte der Herold Limburg.

Erw.:  PB 4 § 27 und 121 sowie in den Schreiben aus Reg. 64 und 89.

An Jean de Melun {28}.      40

Erw.:  in dem Schreiben aus Reg. 45.

1478 April 7, Den Haag      41

Hz. Maximilian teilt dem Ordenskanzler, Ferry de Clugny, Bf. von Tournai, in einem Brief mit, dass das Ordensfest im kommenden Mai in Brügge und in der Kirche St. Salvator stattfinden soll. Er bittet ihn, zusammen mit Olivier de la Marche die dazu nötigen Vorkehrungen zu treffen.

Erw.:  PB 4 § 20; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 90; BARANTE/GACHARD, Histoire, II, 1838, S. 601, Anm. 4; DELEPIERRE, Fête en 1478, 1842, S. 334; VANDER LINDEN, Itinéraires, 1934, S. 31; DAMME, Adolf van Kleef, 1967, S. 134.

1478 April 7, Den Haag      42

Hz. Maximilian beauftragt Olivier de la Marche, in Brügge das Fest des Ordens vorzubereiten.

Erw.:  PB 4 § 20; FUGGER, Spiegel der Ehren, 1668, S. 880 f.; BOCK, Maximilian, 1970, S. 40 mit Anm. 5. ← 260 | 261 →

[14]78 April 8, Amance       43

Jean de Neufchâtel {52}, Herr von Montaigu, bestätigt Hz. Maximilian den Erhalt seines Einladungsschreiben zum Ordensfest vom 9. März (Reg. 28) und erkärt, dass er davor keine Einladungsschreiben erhalten habe.39 Aufgrund des späten Eintreffens der Einladung könne er nicht rechtzeitig zum Ordensfest erscheinen, auch erlauben ihm seine Gesundheit und die Kriegsgefahr keine weiten Reisen. Demenstprechend hat er sich auch an Philippe de Croy {74}, Gf. von Chimay, gewendet. Er beglaubigt hiermit seinen Kaplan als Überbringer dieses Briefes und entschuldigt sein Fehlen am Ordensfest. – frz. – eigenh. Unterschrift.

Bem.:  Diese Entschuldiungsschreiben kam nicht mehr rechtzeitig zum Ordensfest in Brügge an; vgl. dazu auch PB 4 § 26 und 120. Die Ordensmitglieder bestellten deshalb Ludwig von Brügge {61} als Jeans Stellvertreter (§ 26). – Vgl. dazu auch die Angaben in Reg. 81, Anm. 84.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 D, Dok. 12 (mit Resten des Verschlußsiegels).

Druck: STERCHI, Überläufer, 2003, S. 97 f., Nr. 1; STERCHI, Umgang, 2005, S. 458 mit Anm. 305 (Teildruck).

Erw.:  STERCHI, Überläufer, 2003, S. 82.

[14]78 April 22, Gent       44

Hz. Maximilian teilt [Philippe Conrault], Abt von Sankt-Peters in Gent,40 mit, dass er sich entschlossen habe, von seinem verstorbenen Schwiegervater, Hz. Karl von Burgund {34}, den Orden vom Goldenen Vlies zu übernehmen. Deshalb hat der die Ordensmitglieder zu einem Ordensfest eingeladen und und ersucht ihn, sich am 1. Mai mit Chormantel, Mitra und Stab in Brügge einzufinden, um an den Gottesdiensten des Ordens teilnehmen zu können. – frz. – eigenh. Unterschrift. – Sekretär: Steenberch.

Reg. (19. Jh.): Brüssel, AGR, Mss. div. 1939, fol. 1r.

Druck: Lettres … Saint-Pierre à Gand, 1845, S. 9 f., Nr. 4.

Reg.: LICHNOWSKY, Geschichte, 8, 1844, S. DXXXVIII, Nr. 40; Regesten Friedrichs III., Suppl. 1, 2008, S. 57 f., Reg. 30 (nach AGR Brüssel).

Erw.:  BARANTE/GACHARD, Histoire, II, 1838, S. 601, Anm. 4.

1478 April 28, o. O.      45

Jean de Melun {28}, Rat und Kammerherr Hz. Maximilians, schreibt aufgrund eines Einladungsschreibens Hz. Maximilians, mit der Aufforderung am 2. Mai persönlich in Brügge zu erscheinen (Reg. 40), an den Orden vom Goldenen Vlies. Damit sagt er seine Teilnahme am Ordensfest ab und bevollmächtigt Philippe von Croy {74}, Ludwig von Brügge {61} und Jean de Lannoy {50}, ihn zu vertreten. – frz.

Bem.:  Tatsächlich vertrat ihn Philipp von Croy beim Ordensfest; vgl. PB 4 § 26.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 55 (anh. Siegel) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A). ← 261 | 262 →

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 55.

Erw.:  PB 4 § 24–26.

o. D. [1478 April 28, – ]      46

Jean de Melun {28} nennt seine Wahlvorschläge für die vakanten Mitgliederplätze:41 Ks. Friedrich III. {94} – [Pierre de Luxembourg {83}] Gf. von Saint-Pol – [Christoph], Mgf. von Baden {102}42 – [Philippe de Croy] Herr von Porcien43 – [Wilhelm IV.] Hz. von Jülich44 – [Jacques de Luxembourg {81}] Herr von Fiennes – [Albrecht Achilles, Kurfürst und] Mgf. von Brandenburg45 – [Jean {87}] Herr von Ligne46 – [Jakob von Savoyen {84}] Herr von Romont – Josse, Herr von Lalaing {80} – [Philipp von Burgund {82}] Herr von Beveren – [Johann II. von Chalon] Prinz von Orange47 – Herr von Becan.48 – frz.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 55 (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Erw.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 55.

[Vor 1478 April 30, – ]49      47

Cedule des Wappenkönig Toison d’or mit den Namen der seit dem letzten Fest verstorbenen Mitglieder: [Karl, Herzog von Burgund {34} – Antoine de Croy {15} – Louis de Chalon {64} – Jean de Rubempré {73} – Jean de Luxembourg {75} – Johann, Herzog von Alençon {39} – Baudouin de Lannoy {19} – Simon de Lalaing {26} – Jean d’Auxy {45} – Hendrik van Borssele {44} – Reinald van Brederode {43} – Adolf von Geldern {58} – Guy de Brimeu {76}].50

Erw.:  PB 4 § 79. ← 262 | 263 →

[1478 April 30, Brügge]51      48

Jean Gros wird zum Trésorier des Ordens vom Goldenen Vlies ernannt. – Martin Steenberch.

Or.:  Verbleib unbekannt (mit Ordenssiegel).

Erw.:  PB 4 § 74.

[1478 Mai 2, Brügge]      49

Hz. Maximilian bestätigt dem Ordensgreffier Martin Steenberch seine von Hz. Karl {34} während des Ordensfestes im Jahr 1473 verliehenen lebenslangen Einnahmen aus Brüssel.

Bem.:  Während des Ordensfestes bestätigte Hz. Maximilian dies am 2. Mai 1478 mündlich und beauftragte Steenberch mit der Ausstellung einer entsprechenden Urkunde; vgl. PB 4 § 173.

Erw.:  PB 4 § 173; AOGV, Codex 34/1, S. 129; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 96.

[1478 Mai 2, Brügge]      50

Hz. Maximilian bestätigt dem Wappenkönig Toison d’or [Gilles Gobet] seine von Hz. Karl {34} verliehene Pension aus Saint-Omer.

Bem.:  Während des Ordensfestes bestätigte Hz. Maximilian dies am 2. Mai 1478 mündlich und beauftragte Steenberch mit der Ausstellung einer entsprechenden Urkunde; vgl. PB 4 § 174.

Erw.:  PB 4 § 174; AOGV, Codex 34/1, S. 129 f.; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 96.

1478 Mai 7, Brügge      51

Instruktionen für den Wappenkönig Toison d’or, der Hz. Maximilian über die Beschlüsse der in Brügge zurückgebliebenen Ordensmitglieder unterrichten und dazu auch die bei Hz. Maximilian weilenden Ordensmitglieder Philippe de Croy {74} und Josse de Lalaing {80} bitten soll. Er soll folgende Empfehlungen aussprechen: [1.] Die Mitglieder, die nicht am vergangenen Ordensfest teilgenommen haben, sollen über die rechtmässige Einsetzung Hz. Maximilians zum Ordenssouverän und über den Verlauf des darauf folgenden Ordensfestes unterrichtet werden. [2.] Bei Eduard IV. {63}, Kg. von England, Ferdinand {72}, Kg. von Neapel, und Ferdinand {71}, König von Kastilien sollen Gesandtschaften für die Bestätigung des politischen Bündnisses werben. [3.] Die neugewählten Mitglieder, die sich zum Zeitpunkt ihrer Wahl nicht in Brügge aufgehalten haben, sollen je nach ihrer Herkunft und ihrem Rang verschieden über ihre Wahl in den Orden unterrichtet und die Aufnahmeverfahren durchgeführt werden. [4.] Die Einladungsschreiben für das für das kommende Jahr geplante Fest sollen vier Monate vor Beginn ausgesandt werden. – frz. – Sekretär: Martin Steenberch. ← 263 | 264 →

Bem.:  Mit der Ausstellung dieses Schreibens wurde am 4. Mai 1478 Martin Steenberch beauftragt; vgl. § PB 4 § 182; dort finden sich auch Angaben, in wieweit die verschiedenen Empfehlungen umgesetzt wurden.

Kop. zeitgen.: PB 4 § 183–195.

Erw.:  PB 4 § 182; AOGV, Codex 34/1, S. 131 f.; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 97.

[Nach 1478 Mai 7, – ]      52

Hz. Maximilian fordert Jacques de Luxembourg {81}, Herr von Fiennes, auf, sich bei ihm einzufinden.

Bem.:  In einem Schreiben verschiedener Ordensmitglieder an Hz. Maximilian, empfehlen diese, die beiden in den burgundischen Niederlanden befindlichen neugewählten Mitglieder Jacques de Luxembourg und Philipp von Burgund {82}, ohne Angabe von Gründen zu sich einzuladen und ihnen nach ihrer Ankunft ihre Wahl zum Ordensmitglied secretement mitzuteilen; vgl. PB 4 § [190 sowie Reg. 51. Ob diese Aufforderung schriftlich oder mündlich erfolgte, ist nicht bekannt. Jacques wurde am 16. Mai 1478 in den Orden aufgenommen; vgl. Reg. 59.

Erw.:  PB 4, § 190.

[Nach 1478 Mai 7, – ]      53

Hz. Maximilian beglaubigt seinen Wappenkönig Toison d’or bei Philipp von Burgund {82}, Herrn von Beveren.

Bem.:  PB 4, § 190 und Reg. 51 zufolge, wäre zu erwarten gewesen, dass Hz. Maximilian Philipp nur aufforderte, sich bei ihm einzufinden. In PB 5, fol. 64r, bestätigt Toison d’or aber, dass er bei Philipp die Aufnahmeprozedur im Juni 1478 durchgeführt habe. Es ist deshalb eher anzunehmen, dass Hz. Maximilian ähnlich wie in Reg. 54 und 55, mit diesem Brief Toison d’or beglaubigte.

Erw.:  PB 4, § 190.

[Nach 1478 Mai 7, – ]      54

Hz. Maximilian beglaubigt seinen Wappenkönig Toison d’or bei Wolfart van Borssele {79} in einem Kredenzschreiben.

Bem.:  In Folge einer Versammlung am 4. Mai empfahlen verschiedene Ordensmitglieder Hz. Maximilian in einem Schreiben vom 7. Mai 1478, Toison d’or zu den deux esleuz de la langue thioise [Wolfart van Borssele {79} und Willem van Egmond {78}] zu senden, um diese über ihre Wahl in den Orden zu unterrichten und gegebenenfalls das Aufnahmeverfahren durchzuführen; vgl. PB 4 § 182 und 191 sowie Reg. 51. Dafür sollte Toison d’or mit Kredenzbriefen ausgestattet werden. Über die tatsächliche Aufnahme dieser beiden Kandidaten ist jedoch nichts bekannt; Wolfart wird Ende 1478 als Mitglied bezeichnet und Willem im Mai 1479; vgl. dazu die Angaben in § 154.

Erw.:  PB 4, § 191 und in dem Schreiben aus Reg. 51. ← 264 | 265 →

[Nach 1478 Mai 7, – ]      55

Hz. Maximilian beglaubigt desgleichen seinen Wappenkönig Toison d’or bei Willem van Egmond {78}.

Bem.:  Vgl. die Angaben in Reg. 54.

Erw.:  PB 4, § 191 und im Schreiben aus Reg. 51.

[Nach 1478 Mai 7, – ]       

Den Mitgliedern, die bei dem diesjährigen Ordensfest gefehlt haben, werden die Namen der neuen und schon beigetretenen Mitglieder mitgeteilt.

Bem.:  Dies wurde am 4. Mai 1478 von den in Brügge anwesenden Mitgliedern beschlossen und am 7. Mai als Empfehlung an Hz. Maximilian geschrieben; vgl. PB 4 § 182, Reg. 51 sowie die einleitende Bemerkung zu Reg. 60–64. Die einzelnen Schreiben wurden wohl an unterschiedlichen Tagen ausgestellt, denn die entsprechende Schreiben an Johann, Hz. von Kleve {47}, und ein königliches Mitglied in lateinischer Spreche datieren vom 4. Juli 1478 (Reg. 66 und 67) und das an Ferdinand, Kg. von Neapel {72}, von 13. bzw. 23. Juli 1478 (Reg. 68 und 69).

Erw.:  PB 4 § 182.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Eduard IV., Kg. von England {63}. – [frz.].      56

Erw.:  PB 4 § 182 und in Reg. 91.

An Johann, Kg. von Aragon {57}. – [lat.].      57

Bem.:  Möglicherweise identisch mit Reg. 67.

Erw.:  PB 4 § 182.

An Ferdinand, Kg. von Neapel {72}. – [lat.].      58

Bem.:  Möglicherweise identisch mit einem der in Reg. 67–69 genannten Schreiben.

Erw.:  PB 4 § 182.

[14]78 Mai 16, o. O. [Mons]       59

Jacques de Luxembourg {81}, Herr von Fiennes und Rat und Kammerherr Hz. Maximilians, bestätigt, dass er am heutigen Tag in Mons vor Hz. Maximilian und in Gegenwart von Philippe de Croy {74}, Josse de Lalaing {80} und Bartholomäus von Liechtenstein {85} den Aufnahmeeid des Ordens abgelegt und die Ordensinsignien erhalten hat.52 – frz. – eigenh. Unterschrift.

Bem.:  Vgl. dazu auch Reg. 52. – In PB 5, fol. 64r, bestätigt Toison d’or dem Ordenssekretär, dass Jacques’ Beitritt in Mons im Jahr 1478 erfolgte, an Stelle von Bartholomäus von Liechtenstein erwähnt er jedoch Jakob von Savoyen {84} und sich selbst als Zeugen.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 56 (abh. Siegel) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 B).

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 56. ← 265 | 266 →

[14]78 Mai 28, Mons       

Den Mitgliedern, die bei dem diesjährigen Ordensfest gefehlt und keinen Stellvertreter ernannt haben, wird mitgeteilt, dass Hz. Maximilian bei einer öffentlichen Zeremonie in Brügge zum Ritter geschlagen wurde und die Souveränität über den Orden übernommen hat. Danach fand ein ordentliches Mitgliedertreffen statt, mit Durchführung der corrections der anwesenden Mitglieder und Neuwahlen. Aufgrund des französischen Einfalls wurde das Fest aber abgebrochen, ohne alle offenen Fragen und Punkte zu klären, weshalb im kommenden Jahr ein weiteres Ordensfest veranstaltet werden soll. – frz.

Bem.:  Während der Sitzung am 4. Mai 1478 beschlossen die in Brügge anwesenden Mitglieder, dass dieses Schreiben an die tresexcellentes roys et princes et aux aultres chevaliers freres dudit ordre absens et qui n’y avoient esté ne procureur pour eulx gesandt werden solle; vgl. PB 4 § 182. Das impliziert, dass die anderen fehlenden Mitgliedern (statutengemäß) von ihren Stellvertretern, die sie sich selbst ausgesucht hatten, über den Verlauf des Ordensfestes unterrichtet werden sollten; dies betrifft aber nur Jean de Melun {28}. Neben den unten genannten Empfängern müsste dieses Schreiben dann auch an Jean de Neufchâtel {52} und Philipp von Savoyen {68} gegangen sein. Ob die am frz. Hof weilenden Mitglieder (Anton, Bastard von Burgund {54}, Philippe Pot {60}, Philippe de Crèvecœur {69}, Jacques de Luxembourg {67} und Jean de Damas {65}) ebenfalls detailliert unterrichtet wurden, ist eher unwahrscheinlich. – Die Namen der neugewählten und schon aufgenommenen Mitglieder wurden in seperaten Schreiben mitgeteilt, vgl. dazu Reg. 56–58, 66 und 67.

Erw.:  PB 4 § 182 und 186 sowie in Reg. 51; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 97.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Eduard IV., Kg. von England {63}. – frz.      60

Bem.:  Überbracht durch Toison d’or; vgl. Reg. 70. – Die Ordensmitglieder empfahlen Hz. Maximilian in einem Schreiben vom 7. Mai, dass zusammen mit diesem Schreiben ein weiteres Schreiben oder eine Gesandtschaft an den Adressanten gesandt werden sollte, um den Fortbestand der politischen Allianz bestätigen zu lassen; vgl. PB 4 § 187 mit Anm. 658 sowie Reg. 51.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 45v-47r.

Erw.:  PB 4 § 182 und 186 sowie in Reg. 51, 70 und 91.

An Ferdinand, Kg. von Neapel {72}. – lat.      61

Bem.:  Überbracht durch den Herold Flandern; vgl. Reg. 72. – Gleichzeitig sollte der Adressat zu einer Bestätigung des Fortbestands der politischen Allianz bewogen werden; vgl. dazu die Angaben in Reg. 60.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 49r-51r.

Erw.:  PB 4 § 182 und 186 sowie in Reg. 51.

An Johann, Kg. von Aragon {57}.      62

Erw.:  PB 4 § 182 und 186 sowie in Reg. 51 und 93. ← 266 | 267 →

An Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien. – lat.      63

Bem.:  Überbracht durch den Herold Lothier53; vgl. Reg. 73. – Gleichzeitig sollte der Adressat zu einer Bestätigung des Fortbestands der politischen Allianz bewogen werden; vgl. dazu die Angaben in Reg. 60.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 47v-49r.

Erw.:  PB 4 § 182 und 186 sowie in Reg. 51 und 73.

An Johann, Hz. von Kleve {47}. – frz.      64

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 52r-53r und 57r-v.

[14]78 Juni 4, Mons54      65       

Hz. Maximilian bestätigt Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien, den Empfang von Reg. 30 und 31 und kündigt ein Ordensfest im kommenden Jahr an. – lat.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 51r-52r.

[14]78 Juli 4, Mons55       

Hz. Maximilian teilt in einem seperaten Schreiben die Namen der während des letzten Ordensfest aufgenommenen neuen Mitglieder mit: Willem van Egmond {78}, Josse de Lalaing {80}, Jacques de Luxembourg {81}, Philipp von Burgund {82}, Pierre de Luxembourg {83}, Jakob von Savoyen {84} und Bartholomäus von Liechtenstein {85}.56

Bem.:  Vgl. dazu auch Reg. 56–58.

Folgende Exemplare sind bekannt:

Johann, Hz. von Kleve {47}. – frz.      66

Bem.:  Dieses cedule wurde als Beilage zu einem anderen Schreiben Maximilians an Hz. Johann gesandt, in dem er diesen um Waffenhilfe bat; vgl. dazu auch PB 4 § 221.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 58r.

An ein nicht namentlich genanntes kgl. Mitglied. – lat.      67

Bem.:  Da dieses Schreiben in lateinischer Sprache verfaßt ist, kommen Ferdinand, Kg. von Neapel {72}, Ferdinand, Kg. von Kastilien {71}, und Johann, Kg. von Aragon {57}, als Adressaten in Frage. Es ist anzunehmen, dass dieses Schreiben an alle drei genannten versandt wurde. Eduard, Kg. von England {63}, wurde dagegen normalerweise in frz. Sprache angeschrieben und wird hier wohl nicht gemeint sein. – Vermutlich identisch mit den Schreiben aus Reg. 57, 58, 68 und 69.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 53r-v. ← 267 | 268 →

1478 Juli 13 und 23, o. O.57      68–69

Hz. Maximilian schreibt an Ferdinand, Kg. von Neapel {72}, zwei Briefe, worin er in einem die neugewählten Mitglieder des Ordens nennt.

Bem.:  Möglichweise identisch mit den in Reg. 57, 61 und 67 genannten Schreiben. Überbringer war der Herold Flandern; vgl. Reg. 72.

Erw.:  in Reg. 72.

o. J. [1478] Aug. 17, Windsor      70

Eduard IV., Kg. von England {63}, beglückwünscht aufgrund eines durch Toison d’or überbrachten Mitteilungsschreiben (Reg. 60) Hz. Maximilian zur Übernahme der Ordenssouveränität. Über die Ergebnisse seines Gesprächs mit Toison d’or soll dieser persönlich berichten. – frz. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: O[liver] King.58

Bem.:  Diese Schreiben wurde von Toison d’or überbracht; so der Eingangsvermerk von Steenberch auf der Rückseite des Or.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 57 (beschädigtes aufgedr. Verschlußsiegel) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 C).

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F. J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 195v.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/24 (nach Kop. in BR Brüssel); RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 57 (nach Or.).

Erw.:  in Reg. 106; DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 58.

[Vor 1478 Sept. 9, Brüssel]      71

Konzept der Instruktionen für die Gesandten des Ordens vom Goldenen Vlies, die eine Reise zu Kaiser Friedrich III. {94}, Matthias Corvinus, Kg. von Ungarn, und Albrecht, Hz. von Sachsen {96}, unternehmen sollten, um diese von ihrer Wahl in den Orden zu unterrichten. – lat.

Bem.:  Schon am 7. Mai empfahlen die Ordensmitglieder Hz. Maximilian aufgrund ihre Beschlüsse vom 4. Mai 1478 die Entsendung dieser Gesandtschaft; vgl. PB 4 § 182, 188 und 189 und Reg. 51. Am 9. Sept. 1478 legten Martin Steenberch und Toison d’or dieses Konzept in lateinischer Sprache Hz. Maximilian in Brüssel vor. Doch dieser bestand auf einer deutschen Übersetzung. Diese sollte sein Rat Johann Keller anfertigen, der dafür am 25. Sept. 1478 vor den versammelten Ordsmitgliedern beeiden musste, seine internen Kenntnisse über den Orden nicht an Dritte weiterzugeben; vgl. § 197 und 199.

Erw.:  PB 4 § 197–200; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 97. ← 268 | 269 →

1478 Sept. 13, Neapel      72

Ferdinand, Kg. von Neapel {72}, bestätigt in einem Brief den Erhalt von Briefen vom 28. Mai, 13. und 23. Juli 1478 (Reg. 61, 68 und 69) durch den Herold Flandern59 und beglückwünscht Hz. Maximilian zur Übernahme der Ordenssouveränität. – lat. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: F.A.

Bem.:  Dieses Schreiben wurde von dem Herold Flandern überbracht; so der Eingangsvermerk von Steenberch auf der Rückseite des Or.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 58 (geöffnetes aufgedr. Verschlußsiegel unter Papier) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 C).

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 192r-193r.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/24 (nach Kop. in BR Brüssel); RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 58 (nach Or.).

Erw.:  DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 58.

1478 Sept. 27, Sevillia      73

Ferdinand, Kg. von Sizilien {71}, bestätigt in einem Brief, dass er vom Herold Lothier60 Briefe in Ordensangelegenheiten61 erhalten hat, und beglückwünscht Hz. Maximilian zur Übernahme der Ordenssouveränität. – lat. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: Arinyo.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 59 (aufgedr. Verschlußsiegelrest) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 C).

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 194v-195r.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/24 (nach Kop. in BR Brüssel); RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 59 (nach Or.).

Erw.:  DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 58.

1478 Okt. o. T., Brüssel62      74

Hz. Maximilian verleiht den Angehörigen des Ordens vom Goldenen Vlies (Ritter und Amtsträger) eine Reihe von Privilegien und Vorrechten: Nachdem er aufgrund seiner Heirat mit Hz. Maria von Burgund, der einzigen Erbtochter Hz. Karls {34}, statutengemäß zum Souverän des Ordens vom Golden Vlies ernannt worden war, haben die versammelten Mitglieder und Amtsträger um die Bestätigung der von seinen Vorgängern Hz. Philipp {01} und Hz. Karl erteilten Vorrechte gebeten. Es handelt sich dabei vor allem um das von Hz. Karl erteilte Privileg, das er im Mai 1473 in Valenciennes erlassen hatte, das inhaltsgetreu wiedergeben wird:63 Karl hatte damit den Mitgliedern das Recht erteilt, bei öffentlichen Auftritten seines Hofes aus den ihrem ← 269 | 270 → sozialen Rang entsprechenden Plätzen hervorzutreten und sich als geschlossene Gruppe der Vliesritter nach der herzoglichen Familie und vor den anderen Mitgliedern des Hofes einzugliedern.64 Bei den hzl. Audienzen und den Ratsversammlungen durften die Ordensritter ebenfalls eine hervorgehobene Position einnehmen. Die Vliesritter sollten bei der Quartierverteilung und bei der Ausgabe von Lebensmitteln nach der hzl. Familie und vor den übrigen Mitgliedern des Hofes berücksichtigt werden. Darüber hinaus wurden den Vliesrittern und Amtsträgern und deren Familien noch zusätzliche Nahrungsmittelrationen sowie weitreichende Steuer- und Abgabenfreiheiten gewährt. Maximilian bestätigt nun für sich und seine Nachfolger als Hzz. von Burgund diese Vorrechte, Freiheiten und Privilegien und erweitert sie, indem er den Ordensangehörigen und deren Familien eine allgemeine Zoll-, Maut- und Abgabenfreiheit und freie Passage in allen burgundischen Herrschaften gewährt. Er stellt sie auch unter seinen speziellen Schutz und verspricht ihnen, dass Personen, die diese Privilegien mißachten, von ihm keine Gnade erwarten können, es sei denn, der versammelte Orden entscheide sich dagegen. Er befiehlt, dass sämtliche Amtsträger Kenntnis von diesem Privileg erhalten sollen, damit die Ordensangehörigen ihre Vorrechte ungehindert genießen können und sich niemand auf Unwissenheit berufen kann. Dafür sollen zahlreiche besiegelte Vidimus erstellt werden, die den gleichen rechtlichen Stellenwert wie das Original besitzen sollen. Er verpflichtet im Gegenzug aber die Ordensangehörigen dazu, dass sich für ihn und seine Herrschaftsrechte jeder Zeit einzusetzen. Des Weiteren bestimmt er, das vorliegende Privileg Vorrecht vor anderen (älteren) Verfügungen hat, dass es aber durch (spätere) Verfügungen von Königen, Herzögen oder andere Fürsten, die dem Orden angehören, eingeschränkt werden kann. – frz. – Par monseigneur le duc, monseigneur l’evesque de Metz65, monseigneur le marquis de Bade {102}66, le conte de Werdemberch67, le seigneur de Wierre, chief du grant conseil68, le seigneur de Champvans, president de Bourgoingne69, l’abbé de Saint Pierre lez Gand70 et pluseurs autres presens: N(icolas de) Ruter.71

Bem.:  Schon während des Ordensfestes hatte Hz. Maximilian am 2. Mai 1478 die Vorrechte mündlich bestätigt und und den Greffier mit der Ausstellung entsprechender lettres patentes beauftragt; vgl. § 172. Der Kanzleivermerk zeigt aber, dass bei der ← 270 | 271 → tatsächlichen Ausstellung der Urkunde kein Angehöriger des Ordens anwesend war. – Diverse Eintragungen auf der Plica und der Rückseite des Originals bezeugen die Verbreitung der Urkunde72: Am 27. Nov. 1479 wurde sie bei der CC Lille von G[uillaume] de Cottignies registriert. Am selben Tag legte sie Fastré Hollet, controlleur de la despenses,73 im Auftrag der beiden maitres d’hostel, Olivier de la Marche74 und Nicolas d’Aveluys75, verschiedenen Beamten am burgundischen Hof vor, um diese mit der Weitergabe des Inhalts zu beauftragen. Desgleichen unternahm am 8. Dez. 1478 N(icolaus de) Gondeval76 bei verschiedenen Finanzbeamten.77 Während des Ordensfestes im Jahr 1481 wurde beschlossen, dass Hz. Maximilian für die weitere Verbreitung des Privilegs an seine Amtsträger schreiben solle; vgl. PB 5, fol. 47r mit dem dazugehörigen Regest sub dato 1481 Mai 23.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden 60 (beiliegender Rest von Maximilians Siegel an rot-grüner Seidenschnur) (Türck’sche Systematik: 1. Partie § 1, 3).

Kop.:  AOGV, Akten, Karton 4 (10 Kop. Pap. aus 15–17. Jh.; Türck’sche Systematik: 1. Partie § 1, 3); Brüssel, BR, Ms. 12.648–50, fol. 1–9 (erstellt von Steenberch; 15. Jh.); Lille, ADN, B 1285, Nr. 16.304, Dok. 1 (Pap., zeitgen. erstellt von Steenberch); Brüssel, AGR, Mss. div. 273b, fol. 63v–68v (16. Jh.) und Mss. div. 264, fol. 171r–181r (17. Jh.); Paris, BNF, ms. fr. 5046, fol. 61r-67r, Nr. 24 (16. Jh.); inseriert in einem nicht näher bezeichneten Registereintrag wohl des Jahres 1481 in Lille, ADN, B 1285, Nr. 16.304, Dok. 2 (zeitgen. Kop.)78; inseriert in der Bestätigung des 6. Ordenssouveräns Philipps II., d.d. Gent, 1556 Okt. o.T.79

Druck: Privileges l’ordre de la Toison d’or; gedruckt Brüssel 1632 und eingebunden in Brüssel, BR, ms. II 5799, Nr. 10; Toison d’or, 1689, S. 56–81; DELEPIERRE, Fête en 1478, 1842, S. 544 f. (Auszug).

Reg.:  Brüssel, AGR, Mss. div. 1051 (Inv. Türck, 2), fol. 1; Lille, ADN, B 204; GAILLARD, Inv. Grand Conseil 1, 1900. S. 4, Nr. 13 (nach [Brüssel, AGR], Registre Mémoriaux du Grand Conseil de Malines, Bd. 1, fol. 51v); Bibl. nat. Cat. des mss. fr., Ancien fonds, 4, 1905, S. 496, Nr. 24 (nach Kop. in Paris); Inv. AD Nord B, I/2, 1906, S. 286 (nach Kop. in Lille); VAERNEWYCK, Bibliographie, 1907, S. 222 f., Nr. 73 (datiert fälschlich auf 1478 Dez. 8; mit Hinweis auf ein von Steenberch erstelltes Statutenbuch in Brüssel, BR, ms. 12.648–50); Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 39, Nr. 7468 (nach Kop. in Brüssel, ms. 12.648–50) sowie S. 40–42, Nr. 7470, hier S. 41 (nach Druck in ebd., ← 271 | 272 → ms. II 5799); RUWET, Vienne, 1956, S. 774, Nr. 60 (nach Or.); Regesten Friedrichs III., Suppl. 1, 2008, S. 66–69, Nr. 53 (nach der Überlieferung in AGR Brüssel).

Erw.:  Pb 4, § 172; AOGV, Codex 34/1, S. 129; AOGV, Codex 34/3, S. 2 f.; Mémoires de la MARCHE, 3, 1885, S. 249, Anm. 3 (nach Paris, ms. fr. 5046); REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 96; LEMAIRE, Considérations codicologiques, 1996, S. 37 (datiert fälschlich auf 1478 Dez. 8; mit Hinweis auf die Statutenbücher in Brüssel, BR, ms. 12.648–650; Den Haag, Rijksmuseum, Meermanno-Westreenianum, ms. 10 C 11; Den Haag, KB, ms. 76 E 12)80; DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 25 mit Anm. 54;DÜNNEBEIL, Entwicklung, 2007, S. 24 mit Anm. 71; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 59; DÜNNEBEIL, Beherrschung, 2010, S. 180 sowie in der Einleitung S. 24 f.

1478 Okt. 9, Brüssel       

Der Orden vom Goldenen Vlies schreibt an die fünf in Frankreich weilenden Mitglieder, dass sie mit ihrer Hinwendung zum französischen König gegen die Statuten verstoßen haben, und fordert sie auf, beim nächsten Ordensfest persönlich zu erscheinen, um dazu Stellung zu nehmen. – frz. – Par monseigneur le duc, chief et souverain, messeigneurs Adolph de Cleves et de la Marke {55}, seigneur de Ravestein, Loys, seigneur de Gruythuse {61}, conte de Wyncestre, Phelippe de Croy {74}, conte de Chimay, Engelbert, conte de Nassow {77}, seigneur de Breda, Wolffart de Borssele {79}, conte de Grantpré, seigneur de la Vere, Phelippe de Bourgoigne {82}, seigneur de Bevre,81 et Pierre de Lucxembourg {83}, conte de Saintpol, tous chevaliers freres et compaingnons dudit ordre de la Thoison d‘or, presens: Steenberch (nach Reg. 77).

Bem.:  Schon während des Ordensfestes wurde am 1. Mai 1478 die Ausstellung dieser Urkunden beschlossen. Sie sollten mit dem aufgedrückten Ordenssiegel versehen und durch Toison d’or oder einem anderen Wappenkönig, der dazu schriftlich aufgefordert werden sollte, zugestellt werden; vgl. PB 4 § 122. Als Überbringer wurde dann der Herold Fusil beauftragt; vgl. Reg. 80.

Erw.:  PB 4 § 122, 171, 210, 223, 225, 227, 239 und 240; in den Schreiben aus Reg. 80, 95, 100 sowie in den Vorladungsschreiben zu dem Fest von 1481 vom 22. Dez. 148082; AOGV, Codex 34/1, S. 128 f.; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 96; DOCQUIER, D’or et d’émail, 2008, S. 41, Anm. 11, sowie oben in der Einleitung S. 26 f.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Anton, Bastard von Burgund {54}.      75

Bem.:  Fusil konnte den Brief nicht zustellen; vgl. dazu PB 4 § 227.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden 62 (aufgedr. Ordenssiegel, teilw. beschädigt) (Türck’sche Systematik: 1. Partie § 1, 14 B).

Kop. zeitgen. (Steenberch nach dem Or.): AOGV, Codex 45, fol. 65r und 78r.

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 62 (nach Or.). ← 272 | 273 →

An Jacques de Luxembourg {67}.      76

Bem.:  Seine Antwort verzeichnet Reg. 99, die er Fusil mitgab.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 66r und 79r.

An Philippe Pot, Herr von la Roche-Nolay {60}.      77

Bem.:  Fusil konnte den Brief nicht zustellen; vgl. PB 4 § 227.

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden 63 (aufgedr. Ordenssiegel, teilw. beschädigt) (Türck’sche Systematik: 1. Partie § 1, 14 B).

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 65v und 78v.

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 206r.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/28 (nach Kop. in BR Brüssel); RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 63 (nach Or.).

An Philippe de Crèvecœur, Herr von Esquerdes {69}.      78

Bem.:  Nach PB 4, § 227 konnte Fusil diesen Brief nicht zustellen und so ist es erstaunlich, dass sich das Original heute in der BR Brüssel und nicht wie die Schreiben aus Reg. 75 und 77 im Ordensarchiv befindet.

Or.: Brüssel, BR., Ms. I/20.863, Nr. 119 (aufgedr. Ordenssiegel).

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 66v und 79v.

Abb.:  LAURENT, Sceaux, I/2, 1993, Abb. 364 (nach dem Or.).83

Erw.:  LAURENT, Sceaux, I/1, 1993, S. 619, Nr. 58, Anm. 204.

An Jean de Damas, Herr von Clessy {65}.      79

Bem.:  Fusil konnte den Brief nicht zustellen; vgl. PB 4 § 227.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 67r und 80r.

1478 Okt. 9, Brüssel      80

Hz. Maximilian beauftragt Toison d’or oder bei seiner Abwesenheit den Herold Fusil, die in Frankreich befindlichen Ritter Anton von Burgund {54}, Philippe Pot {60}, Philippe de Crèvecœur {69}, Jacques de Luxembourg {67} und Jean de Damas {65} die Vorladungsschreiben (Reg. 75–79) für das am 2. Mai 1479 in Brüssel geplanten Ordensfest zu überbringen und auch persönlich mit ihnen über die Dringlichkeit zu reden. Zu Beginn des Festes soll Toison d’or einen Bericht über diese Reise geben. – frz. – Par monseigneur le duc, chief et souverain, messeigneurs Adolph de Cleves et de la Marke {55}, seigneur de Ravestain, Loys, seigneur de Gruythuse {61}, conte de Wyncestre, Phelippe de Croy {74}, conte de Chimay, Engelbert, conte de Nassuw {77}, seigneur de Breda, Wolffart de Borssele {79}, conte de Grantpré, seigneur de la Vere, Phelippe de Bourgoingne {82}, seigneur de Bevre, et Pierre, conte de Saintpol et de Brienne {83}, tous chevaliers, freres et compaingnons dudit ordre de la Thoison d’or, presens: M(artin) Steenberch.

Bem.:  Am Ende der Abschrift in Codex 45 (fol. 68r) vermerkte Steenberch, dass er von diesem Schreiben fünf Abschriften erstellt hatte, die der Wappenkönig zusammen mit dem Vorladungsschreiben jedem der genannten Mitglieder überreichen sollte. – Der obige Auftrag wurde von Fusil ausgeführt; vgl. dazu sein Bericht von 19. Jan. 1480 in Reg. 100. ← 273 | 274 →

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden 61 (anh. Ordenssiegel, teilw. beschädigt) (Türck’sche Systematik: 1. Partie § 2, 14 B).

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 67v-68r und 80v-81r.

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 207r-209v.

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 61 (nach Or.).

Erw.:  PB 4 § 122 und 240; Reg. 100; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 59; sowie oben in der Einleitung S. 26 f.

[14]78 Okt. 9, Brüssel       81

Hz. Maximilian fordert Jean de Neufchâtel {52}, Herrn von Montaigu, auf, persönlich am 30. April in Brüssel zu erscheinen. Während des am 2. Mai beginnenden Ordensfestes soll er zu seinem unentschuldigtem Fehlen bei dem im Mai 1478 abgehaltenen Fest84 sowie zu den 1473 zusammengetragenen Verfehlungen, die ihm durch Philippe Pot {60} mitgeteilt worden waren,85 Stellung nehmen. Falls er nicht persönlich teilnimmt, soll gegen ihn verfahren werden, wie es die Statuten vorsehen. Des Weiteren bittet er ihn, dem Überbringer dieses Schreibens schriftlich den Erhalt zu bestätigen und seine Absichten kundzutun. – frz.

Bem.:  Die Ausstellung dieses Briefes wurde schon am 1. Mai beschlossen; vgl. PB 4 § 120. Überbracht wurde der Brief dann durch den Persevant Rupelmonde, der auch das geforderte Schreiben mitbrachte; vgl. Reg. 98 und 102. Gilles de Rebecque, dit Ruplemonde, poursuivant d’armes de mondit seigneur, erhielt für diese Reise, avoir porté ses lettres closes en Bourgoingne adressans a monseigneur de Montaigu et d’illec aultres ses lettres closes a messires Philippe de Savoye {68}, seigneur de Bresse estant lors en sondit pays de Bresse, touchant certaines matieres et affaires de l’ordre de la Thoison d’or, de mondit seigneur dont il n’eult veult aultre ni plusieurs declaracion icy estre faicte, wofür er zwischen dem 9. Dez. 1478 bis 27. Jan. 1479 unterwegs war, von der hzl. Rechnungskammer 6 £ ausbezahlt; vgl. DB Heraudica ID Source 12753 (mit Zitat aus Lille, ADN, B 2118, fol. 232v).

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 62v und 74r.

Erw.:  PB 4 § 120, 223, 226 und 240; in Reg. 98, 108 und 109 sowie im Vorladungsschreiben für das Ordensfest von 1481 vom 22. Dez. 1480 (dazu ausführlicher in PB 5, Reg. sub dato).

[14]78 Okt. 9, Brüssel       82

Hz. Maximilian fordert Philipp von Savoyen {68} auf, beim nächsten Ordensfest persönlich zu erscheinen, um zu seinem unentschuldigtem Fehlen bei dem im Mai 1478 abgehaltenen Fest86 sowie zu den 1473 zusammengetragenen und ihm mitgeteilten ← 274 | 275 → Verfehlungen87 Stellung zu nehmen. Des Weiteren bittet er ihn, dem Überbringer dieses Schreibens schriftlich den Erhalt zu bestätigen und seine Absichten kundzutun. – frz.

Bem.:  Die Ausstellung dieses Briefes wurde am 1. Mai beschlossen und noch einmal am 9. Okt. bekräftigt; vgl. PB 4 § 120 und 209. Überbracht wurde der Brief dann durch den Herold Rupelmonde (vgl. Reg. 81 und 102), der seinerseits Philipps Antwort zu Hz. Maximilian brachte (Reg. 101).

Konz. Pap. (Steenberch): AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 G, Dok. 5.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 73v; AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 I, fol. 11r, Dok. 9 sowie Fasz. 14 K, fol. 11.

Erw.:  PB 4 § 120, 209, 223, 226 und 240 sowie in den Vorladungsschreiben zu dem Fest von 1481 vom 22. Dez. 1480 (dazu ausführlicher in PB 5, Reg. sub dato).

[14]78 Okt. 9, Brüssel       

Hz. Maximilian lädt die Mitglieder des Ordens vom Goldenen Vlies brieflich zum nächsten Ordensfest ein, das am kommenden 2. Mai in Brüssel beginnen soll. Im Falle einer Nichtteilnahme sollen die den Statuten entsprechenden Absageschreiben zugesandt werden. Des Weiteren bittet er die Empfänger, dem Überbringer dieses Schreibens schriftlich den Erhalt zu bestätigen und ihre Absichten kundzutun.

Bem:  Die Einladung beruht auf einem Beschluss des Ordens vom 2. Mai 1478. Dort wurde auch festgelegt, dass die Einladungsschreiben als mandement patent, donné en placcart ausgeführt und von Toison d’or oder anderen Herolden überbracht werden sollten, die dafür mit einer commission especiale sur ce soubz le seel d’icellui ordre auszustatten sind; vgl. PB 4 § 171. In einem Schreiben vom 7. Mai 1478 (Reg. 51) empfehlen einige Ordensmitglieder Hz. Maximilian, die Einladungsschreiben fünf bis sechs Monate vor Festbeginn auszusenden; vgl. PB 4 § 192. Am 9. Okt. erhielt Steenberch den Befehl, die Schreiben auszustellen; vgl. § 209.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 70v-71r (Formular für die ihm untergebenen Mitglieder, die mit treschier et feal cousin angeredet werden) und fol. 76v-77r (Formular für Mitglieder, die mit treschier et bien amé angeredet werden).88

Erw.:  PB 4 § 209, 223, 239, 240, 252 und 253 sowie in den Schreiben von Reg. 115–122.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Johann, Hz. von Kleve {47}      83

Bem.:  Dieses Schreiben wurde zusammen mit zwei weiteren (Reg. 89 und 90) durch einen namentlich nicht genannten porteur überbracht, dem Johann seine Antwortschreiben (Reg. 96 und 97) mitgab.

Erw.:  in Reg. 96, 97 und 107; PB 4 § 221, 229, 230 und 232.

An Ferdinand {72}, Kg. von Neapel. – lat.      84

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 70r-v. ← 275 | 276 →

An Adolf von Kleve {55}, Herr von Ravenstein (mon treschier et tresamé cousin). – frz.      85

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 71r-v.

An Pierre de Luxembourg {83}, Gf. von Saint-Pol (mon treschier et tresamé cousin). – frz.      86

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 73r-v und 77r-v.

An Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien. – lat.      87

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 72r-v.

An Bartholomäus von Liechtenstein {85}. – lat.      88

Bem.:  Er wird zusätzlich noch aufgefordert, schriftlich acht oder neun Wahlvorschläge zu schicken.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 72v-73r.

[14]78 Okt. 9, Brüssel       89

Der Orden vom Goldenen Vlies fordert Johann, Hz. von Kleve {47}, nach Erwähnung diverser an ihn gerichtete Schreiben (Reg. 5, 19, 39, 64) auf, beim nächsten Ordensfest persönlich zu erscheinen, um sein unentschuldigtes Fehlen bei dem im Mai 1478 abgehaltenen Fest zu begründen. – frz.

Bem.:  Seine Vorladung wurde am 1. Mai 1478 beschlossen und noch einmal am 2. Mai und 9. Okt. in Erinnerung gerufen; vgl. PB 4 § 121 und 171 und 209. Den Brief sollte Toison d’or überbringen, der sich dazu nicht mündlich äußern durfte (§ 209). Tatsächlich wurden der Brief zusammen mit den Einladungsschreiben aber von einem namentlich nicht genannten porteur überbracht; vgl. dazu Reg. 83.

Or.:  Verbleib nicht bekannt (mit Ordenssiegel).

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 59r-v.

Erw.:  PB 4 § 121, 171, 209, 221, 223, 229, 230, 232 und 240; in Reg. 95–97 und 107; im Schreiben Adolfs von Kleve an Hz. Johann, d.d. 1481 Mai 21, in dem über den Verlauf des Festes von 1481 berichtet (zeitgen. Kop. in PB 5, fol. 58v-59r); REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 100.

[14]78 Okt. 9, Brüssel       90

Hz. Maximilian schreibt in derselben Angelegenheit an Johann, Hz. von Kleve {47}. – frz.

Bem.:  Vgl. dazu auch die Angaben in Reg. 89.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 60r-v.

Erw.:  PB 4 § 221, 230, 232 und 240; in Reg. 95, 97 und 107.

[14]78 Okt. 9, Brüssel       91

Hz. Maximilian lädt Eduard IV., Kg. von England {63}, zum nächsten Ordensfest ein, das am kommenden 2. Mai in Brüssel beginnen soll. Mit Hinweis auf den von Eduard IV. anläßlich des letzten Ordensfest gesandten Briefes (Reg. 29) und mehrerer eigener Schreiben (Reg. 56 und 60) ermahnt Maximilian ihn, sich enstprechend des geleisteten Aufnahmeeides wie ein Ordensmitglied zu verhalten und bei Nichtteilnahme Stellver ← 276 | 277 → treter mit lettres patentes zu benennen. Des Weiteren bittet er ihn, dem Überbringer dieses Schreibens schriftlich den Erhalt zu bestätigen und seine Absichten kund zu tun. – frz.

Bem.:  Überbracht durch den Herold Ravenstein; vgl. Reg. 104 und 106.

Konz. Pap. (Steenberch): AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 F, Dok. 4.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 76r-v.

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 210r-v.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/26 (nach Kop. in BR Brüssel; datiert 9. März 1478).

Erw.:  PB 4 § 233; in Reg. 106; SCOFIELD, Edward IV., 2, 1923/1967, S. 239 (nennt einen Herold „Ostriche“ als Überbringer).

[Nach 1478 Okt. 9, Brüssel]      92

Der Orden vom Goldenen Vlies instruiert Bartholomäus von Liechtenstein {85}, wie er sich bei Kaiser Friedrich III. {94} verhalten soll, nachdem er diesem von dessen Wahl in den Orden unterrichtet hat. Bei Friedrichs Zustimmung soll er ihm den Aufnahmeeid abnehmen und ihm die Ordenskette übergeben. Sollte der Kaiser Bedenken zu seiner Aufnahme äußern, Modifikationen an den Statuten wünschen oder gar seine Wahl ablehnen, so soll Liechtenstein dies Hz. Maximilian und dem Orden in einem „geheimen“ Schreiben mitteilen.

Bem.:  Bei der Ordenssitzung am 9. Oktober in Brüssel wurde Liechtensteins Vorgehensweise mündlich besprochen und festgelegt, dass dieser dazu auch noch une petite instruction par forme de memoire erhalten solle.

Erw.:  PB 4 § 207.

1478 Okt. 31, Barcelona      93

Johann, Kg. von Aragon {57}, bestätigt Hz. Maximilian den Erhalt von Briefen mit Ordensangelegenheiten (Reg. 62) durch den Wappenkönig Hennegau89 sowie den Brief mit der Nachricht über Maximilians Waffenstillstand mit Ludwig XI., Kg. von Frankreich, dem er beigetreten ist.90 Des Weiteren gratuliert er Hz. Maximilian zur Übernahme der Ordenssouveränität. – lat. – eigenh. Unterschrift.

Bem.:  Vgl. dazu auch Reg. 94.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 65 (aufgedr. Verschlußsiegel) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 C).

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 193v-194v.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/24 (nach Kop. in BR Brüssel); RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 65 (nach Or.).

Erw.:  DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 58. ← 277 | 278 →

o. D. [Zwischen 1478 Okt. 31 und 1479 März 27]91      94

Notiz des Philippe de Croy {74} für den Ordenssekretär Martin Steenberch, mit der er diesem das Schreiben Kg. Johanns von Aragon {57} (Reg. 93) mit dem Auftrag sendet, dieses bis zum nächsten Ordensfest aufzubewahren. – frz. – eigenh. Unterschrift.

Bem.:  Steenberch vermerkte auf der Rückseite den Erhalt dieses Schreiben am 27. März 1479 (n. St.).

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 65.

[14]78 Nov. o. T., Brüssel       95

Die in Brüssel versammelten Ordensmitglieder Adolf von Kleve {55}, Ludwig von Brügge {61}, Philippe de Croy {74}, Engelbert von Nassau {77}, Pierre de Luxembourg {83}, Wolfart van Borssele {79} und Philipp von Burgund {82} schreiben dem Ordenskanzler Ferry de Clugny, der bei ihrer Versammlung gefehlt hatte. Sie bitten ihn, die von Steenberch in ihrem Auftrag geschriebenen und von ihnen geprüften Schriftstücke mit dem Ordenssiegel zu versehen. Es handelt sich dabei um die Vorladungsschreiben an die fünf in Frankreich befindlichen Ritter in Form von lettres patentes (Reg 75–79) und einen Brief an Johann, Hz. von Kleve {47}92. – frz.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 68v und 81r-v.

1478 Dez. 17, Kleve      96

Johann, Hz. von Kleve {47}, bestätigt den Mitgliedern des Ordens den Empfang von mehreren Schreiben (Reg. 83, 89 und 90), die das für den 2. Mai in Brüssel geplante Ordensfest anzeigen. – frz.

Bem.:  Vgl. dazu auch Reg. 97 sowie die Angaben zum Überbringer in Reg. 83.

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 66 (aufgedr. Verschlußsiegel unter Papier) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. zeitgen.: PB 4 § 229.

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 66 (nach Or.).

Erw.:  PB 4 § 228, 231 und 232; AOGV, Codex 34/1, S. 140; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 102.

1478 Dez. 17, Kleve      97

Johann, Hz. von Kleve {47}, bestätigt Toison d’or den Empfang von drei Briefen (Reg. 83, 89 und 90). – frz.

Bem.:  Vgl. dazu die Angaben in Reg. 96. ← 278 | 279 →

Or. Pap.:  AOGV, Urkunden, Nr. 66 (aufgedr. Verschlußsiegel unter Papier) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A).

Kop. zeitgen.: PB 4 § 230 und 232.

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 66.

Erw.:  PB 4 § 228 und 231; AOGV, Codex 34/1, S. 140; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 102.

[14]79 Jan. 8, Amance      98

Jean de Neufchâtel {52}, Herr von Montaigu, schreibt an Hz. Maximilian und bestätigt den Erhalt seines Einladungsschreiben zum Ordensfest (Reg. 81), das ihm der Persevant Rupelmonde überbracht hat.93 Er kündigt seine Teilnahme am Ordensfest an. – frz.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 D, Dok. 11 (mit Resten des Verschlußsiegels).

Druck: STERCHI, Überläufer, 2003, S. 98, Nr. 2; STERCHI, Umgang, 2005, S. 458, Anm. 306 (Teildruck).

Erw.:  in Reg. 109; STERCHI, Überläufer, 2003, S. 83; STERCHI, Umgang, 2005, S. 458.

o. J. [1478]94 Dez. 29, Tours      99

Jacques de Luxembourg {67} antwortet Hz. Maximilian in einem Brief auf die Vorladung zum kommenden Ordensfest (Reg. 76), die ihm der Herold Fusil überbracht hat. Er erklärt, dass er im Dienst Hz. Karls {34} gefangen genommen wurde, er trotzdem diesem weiterhin treu ergeben geblieben ist. Nach Karls Tod ist nun Kg. Ludwig XI. von Frankreich, bei dem er in Gefangenschaft war, sein souverain seigneur, da dieser der sucesseur heredital des Herzogtums Burgund ist. Damit ist Kg. Ludwig auch Souverän des Ordens vom Goldenen Vlies und kein anderer. Kg. Ludwig hat ihn in der Zwischenzeit auch freigelassen, in seinen Dienst und in seinen Orden von St. Michael aufgenommen.95 Zuletzt betont er die Wahrung seiner Ehre und dass die gefahrvollen Zeiten ihn bewogen haben, sich dem frz. König anzuschließen. – frz. – eigenhändige Unterschrift.

Bem.:  Vgl. dazu auch Reg. 100.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 D, Dok. 16 (mit Resten des Verschlußsiegels).96

Erw.:  PB 4 § 227; Reg. 100; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 10 sowie oben in der Einleitung S. 16 f., Anm. 17. ← 279 | 280 →

1479 Jan. 19 (n.St.), Hertogenbosch      100

Der Herold Fusil berichtet Hz. Maximilian und den Mitgliedern des Ordens vom Goldenen Vlies ausführlich über seine Reise nach Frankreich: Entsprechend seinem Auftrag (Reg. 80) reiste er nach Poitiers, wo er nach einigen Tage Wartezeit während der Weihnachtstage bei Ludwig XI., Kg. von Frankreich, in Gegenwart von zahlreichen Ratsmitgliedern sowie des Jacques de Luxembourg {67} vorsprechen durfte. Dort bat er um Erlaubnis, die Vorladungsschreiben für das kommende Fest des Ordens vom Goldenen Vlies an die an seinem Hof weilenden Vliesritter übergeben zu dürfen (Reg. 75–79). Darauf erwiderte Kg. Ludwig, dass er nach dem Tod Hz. Karls {34} der eigentliche Souverän des Ordens sei97 und sein Anliegen damit gegenstandslos. Ihm wurde dann aber doch noch erlaubt, in Gegenwart des kgl. Rates Jacques de Luxembourg das Vorladungsschreiben auszuhändigen. Dieser antwortete ihm, dass er von Kg. Ludwig aus seiner Gefangenschaft befreit worden sei und von diesem u. a. auch den Michaelsorden erhalten habe. Auch sehe er nach dem Tode Hz. Karls Kg. Ludwig als den rechtmässigen Souverän des Ordens vom Goldenen Vlies an. Vor seiner Abreise habe ihm Jacques de Luxembourg aber noch einen Brief an die Ordensmitglieder mitgegeben (Reg. 99). – frz. – eigenh. Unterschrift.

Bem.:  Fusil hat diesen Bericht dem Greffier des Ordens übergeben.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 C, Dok. 1.

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 198r-200v.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/25 (nach Kop. in BR Brüssel).

Erw.:  PB 4 § 225 und 227; AOGV, Codex 34/1, S. 139 f.; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 101; DÜNNEBEIL, Zeichen, 2012, S. 116 sowie oben in der Einleitung S. 13, Anm. 17.

[Vor 1479 Jan. 27, – ]98      101

Philipp von Savoyen {68} antwortet in einem Brief auf seine Vorladung (Reg. 82).

Bem.:  Überbracht durch den Poursivanten Rupelmonde.

Erw.:  PB 4 § 227.

o. D. [Zwischen 1479 Jan. 27 und März 12, – ]99      102

Bericht des Poursivanten Rupelmonde über seine Reise zu Philipp von Savoyen {68} (Reg. 82) und Jean de Neufchâtel {52} (Reg. 81), um diese zum kommenden Fest vorzuladen. Am 31. Dezember 1478 traf er am Hof Philipps von Savoyen ein. Dort übergab ← 280 | 281 → er seinen Brief Philipps Sekretär, Jehan Saynage, da es ihm nicht möglich war, persönlich mit Philipp zu reden. Kurz vor seiner Abreise am 31. Januar 1481 wurde ihm mitgeteilt, dass Philipps sich den Brief angeschaut habe, aber keine Antwort geben wolle. – frz. – eigenh. Unterschrift.

Bem.:  Rupelmonde hat diesen Bericht dem Greffier des Ordens übergeben. – Rupplemondes Reise wird auch im Antwortschreiben des Jean de Neufchâtel (Reg. 98) erwähnt.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 C, Dok. 6.

Erw.:  PB 4 § 226 und 227; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 101.

[Vor 1479 März 12, – ]      103

Hz. Maximilian fordert die Mitglieder und Amtsträger des Ordens vom Goldenen Vlies mit einer ordonnance auf, am 12. März 1479 zu einer außerordentlichen Ordenssitzung in Antwerpen zu erscheinen.

Bem.:  Zu der Versammlung am 12. März 1479 vgl. PB 4 § 231–238.

Erw.:  PB 4 § 232 und 237.

[Vor 1479 März 12, – ]100      104

Bericht des Herolds Ravenstein101 über seine Reise zu Eduard IV. {63}, Kg. von England, um diesen die Einladungsschreiben für das kommenden Ordensfest (Reg. 91) zu überbringen. – frz. – eigenh. Unterschrift.

Erw.:  PB 4 § 233; Reg. 106; AOGV, Codex 34/1, S. 140 f.; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 102.

[1479 März 12, Antwerpen]102      105

Hz. Maximilian beglaubigt in einem Kredenzbrief bei der Stadtobrigkeit von Brüssel Olivier de la Marche und Pierre de Chesne, die in seinem Auftrag das für den Mai geplante Ordensfest in Brüssel vorbereiten sollen.

Erw.:  PB 4 § 224.

[14]79 März 19 (n.St.), Antwerpen      106

Hz. Maximilian weist in einem Brief an Eduard IV., Kg. von England {63}, diesen darauf hin, dass er bisher noch keine Antwort auf sein durch den Herold Ravenstein überbrachte Einladungsschreiben zum Ordensfest (Reg. 91) erhalten hat. Weder von Ravenstein noch von Eduards Gesandtschaft, zu der auch Thomas de Montgomery gehört, hat er etwas den Orden betreffendes erfahren.103 Dankt aber für das Gratulationsschreiben (Reg. 70) zur Ordensübernahme und fordert ihn auf, sich als Ordens ← 281 | 282 → bruder zu betätigen und am kommende Ordensfeste teilzunehmen oder mit lettres patentes Stellvertreter zu benennen. – frz. – eigenh. Unterschrift. – Sekretär: M[artin] Steenberch.

Bem.:  Überbringer dieses Briefes war Armand de Quiquelberghes, dit Orscamp, aussi poursuivant d‘armes de mondit seigneur,104 der an diesem Tag von der hzl. Rechnungskammer 20 £ ausbezahlt bekam, um aler hastement de par mondit seigneur et porter ses lettres closes devers le tres excellent roy d’Engleterre ou qu’il fust touchant aucunes matieres secretes concernans le noble ordre de la Thoison d’or, dont icellui seigneur ne veult aultre declaracion icy estre faicte; vgl. DB Heraudica ID Source 12754 (mit Zitat aus Lille, ADN, B 2118, fol. 233r).

Kop. Pap. zeitgen.: AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 F, Dok. 2.

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F. J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 202r-203r.

Erw.:  PB 4 § 242.

[14]79 März 21, Antwerpen      107

Adolf von Kleve {55} schreibt im Auftrag des Ordens an seinen Bruder, Johann, Hz. von Kleve {47}, um ihn dazu bewegen, sein Stillschweigen gegenüber dem Orden zu beenden. – frz.

Kop. zeitgen.: PB 4 § 232.

Erw.:  PB 4 § 231; AOGV, Codex 34/1, S. 140; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 102.

1479 April 12, o. O. [Amance]105      108

Jean de Neufchâtel {52} bevollmächtigt nach Erhalt seines Einladungsschreiben (Reg. 81) Jakob von Savoyen {84}, Pierre de Luxemburg {83}, Philippe de Croy {74}, Jacques de Luxembourg {81}, Philipp von Burgund {82}, Ludwig von Brügge {61}, Josse de Lalaing {80} oder Jean de Lannoy {50} als seine Stellvertreter und entschuldigt sein persönliches Fernbleiben. – frz. – eigenh. Unterschrift.

Bem.:  Vgl. dazu auch die anderen Briefe von Jean de Neufchâtel vom selben Tag (Reg. 109 und 110).

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 67 (abh. Siegelrest) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 14 B).

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 67.

[14]79 April 12, Amance       109

Jean de Neufchâtel {52} schreibt an Hz. Maximilian und sagt seine Teilnahme am Ordensfest ab. Obwohl er nach Erhalt des Einladungsschreibens vom 9. Okt. 1478 (Reg. 81) seine Teilnahme angekündigt hatte (Reg. 98), erlaube ihm nun sein hohes Alter nicht, zum Ordensfest zu reisen. Ein weiterer Hindernisgrund sind seine Bemühungen, seine burgundischen Besitzungen zu verteidigen, wofür Maximilian ihn ← 282 | 283 → zu wenig finanziell unterstütze. Er sieht auch keine Notwendigkeit der correction, da er stets ein guter und loyaler Ritter ohne Tadel gewesen sei, der sich immer für das Haus Burgund eingesetzt habe. – frz.

Bem.:  Vgl. dazu auch die anderen Briefe von Jean de Neufchâtel vom selben Tag (Reg. 108 und 110).

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 D, Dok. 9 (mit Resten des Verschlußsiegels).

Druck: STERCHI, Überläufer, 2003, S. 98 f., Nr. 3; ders., Umgang, 2005, S. 458, Anm. 307 (Teildruck).

Erw.:  STERCHI, Überläufer, 2003, S. 82 f.; STERCHI, Umgang, 2005, S. 458.

[14]79 April 12, Amance       110

Jean de Neufchâtel {52} teilt Ludwig von Brügge {61} mit, dass er am Ordensfest nicht teilnehmen werden, die Gründe dafür werde ihm der Überbringer dieses Briefes mitteilen. Er bittet Ludwig, als seinen Stellvertreter beim Ordensfest zu fungieren. – frz.

Bem.:  Vgl. dazu auch die anderen Briefe von Jean de Neufchâtel vom selben Tag (Reg. 108 und 109).

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 D, Dok. 10.

Druck: STERCHI, Überläufer, 2003, S. 99, Nr. 4.

[14]79 April 13, Antwerpen       111

Instruktionen Hz. Maxmilians für Toison d’or, der die in Gent und Brügge weilenden Mitglieder aufsuchen soll, um diesen die Argumente für und wider einer Absage des geplanten Ordensfest darzulegen106. Zuletzt soll er von ihnen eine Abstimmung in schriftlicher Form verlangen. – frz. – eigenh. Unterschrift. – Sekretär: M[artin] Steenberch.

Bem.:  Bei einer außerordentlichen Sitzung in Antwerpen beschlossen Hz. Maximilian, vier anwesende Mitglieder und der Ordenskanzler, dass Toison d’or beauftragt werden sollte, die Meinung der in der Nähe befindlichen Mitglieder bezüglich der Verschiebung des Ordensfestes einzuholen; vgl. PB 4 § 242. Zur Antwort vgl. Reg. 112 und 113.

Kop. zeitgen.: AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 D, Dok. 6.

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 212r-213v und 223r-224v.

Reg.:  Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 59, Nr. 7481/30 (nach Kop. in BR Brüssel).

Erw.:  PB 4 § 242, 243 und 246.

1479 April 18, o. O. [Gent]      112

Jean de Melun {28}, Herr von Anthoing, Josse de Lalaing {80}, Herr von Montigny, Pierre de Luxembourg {83}, Gf. von Saint-Pol, und Jakob von Savoyen {84}, Gf. von Romont, stimmen für eine Verschiebung des Ordensfestes. – frz. – eigenh. Unterschriften. ← 283 | 284 →

Bem.:  Ein paar Tage zuvor hatte Hz. Maximilian Toison d’or zu ihnen nach Gent gesandt, um sie nach ihrer Meingung zu fragen; vgl. Reg. 111. – Am 20. April wurde die hier verzeichnete cedule auch noch von Jacques de Luxembourg {81}, Herrn von Fiennes, auf der Rückseite eigenhändig unterzeichnet.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 A, fol. 12 (unbesiegelt).107

Erw.:  PB 4 § 243, 245, 248 und 249.

o. D. [Vor 1479 April 22, Brügge]108      113

Ludwig von Brügge {61}, Herr von Gruuthuse, nennt in einer cedule seine Argumente für eine Absage des Ordensfestes. – eigenh. Unterschrift.

Bem.:  Ein paar Tage zuvor hatte Hz. Maximilian Toison d’or zu ihm nach Brügge gesandt, um nach seiner Meinung zu fragen; vgl. Reg. 111.

Or. Pap.:  AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 A, fol. 11 (unbesiegelt).109

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F. J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 229r.

Erw.:  PB 4 § 244 und 245.

[Vor 1479 April 22, – ]      114

Hz. Maximilian fordert die Mitglieder und Amtsträger des Ordens vom Goldenen Vlies auf, zu einer außerordentlichen Ordenssitzung am 22. April 1479 in Gent zu erscheinen.

Erw.:  PB 4 § 239.

[14]79 April 22, Gent       

Hz. Maximilian unterrichtet mit Briefen die Mitglieder des Ordens, dass aufgrund der Kriegsbedrohung durch Ludwig XI., Kg. von Frankreich das für den kommende 2. Mai in Brüssel geplante Ordensfest um ein Jahr verschoben wird.

Bem.:  In PB 4 § 251 wurde notiert, dass die Absage an alle Mitglieder gehen sollte, die sich nicht zu der am 22. April gehaltenen Sondersitzung eingefunden hatten (messeigneurs de l’ordre absens). Anwesend waren dabei Jean de Melun {28}, Ludwig von Brügge {61}, Josse de Lalaing {80} und Pierre de Luxembourg {83} (§ 239). Im Folgenden werden die Briefe an acht Mitglieder genannt, aber es fehlen Hinweise, ob auch die übrigen 14 Ordensritter unterrichtet wurden. Bei denjenigen mit langer Anreise (wie z. B. auch Bartholomäus von Liechtentein {85}) wird man wohl davon ausgegangen sein, dass sie das Absageschreiben nicht mehr rechtzeitig erhalten werden, weshalb Toison d’or nach Brüssel gesandt wurde, um diese dort zu empfangen (vgl. Reg. 126). Auch sollte dieser dort diejenigen Mitglieder empfangen, deren persönliche Anwesenheit beim Ordensfest von Hz. Maximilian eingefordert worden war, möglicherweise erhielten auch sie keine Absageschreiben.110 Die per ← 284 | 285 → sönliche Teilnahme der Könige Johann von Aragon {57}, Ferdinand von Neapel {72}, Eduard von England {63} und Ferdinand von Sizilien {71}, wurde von seiten des Ordens wohl nicht erwartet, vielleicht wurde ihnen deshalb die Absage des Festes auch nicht mitgeteilt. Auffällig ist, dass Jean de Lannoy {50} nicht als Empfänger eines Absageschreibens genannt wird, aber auch nicht in dem Prozeß der Entscheidungsfindung miteinbezogen war.

Erw.:  PB 4 § 250; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 103.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Adolf von Kleve {55}, Herr von Ravenstein. – frz.      115

Bem.:  Überbracht wurde dieser Brief von Colinet Rose, dit Lembourg, herault d’armes de mondit seigneur, der am 24. April 1479 für den Auftrag, porter hastivement et a toute dilligence lettres closes de mondit seigneur a messeigneurs de Ravestain, de la Veere {79} et d’Egmond {78}, quelque part qu’ilz fussent, touchant affaires secrez dudit ordre de la Thoison d’or, dont mondit seigneur ne veult aultre mencion icy estre faicte, 7 £ 4 sous ausbezahlt; vgl. DB Heraudica ID Source 12749 (mit Zitat aus Lille, ADN, B 2118, fol. 138v).

Kop. zeitgen.: PB 4 § 252.

An Jakob von Savoyen {84}, Gf. von Romont. – frz.      116

Kop. zeitgen.: PB 4 § 252.

An Philippe de Croy {74}, Gf. von Chimay. – frz.      117

Kop. zeitgen.: PB 4 § 253.

An Wilhelm von Egmond {78}. – frz.      118

Bem: Überbracht durch Herold Limburg; vgl. dazu Reg. 115.

Kop. zeitgen.: PB 4 § 253.

An Philippe von Burgund {82}, Herr von Bevern. – frz.      119

Kop. zeitgen.: PB 4 § 253.

An Engelbert, Gf. von Nassau {77}. – frz.      120

Kop. zeitgen.: PB 4 § 253.

An Wolfart van Borssele {79}, Gf. von Grantpré. – frz.      121

Bem: Überbracht durch Herold Limburg; vgl. dazu Reg. 115.

Kop. zeitgen.: PB 4 § 253.

An Jacques de Luxembourg {81}, Herr von Fiennes. – frz.      122 ← 285 | 286 →

Kop. zeitgen.: PB 4 § 253.

[14]79 April 22, Gent       123

Hz. Maximilian unterrichtet den Ordenskanzler Ferry de Clugny mit einem Brief über Verschiebung des Ordensfestes um ein Jahr. – frz.

Kop. zeitgen.: PB 4 § 254.

Erw.:  PB 4 § 250.

[14]79 April 22, Gent       124

Hz. Maximilian unterrichtet die Stadtobrigkeit von Brüssel in einem Brief davon, dass das geplante Ordensfest wegen kriegerischer Handlungen des französischen Königs nicht stattfinden kann. Er sagt ihnen aber zu, dass das Fest ein Jahr später wie geplant in ihrer Stadt nachgeholt werden soll. Gleichzeitig beglaubigt er Philippe du Chesne, seinen Rat und Hofmeister seiner Frau Maria, der ihnen seine Entscheidung noch einmal persönlich erklären wird. – frz. – eigenh. Unterschrift – Sekretär: M[artin] Steenberch.

Kop. zeitgen.: PB 4 § 255.

[14]79 April 22, Gent       125

Hz. Maximilian unterrichtet den Ordenstrésorier Jean Gros mit einem Brief über Verschiebung des Ordensfestes um ein Jahr. – frz.

Erw.:  PB 4 § 250.

[1479 April 22, Gent]      126

Der Orden vom Goldenen Vlies beauftragt seinen Wappenkönig Toison d’or, Gilles Gobet, nach Brüssel zu reisen, um dort von der Mittagszeit des 1. Mai an drei Tage lang eintreffende Ordensmitglieder oder deren Gesandte zu empfangen. Er soll ihnen dann die Absage des Festes mitteilen, eingehende Schriftstücke entgegen nehmen und Gesandte, so fern sie es wünschen, zu Hz. Maximilian bringen.

Bem.:  Dies wurde bei der außerordentlichen Ordenssitzung am 22. April beschlossen; vgl. PB 4 § 250. Siehe dazu auch den Bericht von Toison d’or über diesen Auftrag in Reg. 127.

Or.:  Verbleib nicht bekannt (mit Ordenssiegel).

Erw.:  PB 4 § 250 und 256 sowie in Reg. 127.

1479 Mai 5, Brüssel      127

Der Wappenkönig Toison d’or, Gilles Gobet, berichtet Hz. Maximilian und den Mitgliedern des Ordens vom Goldenen Vlies in einem Brief ausführlich, dass er gemäß seines Auftrages (Reg. 126) nach Brüssel gereist ist und dort zwischen dem 30. April und 4. Mai vergeblich auf anreisende Mitglieder, deren Gesandte oder Schriftstücke gewartet hat.111 – frz. – eigenh. Unterschrift. ← 286 | 287 →

Or. Perg.:  AOGV, Urkunden, Nr. 68 (abh. Siegel ab und verloren) (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 14 A).

Kop. zeitgen.: PB 4 § 256.

Kop. (18. Jh.): Brüssel, BR, ms. 20.851 (F. J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 225r-226r.

Reg.:  RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 68 (nach Or.).

Erw.:  REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 103 f.; KOLLER, Service, 1971, S. 140 mit Anm. 6; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 59.

[1479 vor Dez. 29, – ]      128

Hz. Maximilian fordert mit einer ordonnance die Mitglieder und den Kanzler des Ordens vom Goldenen Vlies auf, sich am 29. Dezember bei ihm in Gent zu einer außerordentlichen Sitzung einzufinden.

Erw.:  PB 4 § 257.

[1480 Januar 17 (n.St.), Brüssel]112      129

Hz. Maximilian beauftragt Nikolaus de Gondeval, seinen Rat und Trésorier, und Woutre de Housdam, den garde de ses joyaulx,113 für vier verlorene Ordensketten gleichwertigen Ersatz herstellen zu lassen.

Bem.:  Vgl. dazu auch Reg. 139.

Erw.:  PB 4 § 262; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830; S. 105.

[14]80 Jan. 17, Brüssel       

Hz. Maximilian verkündet den Mitgliedern mit Königswürde freudig die Geburt seiner Tochter Margarete, die am 10. Januar zur Welt gekommen ist, und dass sie nach seiner Schwiegermutter benannt wurde.114 Des Weiteren teilt er mit, dass er nach Beratung mit einigen Mitgliedern des Ordens vom Goldenen Vlies beschlossen hat, aufgrund der politisch unsicheren Lage das für den kommenden Mai geplante Ordensfest115 um ein weiteres Jahr zu verschieben. Die dazu erforderlichen Einladungsschreiben werde er zeitgemäß versenden.

Erw.:  PB 4 § 258 und 260; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 104.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Eduard IV. {63}, Kg. von England. – frz.      130

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 82v-83v.

An Ferdinand {72}, Kg. von Neapel. – lat.      131

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 82r-v. ← 287 | 288 →

An Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien.      132

Bem.:  Vermutlich handelt es sich um diesen Brief, den Guillaume le Peletier als Herold Namur116 überbringen sollte, als die hzl. Rechnungskammer ihm am 12. Febr. 1480 66 £ auszahlte, pour avoir porté lettres closes d’icellui seigneur au roy de Castille touchant le fait de l’ordre de la Thoison d’Or, dont il ne veult autre declaracion icy estre faicte.

Erw.:  DB Heraudica ID Source 13292 (mit Zitat aus Lille, ADN, B 2121, fol. 314r).

1480 Dez. 1, Gent       

Hz. Maximilian teil verschiedenen Ordensmitgliedern mit, dass er sich anläßlich des St. Andreas-Tages (30. Nov.) mit verschiedenen Mitgliedern getroffen hat. Dabei wurde festgestellt, dass diverse Ordensangelegenheiten zu regeln seien; aufgrund der geringen Anzahl sei die Versammlung abernicht beschlussfähig gewesen. Deshalb fordert er die Adressaten auf, am 9. Dezember in Brügge zu erscheinen. – frz. – eigenh. Unterschrift.

Erw.:  PB 4 § 263 und in der Einleitung S. 33.

Folgende Exemplare sind bekannt:

An Josse de Lalaing {80}.      133

Or. Pap.:  OGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 I, fol. 4, Dok. 3.

An Adolf von Kleve {55}, Herr von Ravenstein. – frz.      134

Erw.:  in Reg. 135.

[14]80 Dez. 12, Brügge       135

Hz. Maximilian wendet sich mit einem Brief an Adolf von Kleve {55}, Herrn von Ravenstein: Nachdem dieser seiner Aufforderung, am 9. Dez. nach Brügge zu kommen (Reg. 134), nicht nachgekommen ist, fordert er ihn nun auf, persönlich bei ihm zu erscheinen oder eine Erklärung abzugeben. – frz.

Konz. Pap. (Steenberch): OGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 I, fol. 18r-v, Dok. 13.

1480 Dez. [20–24]117, Brügge      136

Für das im kommenden Mai geplante Ordensfest stellt der Orden vom Goldenen Vlies zahlreiche Einladungs- und Vorladungsschreiben aus.

Bem:  Die Einladungen beruhen auf einem Beschluss einiger Mitglieder, die sich im Dezember 1480 bei Hz. Maximilian versammelt hatten. Während der Sitzung am 20. Dez. 1480 wurde Steenberch beauftragt, die verschiedenen Einladungs- und Vorladungsschreiben aufzusetzen, und am 23. Dez. wurde der neugewählte Ordenskanzler Jean de Lannoy aufgefordert, die Schreiben mit dem Ordenssiegel zu versehen; vgl. dazu PB 4, § 263–275 und 281–282 sowie in der Einleitung S. 34. Über die Einladungs- und Vorladungsschreiben wurde erneut bei einer Sitzung im Jan. 1481 diskutiert, die im PB 5 beschrieben werden wird. Auch sonst finden sich ← 288 | 289 → in diesem Protokollbuch, das das Ordensfest von 1481 zum Thema hat, zahlreiche Verweise und auch kopiale Überlieferungen der Ein- und Vorladungsschreiben, deshalb wurde beschlossen, diese Schreiben ausführlich in PB 5 zu verzeichenen. Vgl. dazu PB 5, Reg. sub dato.

[Vor 1480 Dez. 23]      137

Engelbert von Nassau {77} quittiert Martin Steenberch den Erhalt einer neuen Ordenskette als Ersatz für die, die er während der Schlacht von Thérouanne verloren hatte.

Erw.:  in Reg. 139.

[Vor 1480 Dez. 23]      138

Desgleichen quittiert Philipp von Burgund {82}.

Erw.:  in Reg. 139.

1480 Dez. 23, o. O. [Brügge]118      139

Martin Steenberch, Sekretär des Ordens vom Goldenen Vlies, quittiert dem Trésorier Jean Gros, dass er die neuen Ordensketten, die als gleichwertiger Ersatz für die während der Schlacht von Thérouanne verlorenen Ordensketten angeschafft wurden, den rechtmässigen Besitzern Engelbert von Nassau {77} und Philipp von Burgund {82} übergeben hat, und dafür von jedem eine schriftliche Empfangsbestätigung (Reg. 137 und 138) erhalten hat. – frz.

Bem.:  Vgl. dazu PB 4 § 262.

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 97v.

1480 Dez. 23, Brügge      140

Hz. Maximilian bestätigt die Ernennung von Jean de Lannoy, Abt von Saint-Bertin bei Saint-Omer, zum Kanzler des Ordens vom Goldenen Vlies. Nach der Ernennung des alten Ordenskanzlers Ferry de Clugny zum Kardinal von San Vitale und seinem damit verbundenen Rücktritt als Ordenskanzlers wurde Lannoy bei seiner Versammlung mit einigen Ordensrittern und den übrigen Ordensamtsträgern zum neuen Ordenskanzler gewählt. Er hatte sogleich den Amtseid geleistet und das Ordenssiegel zur Verwahrung und Gebrauch erhalten. Des Weiteren bestätigt er Lannoy für dieses Amt eine jährliche Pension in Höhe von 200 Francs. – frz. – Par monseigneur le duc, chief et souverain, en son conseil de l’ordre de la Thoison d’or: M(artin) Steenberch.

Or.:  Verbleib nicht bekannt (mit Ordenssiegel).

Kop. zeitgen. (Steenberch): AOGV, Codex 45, fol. 95r-96r.

Erw.:  PB 4 § 278; AOGV, Codex 34/1, S. 147. ← 289 | 290 → ← 290 | 291 →


1      Diese Abschrift des Einladungsschreibens beginnt mit treschier et feal cousin und am linken Rand steht, dass diese Version aux communs chevaliers freres de l’ordre gesandt wurde. Es handelt sich demnach um einen Musterbrief für die untergebenen Mitglieder, die keine Königswürde besaßen und auch nicht direkt mit Hz. Maximilian oder dem Haus Burgund verwandt waren; letztere wurden mit treschier et tresamé cousin angeredet; vgl. dazu auch die Angaben in § 253, Anm. 236 sowie zu den Einladungsschreiben vom 9. Okt. 1479 in Reg. 83–88.

2      Zum Wappenkönig Flandern vgl. die Angaben in § 19, Anm. 97.

3      Zur Person des Wappenkönigs Hennegau vgl. die Angaben in § 19, Anm. 98.

4      Zur Person des Herold Limburgs vgl. § 19, Anm. 99.

5      Bei der correction im Jahr 1473 wurden folgende Kritikpunkte zusammengetragen: Bis dahin hatte Jean de Neufchâtel sich noch nicht zu seiner Rolle bei diversen Familienangelegenheiten, die beim Ordensfest von 1468 beanstandet wurden, geäußert. Dazu kam noch, dass die Ordensmitglieder ihn des Ungehorsams gegenüber Hz. Karl {34} und einer entscheidenden Anteilnahme am Verlust der Festung Buxy im Jahr 1471 bezichtigten. Da Jean bei diesem Ordensfest gefehlt hatte, wurde sein Stellvertreter Philippe Pot beauftragt, ihm die Vorwürfe schriftlich mitzuteilen. Dieser Brief ist am 14. Mai 1473 ausgestellt worden; vgl. dazu PB 3, S. 84–86, § 117–122, S. 158–161, § 252 und S. 176, Reg. 42.

6      Bei der correction Philipps von Savoyen im Jahr 1473 wurde kritisiert, dass er in den vergangenen Jahren von Hz. Karl {34} zahlreiche Ämter und Pensionen erhalten und ein gegenseitiges Hilfsbündnis unterschrieben hatte. Seine daraus erwachsenen Verpflichtungen kam er aber nicht nach, auch trug er nicht die Ordenskollane sondern nur das Vlies an einem Seidenband und beim Ordensfest fehlte er unentschuldigt. Am 14. Mai teilte ihm der Orden die Kritikpunkte schriftlich mit; vgl. PB 3, S. 76–80, § 96–103, S. 155–158, § 251 und S. 176, Reg. 41. Philippe de Savoyen erhielt diesen Brief nach eigenen Aussagen am 27. Jan. 1476 (n.St.) und antwortete darauf in einem Brief an den Orden d.d. o. J. [1476] Jan. 28, in dem er beteuert, dass es an seinem Lebensstil nichts zu beanstanden gebe; Or. Pap. mit eigenh. Unterschrift in AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 D, Dok. 7.

7      Zu Ferrette vgl. die Angaben in § 120, Anm. 96.

8      Vgl. dazu die Angaben in der Bemerkung.

9      Datum und Ausstellungsort nach den Angaben aus dem Schreiben von Reg. 43.

10    Matthias, Kg. von Ungarn, wurde während des Ordensfestes zum neuen Ordensmitglied gewählt, vgl. dazu u. a. § 132 und 150.

11    Alfons von Aragon (1448–1495), Hz. von Kalabrien, wurde nach dem Tod seines Vaters, Ferdinand {72}, 1494 König von Neapel und Jerusalem; zu seiner Person vgl. MOSCATI, Alfonso II d’Aragona, 1960, S. 330 f.; DEL TREPPO, Alfons II., 1980. Schon 1473 war sein Name auf der Kandidatenliste für neue Mitglieder zu lesen; vgl. PB 3, S. 113, § 176 und 117, § 177.

12    Zu seiner Person vgl. § 235, Anm. 155.

13    Girolamo Riario della Rovere (1443–1488) stammt aus der italienische Adelsfamilie Riario aus Savona war, war militärischer Befehlshaber und ein Neffe (Nepot) von Papst Sixtus IV., der ihn zum Herrn von Imola und Forlì ernannte; zu seiner Person vgl. u. a. LEE, Sixtus IV, 1978, S. 83 f.; MENNITI IPPOLITO, Riario, 1994.

14    Alfons Enriquez (1435–1485) entstammt einer alten Adelsfamilie in Kastilien, war ein Onkel Kg. Ferdinands und seit 1464 der Admiral von Kastilien; vgl. dazu u. a. VONES, Enriquez, 1986; ORTEGA GATO, Esteban, Los Enriquez, 1999.

15    Diego Hurtado de Mendoza (1417–1479) wurde 1475 zum Hz. von Infantado ernannt; vgl. u. a. VONES, Infantado, 1991; VONES-LIEBENSTEIN, Mendoza, 1993.

16    García Álvarez de Toledo († 1488) erhielt 1472 den erblichen Herzogstitel, der die Grafschaft Alba de Tormes in ein Herzogtum umwandelte. Darüber hinaus trug er u. a. auch noch den Titel des Marqués de Coria. Vgl. dazu u. a. MOLÉNAT, Toledo, 1997.

17    Pedro de Valesco (1425–1492) stammt aus einer Adelsfamilie Kastiliens und versah seit 1473 das Amt des Konstablers von Kastilien; vgl. dazu u. a. VONES, Velasco, 1997.

18    Juan Ramon Folch (um 1390–1486) wurde schon 1468 von Johann, Kg. von Aragon {57}, als möglicher Kandidat genannt; vgl. PB 3, S. 185, Reg. 74. Zu seiner Person vgl. u. a. UDINA, Cardona, 1983.

19    Rodrigo Alfonso Pimentel († 1499) gehörte dem Adel Kastiliens an, war 4. Gf. von Pimentel und wurde 1473 zum ersten Hz. von Benavente ernannt; vgl. dazu u. a. MONTERO TEJADA, Pimentel, 1993.

20    Pedro Fernandez Manrique († 1515); wurde 1482 zum Hz. von Najera ernannt; vgl. dazu u. a. MONTERO TEJADA, Manrique, 1993.

21    Er wird 1478 tatsächlich gewählt; vgl. § 105 mit Angaben zu seiner Person.

22    Mehrere der hier genannten Kandidaten (Ferdiands Söhne Alfons und Friedrich, Diomede Carafa, Francesco del Balzo und Ferrante Guevara) sind Mitglieder von Kg. Ferdiands Hermelinordens; vgl. BOULTON, Knights of the crown, 2000, S. 414 f. Sie konnten aufgrund des Exklusivitätsgebots (vgl. dazu § 28, Anm. 175) gar nicht in den Orden vom Goldenen Vlies gewählt werden.

23    Vgl. dazu die Angaben in Reg. 31 mit Anm. 10.

24    Kurfürst und Hz. Ernst von Sachsen (1441–1486) ist ein Bruder des 1478 gewählten Albrecht, Hz. von Sachsen {96}, und Begründer der Ernestinischen Linie der Wettiner; zu seiner Person vgl. u. a. BLASCHKE, Ernst von Sachsen, 1959.

25    Kg. Ferdinand hat hier seinen Sohn auf die Kandidatenliste gesetzt; zu seiner Person vgl. die Angaben in Reg. 31 mit Anm. 11.

26    Zur Person Albrecht (Achilles), Kurfürst und Markgf. der Brandenburg (1414–1486), vgl. u. a. BÖHM, Albrecht von Brandenburg, 1875; HEINRICH, Albrecht Achilles, 1980.

27    Im März 1478 gab es keinen amtierenden Pfalzgrafen namens Friedrich; Pfalzgraf war zu dieser Zeit Philipp († 1508). Er folgte seinem Onkel und Vormund Friedrich, der am 12. Dezember 1476 verstorben war. Es ist anzunehmen, dass Kg. Ferdinand aber genau diesen (verstorbenen) Friedrich meinte, der zu Lebzeiten im Spannungsfeld zwischen Ks. Friedrich III. {94}, dem Reich und Hz. Karl {34} eine wichtige Rollge gespielt hatte. 1473 stand sein Name auf der Kandidatenliste für mögliche neue Vliesritter. Zu seiner Person vgl. u. a. PB 3, S. 113, § 176 mit Anm. 405; KRIEGER, Friedrich, 1989; HOLTZ, Friedrich I., 1995; EHM, Burgund, 2002, S. 101 ff.; PARAVICINI, Adelskultur, 2002, S. 461 ff.

28    Zu ihm vgl. die Angaben in § 10 mit Anm. 58.

29    Johann II., Hz. von Kleve (1458–1521), ist der Sohn des Vliesritters Johann I., Hz. von Kleve {47}, der es gerne gesehen hätte, wenn sein am burgund. Hof aufgewachsener Sohn Hz.in Maria geheiratet hätte; vgl. dazu § 9, Anm. 49 und zur Person u. a. HARLESS, Johann II., 1881; PARAVICINI, Kleve, Geldern und Burgund, 22002, S. 626 mit Anm. 41; PB 3, S. 44 mit Anm. 92.

30    Zu seiner Person vgl. die Angaben in § 75 mit Anm. 18.

31    Zu Sigmund, Hz. von Österreich (1427–1496), einem Onkel Hz. Maximilians, vgl. u. a. BAUM, Sigmund der Münzreiche, 1987.

32    Zur Person Philiberts, Hz. von Savoyen (1465–1482), vgl. u.a DEMOTZ, Philibert, 1993.

33    Hier nominierte Ferdinand seinen zweiten Sohn Friedrich (1452–1504), der 1496 König von Neapel wurde. Friedrich war 1474 an den burgund. Hof gereist, wohl auch in der Hoffnung, mit Hz.in Maria vermählt zu werden; vgl. dazu u. a. PB 3, S. 180 f. und zur Person u. a. VULTAGGIO, Friedrich I. von Aragon, 1989.

34    Diomede Carafa († 1487), der aus einer Adelsfamilie aus Neapel stammte, war Erzieher und später Berater Kg. Ferdinands und wurde von diesem zum 1. Grafen von Maddaloni ernannt; zu seiner Person vgl. u. a. REUMONT, Carafa, 1851, S. 195–211; PASZTOR, Diomedo Carafara, 1983.

35    Francesco del Balzo (Bautro, Les Baux) († 1482), Hz. von Andria, war ein Cousin Kg. Ferdinands; vgl. dazu u. a. ES III/4 (1989) Tafel 745 f.

36    Er stammt aus einem Adelsgeschlecht Kastiliens und war Mitglied in Kg. Ferdinands Hermelinorden; vgl. VONES, Guevara, 1989.

37    Der kgl. Sekretär Johannes de Colonia hatte auch schon die Absageschreibe Kg. Ferdinands für das Ordensfest von 1468 ausgestellt; vgl. PB 2, S. 186, Reg. 25 und PB 3, S. 185, Nr. 74.

38    So die Angaben in Reg. 89.

39    Die ersten Einladungsschreiben (Reg. 7 und 18) gingen bei der Gefangennahme des Herolds Ferrette verloren; vgl. dazu die Angaben in Reg. 13.

40    Seit 1471 Abt des Klosters war er Hz. Maximilians Beichtvater und Rat; zu seiner Person vgl. Regg. Friedrichs III., Suppl. 1, 2008, S. 58 (mit Hinweis auf BERINGS/SIMAEY, S. Pierre de Gand, S. 96 ff.).

41    Sechs der hier von Jean de Melun vorgeschlagenen Kandidaten (diejenigen ohne eigene Fußnote) wurden 1478 tatsächlich in den Orden gewählt; vgl. § 154.

42    Zu ihm vgl. die Angaben in § 10 mit Anm. 58.

43    Zu seiner Person vgl. die Angaben in § 75, Anm. 20.

44    Wilhelm IV. (1455–1511) übernahm 1475 die Regentschaft über das Hzt. Jülich-Berg. Seine Politik war proburgundisch ausgerichtet. Er unterhielt enge Beziehungen zu Hz. Karl {34} und später auch zu Hz. Maximilian; zu seiner Person vgl. u. a. REDLICH, Wilhelm IV., 1989.

45    Zu seiner Person vgl. die Angaben in Reg. 37, Anm. 26.

46    Jean de Ligne (1435–1491) wurde erst 1481 in den Orden vom Goldenen Vlies gewählt; vgl. Chevaliers de la Toison d’or, 22000, Nr. 87.

47    Zu seiner Person vgl. die Angaben in § 235 mit Anm. 155.

48    Möglicherweise handelt es sich dabei um Wolfart van Borssele {79}, der bei diesem Fest tatsächlich gewählt wurde. Wolfart hatte mit seiner Heirat von Maria Stuart, der Tochter Jakobs I., Kg. von Schottland, den Titel des Grafen von Buchan verliehen bekommen. Allderdings verlor er diesen Titel mit dem Tod Marias im Jahr 1465. Zu seiner Person vgl. die Angaben in § 138, Anm. 170.

49    Diese cedule wurde am 30. April dem Orden vorgelegt.

50    Vgl. dazu die Auflistung der verstorbenen Mitglieder in PB 4, § 153, aber auch § 26 f. und 32–34.

51    Tag und Ort, wo die Ausstellung der Urkunde vom versammelten Orden vom Golden Vlies beschlossen wurde. Möglicherweise wurde sie auch auf den Tag seiner provisorischen Ernennung, die nach KOLLER, Service, 1971, S. 63 f., am 29. Nov. 1477 erfolgte, rückdatiert; so geschehen bei der Ernennung Ferry de Clugny zum Ordenskanzler im Jahr 1473; vgl. PB 3, S. 178, Reg. 51.

52    Zu seiner Wahl vgl. § 138 und 154.

53    Zwischen 1468 und 1475 ist Jean de Sainte-Aldegonde als Herold Lothier belegt; vgl. DB Prosopographia Curiae Burgundicae, ID n° 2706; DB Heraudica, ID Person n° 16 und n° 57.

54    Lt. VANDER LINDEN, Itinéraires, 1934, S. 36, befand sich Hz. Maximilian in Valenciennes.

55    Lt. VANDER LINDEN, Itinéraires, 1934, S. 37, befand sich Hz. Maximilian in Pont-à-Vendin.

56    Vgl. dazu in der Einleitung S. 30 mit Anm. 91.

57    Lt. VANDER LINDEN, Itinéraires, 1934, S. 387, befand sich Hz. Maximilian am 13. Juli in Pont-à-Vendin und am 23. Juli in Lille.

58    Oliver King war zwischen 1476 und 1480 als Sekretär für frz. Sprache in der Kanzlei Kg. Eduards IV. tätig, danach wurde er zu dessen persönlichen Sekretär ernannt; zu seiner Person vgl. OTWAY-RUTHVEN, King’s Secretary, 1939, S. 102–103, 129, 156.

59    Zum Wappenkönig Flandern vgl. die Angaben in § 19, Anm. 97.

60    Zu seiner Person vgl. die Angaben in Reg. 63, Anm. 53.

61    Vermutlich sind hier die Schreiben aus Reg 63, 65 und 67 gemeint.

62    Lt. VANDER LINDEN, Itinéraires, 1934, S. 42–44, befand sich Hz. Maximilian den gesamten Oktober hindurch in Brüssel.

63    Zu Hz. Karls Privileg vgl. PB 3, S. 143–146, § 229 f., dazu auch ebenda S. 21 f. und S. 175, Reg. 39 (mit Angaben zur weiteren Überlieferung); DÜNNEBEIL, Entwicklung, 2007, S. 22–24 und S. 34 f. (Druck von Hz. Karls Privileg); DÜNNEBEIL, Beherrschung, 2010, S. 180. Vgl. dazu die Angaben in § 172, Anm. 265.

64    Hier fehlt der Passus von 1473, dass die Ordensritter Adolf von Kleve {55} und Anton, Bastard von Burgund {54}, wählen konnten, ob sie sich in die Reihe der Blutsverwandten oder in die Reihe der Vliesritter einordnen wollten.

65    Zu Georg von Baden, Ebf. von Metz, vgl. die Angaben in § 5 mit Anm. 17.

66    Zu Christoph von Baden vgl. die Angaben in § 10 mit Anm. 58.

67    Vermutlich handelt es sich hier um Gf. Haug von Werdenberg († 1508), der unter Ks. Friedrich III. {94} und Maximilian zahlreiche wichtige politische Funktionen einnahm, und beiden zwischen 1477 und 1487 diente; HEINIG, Friedrich III., 1997, S. 353.

68    Zu Jan van der Bouverien, Herr von Wiere, vgl. die Angaben in § 47 mit Anm. 239.

69    Zu Jean Carondelet, Herr von Champvans, vgl. die Angaben in § 47 mit Anm. 241.

70    Zu Abt Philippe Conrault vgl. die Angaben in Reg. 44 mit Anm. 40.

71    1477 wird Nicolas de Ruter († 1509) als der erste Sekretär von Hz.in Maria und Hz. Maximilian bezeichnet, er war aber auch schon unter ihrem Vater Hz. Karl tätig; zu seiner Person vgl. GACHARD, Ordonnance 1477, 1857, S. 122; COCKSHAW, Prosopographie, 2006, S. 82 f., Nr. 84.

72    In den Kopien finden sich diese Angaben im Anschluss an den Urkundentext.

73    In Hz. Maximilians Hofordnung von Sept. 1477 wurden Fastré Hollet in seiner Funkton als Rechnungsprüfer und garde de ses joyaulx jeweils ein halbes Jahr lang eine tägliche Zuwendung von 12 solz zugesprochen; vgl. GACHARD, Ordonnance 1477, 1857, S. 123.

74    Zur Person Oliviers de la Marche vgl. die Angaben in § 20, Anm. 105.

75    Zu seiner Person vgl. die Angaben in § 95 mit Anm. 57.

76    Zu seiner Person vgl. die Angaben in § 262 mit Anm. 288.

77    Die entsprechenden Vermerke druckt Regesten Friedrichs III., Suppl. 1, 2008, S. 67 f.

78    Der Eintrag wurde in Folge des 1481 während des Ordensfestes gefaßten Beschlusses zur weiteren Verbreitung des Privilegs verfasst; dazu mehr oben in der Bemerkung.

79    Kop. Pap.: Lille, ADN, B 204, Anhang, fol. 1r-6r (zeitgen.; erstellt nach dem Or. vom Greffier des Ordens Nicolas Nicolai [† 1571]); AOGV, Akten, Karton 4 (16. Jh.; Türck’sche Systematik: 1. Partie § 1, 4); AOGV, Akten, Karton 23, 1720, Nr. 2. Reg.: Inv. AD Nord B, Rép. num., 1921, S. 86 (nach Kop. in Lille); Inv. AD Nord B, I/1, 1899, S. 195 (nach Kop. in Lille). Erw.: REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 82, Anm. 3 und S. 456 f.

80    Zu diesen drei Statutenbüchern vgl. die Angaben in PB 1, S. 191.

81    Sein Name fehlt im Kanzleivermerk des Schreibens an Anton, Bastard von Burgund (Reg. 75).

82    Diese Vorladungsschreiben werden ausführlich in PB 5, Reg. sub dato dokumentiert; vgl. dazu auch die Angaben in Reg. 136.

83    Für den Hinweis danke ich Prof. Werner Paravicini (Kiel).

84    Tatsächlich hatte Jean seine Teilnahme am Ordensfest abgesagt (Reg. 43). Das Schreiben kam jedoch nicht rechtzeitig zum Ordensfest an und ist wohl danach auch ignoriert worden.

85    Vgl. dazu die Angaben in Reg. 7 mit Anm. 5.

86    Tatsächlich hatte Philipp von Savoyen auf die Einladung geantwortet, das Schreiben ging aber bei der Gefangennahme des Boten, dem Herold Ferrette, verloren; vgl. Reg. 26.

87    Vgl. dazu die Angaben in Reg. 8 mit Anm. 3.

88    Vgl. dazu auch die Angaben bei Reg. 1 mit Anm. 1.

89    Zur Person des Wappenkönigs Hennegau vgl. die Angaben in § 19, Anm. 98.

90    Im Ordensarchiv befindet sich dazu noch eine Notariatserklärung, dass Kg. Johann dem Waffenstillstand am 28. Oktober beigetreten ist. Or. Pap.: AOGV, Urkunden, Nr. 64 (Türck’sche Systematik: 2. Partie § 2, 13 A); Reg.: RUWET, Vienne, 1956, S. 775, Nr. 64.

91    Zeitlich liegt dieses Schreiben zwischen Reg. 93 und der Übergabe an Steenberch am 27. März 1479.

92    Im Brief steht une autre close pour monseigneur de Cleves. Im Zusammenhang mit den Einladungsschreiben wurden jedoch drei verschiedene Schreiben an Hz. Johann verfasst (Reg. 83 und 89 f.), aber nur bei dem aus Reg. 89 ist bekannt, dass dieses das Ordenssiegel trug.

93    Vgl. dazu auch Rupelmondes Bericht über diese Reise in Reg. 102.

94    Die Jahreszahl ergibt sich durch die Erwähnung in Reg. 100.

95    Jacques de Luxembourg zählte zur engeren Umgebung Hz. Karls und wurde häufig als burgund. Truppenführer und Gesandter eingesetzt; vgl. u. a. PAVIOT, Jacques de Luxembourg, 2000; zu seinem Wechsel zu Kg. Ludwig XI. vgl. die Angaben in § 29 mit Anm. 178.

96    Bei diesem Stück ist gut das Wasserzeichen mit einem Einhorn, welches auch bei PB4 verwendet wurde [vgl. oben S. 38], zu sehen.

97    Il est verité dire, lors me dit que lui [Kg. Ludwig XI.] mesmes estoit chief et souverain de l’ordre de la Thoison d’or. Et qu’il apartenoit alui et quant ainsi seroit que le duc Charles seroit mort sur son lit et non pas en bataille, si doit revenir ledit ordre a la couronne et non pas par confiscacion mais par empenaige.

98    Ruplemonde kehrte von seiner Reise am 27. Jan. 1479 zurück; vgl. dazu die Angaben in Reg. 81.

99    Am 27. Jan. 1479 kehrte Rupelmonde von seiner Reise zurück (vgl. dazu die Angaben in Reg. 81) und am 12. März wurde bei dem außerordentlichen Treffen des Ordens über diesen Bericht gesprochen.

100  Am 12. März wurde bei dem außerordentlichen Treffen des Ordens über diesen Bericht gesprochen.

101  Zur Person Ravensteins vgl. die Angaben in § 233, Anm. 140.

102  Bei der außerordentlichen Sitzung des Ordens in Antwerpen wurde dies am 12. März 1479 beschlossen.

103  Vgl. dazu auch die Angaben in § 233.

104  Armand de Quiquelberghe ist zwischen 1477 und 1479 in diesem Amt belegt; vgl. DB Heraudica ID person 118 und 223.

105  Entsprechend des genannten Ausstellungsort bei den anderen Schreiben von Jean de Neufchâtel vom selben Tag.

106  Die mitgeteilten Argumente entsprechen inhaltlich dem, was in § 239–242 notiert wurde.

107  Zu diesem Bestand vgl. die Angaben in § 239, Anm. 173.

108  Am 22. Mai wurde über diese cedule gesprochen.

109  Zu diesem Bestand vgl. die Angaben in § 239, Anm. 173.

110  Zum Kreis dieser Mitglieder zählen die in Frankreich befindlichen Philippe Pot {60}, Philippe de Crèvecœur {69}, Jacques de Luxembourg {67}, Jean de Damas {65} und Anton, Bastard von Burgund {54}, aber auch Jean de Neufchâtel {52}, Philipp von Savoyen {68} und Johann, Hz. von Kleve {47}; vgl. Reg. 75–82 und 89–91.

111  Jean de Neufchâtel {52} hatte aber Absageschreiben entsandt (vgl. Reg. 108–110), sie scheinen Anfang Mai noch nicht in Brüssel angekommen zu sein.

112  Bei der außerordentlichen Sitzung des Ordens am 17. Jan. 1480 wurde dies beschlossen.

113  Zur Identifizierung der beiden Adressaten vgl. die Angaben in § 262.

114  Zu ihrer Person vgl. u. a. BLOCKMANS, Margarete von Burgund, 1993; EICHBERGER, Women of Distinction, 2005.

115  Vgl. die Einladungsschreiben in Reg. 115–122.

116  Zu ihm vgl. die Angaben in § 19, Anm. 100.

117  Die einzelnen Schreiben wurden zwischen dem 20. und 24. Dez. 1481 datiert.

118  Vgl. den Ausstellungsort von Reg. 140.