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Macht und Ohnmacht einer Zentralregierung

Die Bourbonen und das Problem des Banditenwesens im Königreich Neapel des 18. Jahrhunderts

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Ronald Richter

Ein seit Jahrhunderten bestehendes, bis heute aktuelles Problem Süditaliens ist die organisierte Bandenkriminalität. Ronald Richter befasst sich mit dem bisher nur wenig erforschten Banditenwesen im Königreich Neapel des 18. Jahrhunderts. Er konzentriert sich auf die Zeit zwischen der erneuten Machtübernahme der spanischen Bourbonen 1734 und der erstmaligen Flucht der königlichen Familie Ende 1798 nach Sizilien. Ihn beschäftigt die Frage, wie die Zentralregierung in Neapel und die ihr in den Provinzen unterstehenden Instanzen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Machtmitteln versuchten, ihren Herrschaftsraum unter Kontrolle zu halten und das Banditenunwesen einzudämmen – und warum sie an dieser Aufgabe scheiterten.
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III. Zusammenfassung und Ausblick

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1. Einleitung

Dieses abschließende Hauptkapitel, in dem zum einen eine Synthese und zum anderen schließlich noch ein Ausblick darauf geboten werden soll, wie sich das Problem des Banditenwesens im Weiteren von der Gründung der ephemeren Parthenopäischen Republik im Januar 1799 bis hinein in das erste Jahrzehnt der Existenz des 1861 von den Piemontesen begründeten italienischen Nationalstaates darstellte, gliedert sich in insgesamt drei größere, voneinander abgrenzbare thematische Abschnitte: Im ersten thematischen Abschnitt geht es in synthetischer Form gemäß dem primären Ziel der Untersuchung um die Entwicklung der Banditenwesens in den Provinzen des Königreiches Neapel der frühen Bourbonenzeit, die Art und Weise, in welcher die neapolitanische Zentralregierung und die ihr in den Provinzen unterstehenden Herrschaftsinstanzen versuchten, diese zu bekämpfen bzw. einzudämmen, und die damit verbundenen Probleme, die dazu führten, dass man von Seiten Neapels letzten Endes selbst nach einer jahrzehntelangen Konfrontation mit dieser Plage keinerlei Ansatz für eine langfristige Lösung gefunden hatte und zum Ausgang des 18. Jahrhunderts schließlich nach wie vor den zahlreichen Räuberbanden, welche zuhauf die Provinzen durchzogen, mit den bescheidenen Mitteln, über welche man dort verfügte, weitestgehend machtlos gegenüberstand. Da das Banditenwesen im Königreich Neapel der frühen Bourbonenzeit sowohl durch den Übertritt einzelner Banditen oder auch ganzer Banden auf das Territorium des Kirchenstaates und umgekehrt, wie schon in den Jahrhunderten davor, als auch durch das Recht der Kirche, in denjenigen Orten, die ihrer Jurisdiktion unterstanden,...

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