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Werte im Literaturunterricht

Entwicklungspsychologische Grundlagen, professionelles Lehrverhalten, methodische Schritte zur Arbeit in heterogenen Gruppen

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Joachim Schulze-Bergmann

Mit der Behandlung literarischer Texte im Schulunterricht werden Wertvorstellungen vermittelt, deren Wahrnehmung und Verständnis von entwicklungspsychologischen Voraussetzungen abhängig ist. Die Geltungsansprüche dieser Handlungsimperative können in einer Lerngruppe unterschiedlich wirksam sein und zu Kontroversen führen – das 4-Phasen-Modell von Kreft sichert hier den methodischen Rahmen für eine geleitete Erschließung von normativen Textinhalten. Dennoch erwirbt weniger als ein Viertel eines Jahrgangs eine literar-ästhetische Kompetenz, es wird deshalb ein Kurssystem nach finnischem oder neuseeländischem Vorbild vorgeschlagen.
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Kapitel 2

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In diesem Kapitel werden folgende Fragen gestellt:

• Was mein Kreft mit dem Begriff ‚ästhetische Kompetenz‘?

• Welche literaturdidaktischen Beobachtungen liegen für die Förderung der ästhetischen Kompetenz vor?

• Welche aktuellen Begriffs-Erläuterungen zum Wirkungszusammenhang von Identifikation, Empathie und Affekten beim Lesen sind zu nennen?

• Wie lässt sich das 4-Phasen-Modell begründen?

2. Interaktionskompetenz und ästhetische Kompetenz: Modell und didaktische Anwendung

Die Auswertungen der PISA-Ergebnisse verweisen auf unterschiedliche Leseleistungen gegenüber den drei zum Einsatz gebrachten Textformaten. Das ist überraschend und interpretationsbedürftig. Am besten werden Textformate mit grafischen Darstellungen, also diskontinuierliche Texte, bewältigt, es folgen Sachtexte und am schlechtesten werden literarische Textformate erschlossen. Es ist nicht erkennbar, dass ein guter Sachtext-Leser zugleich ein guter Leser fiktionaler Texte ist. Dieses Ergebnis gilt für Mädchen wie für Jungen und auch im internationalen Vergleich.79

In der Folge dieser Daten haben sich einige Fachdidaktiker des LU auf den Weg gemacht, bestimmte Rezeptionsvorgänge im Umgang mit literarischen Texten so zu operationalisieren, dass diese Prozessanteile messbar werden.80 Diese Richtung wird im literaturdidaktischen Fachdiskurs nicht widerspruchslos geteilt. Vielmehr sucht man den Anschluss an das von J. Kreft postulierte Kompetenz-Modell und ist bemüht, diese Perspektive zu vertiefen. Diese Rekonstruktion älterer literaturdidaktischer Positionen und Forschungsergebnisse kann aktuell durch Arbeitsergebnisse ergänzt werden, welche erst in den vergangenen 10 Jahren veröffentlicht wurden bzw. z. T. noch bearbeitet werden. Dies gilt im Besonderen für die Rekonstruktion...

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