Show Less
Restricted access

Die Europäisierung der Regelungen zur grenzüberschreitenden Verschmelzung von Kapitalgesellschaften

Series:

Gerda Ochs

Angesichts der grenzüberschreitenden Verschmelzung von Unternehmen untersucht Gerda Ochs die Auswirkungen des 2. UmwÄndG und des SEStEG. Das UmwG und das UmwStG reduzieren bei einer Verschmelzung den administrativen Aufwand und erlauben unter bestimmten Voraussetzungen die Übertragung stiller Reserven. Bestehen Unterschiede zwischen der Behandlung von rein nationalen Verschmelzungen und solchen mit Auslandsbezug? Entsprechen die Regelungen europarechtlichen Vorgaben sowie den ökonomischen und systemtragenden Prinzipien des Steuerrechts? Sind sie geeignet, die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu stärken? Diesen und weiteren Fragen geht die Autorin in ihrem Buch nach.
Show Summary Details
Restricted access

2. Terminologien und ökonomische Kriterien der Besteuerung im Kontext der Umwandlung

Extract



2.1 Der Begriff der Umwandlung

Allgemein lässt sich die Umwandlung als Fortführung einer wirtschaftlichen Einheit in anderer Rechtsform beschreiben. Dabei fallen unter den Terminus Umwandlung zivilrechtlich Änderungen der Unternehmensstruktur durch Umstrukturierungen i. S. d. Umwandlungsgesetzes (UmwG), die Einbringung, die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, die Realteilung und die Anwachsung.13

Zu unterscheiden ist zwischen Umwandlungen eines Unternehmens mit Vermögensübergang und einem reinen Formwechsel (ohne Vermögensübergang).14

Generell können Vermögensübertragungen im Rahmen der Gesamtrechtsnachfolge oder im Rahmen der Einzelrechtsnachfolge erfolgen.15

2.1.1 Die Einzelrechtsnachfolge

Unter dem Begriff der Einzelrechtsnachfolge (Singularsukzession) versteht man den Eintritt einer Person in einzelne Rechte und Pflichten einer anderen Person.16 Die bedeutendsten Übertragungsformen im Wege der Einzelrechtsnachfolge sind die Übertragung von Schulden durch Schuldübernahme bei Zustimmung des Gläubigers nach §§ 414, 415 BGB, die Übertragung von Forderungen durch Abtretung nach § 398 BGB, die Übertragung beweglicher Sachen durch Einigung und Übergabe nach § 929 BGB und die Übertragung von Grundstücken durch notariell beurkundete Einigung mit anschließender Eintragung der Auflassung in das Grundbuch nach § 873 BGB.17

2.1.2 Die Gesamtrechtsnachfolge

Der Begriff der Gesamtrechtsnachfolge (Universalsukzession) bezeichnet den Eintritt einer Person in alle Rechte und Pflichten einer anderen Person in einem Rechtsakt. Beispielhaft kann man hier den Erbfall oder die Verschmelzung von zwei Unternehmen nennen. Das Vermögen wird hierbei als Ganzes in einem ← 5 | 6 → Rechtsakt (uni actu) übertragen bzw. erworben.18 Auch Forderungen und Schulden aus...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.