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Die Tages- und Jahreszeitenzyklen von Caspar David Friedrich

Momoko Ochiai

Caspar David Friedrich (1774–1840), einer der bedeutendsten Landschaftsmaler der deutschen Romantik, beschäftigte sich lebenslang mit Tages- und Jahreszeitenzyklen. Momoko Ochiai untersucht den im Jahre 2004 wiederentdeckten Sepiazyklus sowie weitere vier Zyklen, um die Sonderstellung Friedrichs im Zusammenhang von Tageszeiten, Jahreszeiten und Lebensaltern zu erläutern. Durch ihre umfangreichen Recherchen zeitgenössischer bildlicher wie literarischer Quellen stellt die Autorin Friedrichs Zyklen in den historischen Kontext. Ihr zufolge hat die Zyklusthematik nicht nur in Friedrichs Werken, sondern generell in der zeitgenössischen Kunstproduktion eine bedeutende Rolle eingenommen. In einem Exkurs skizziert die gebürtige Japanerin die Friedrich-Rezeption in ihrem Heimatland.
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Exkurs 2. »Die Lebensstufen« (BS411)

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Exkurs 2.  »Die Lebensstufen« (BS411)1

»Die Lebensstufen« (Abb. 7–1) ist eines der bekanntesten Werke der späteren Periode Friedrichs. Das Bild ist in Öl auf Leinwand gemalt, 73 x 94 cm groß und befindet sich heute im Museum der bildenden Künste Leipzig. Es zeigt im Vordergrund ein Ufer in der Abenddämmerung, auf dem fünf Menschen dargestellt sind: Ein alter Mann mit Barett und Stock als Rückenfigur, ein jüngerer Mann mit Zylinder, ein kleiner Junge, der ein schwedisches Fähnchen hochhält, ein neben ihm sitzendes Mädchen und eine rechts davon halb auf dem Boden sitzende Frau in einem rotem Kleid. Auf dem Meer im Hintergrund sind fünf Schiffe zu sehen: ein großes Segelschiff in der Mitte, zwei weitere Segelschiffe in der Ferne und zwei Holzboote in der Nähe des Ufers. Der Himmel geht von Gelb in Hellblau über, und neben dem Schiff in der Mitte ist die blasse Mondsichel zu erkennen.

Zur Datierung des Bildes gibt es verschiedene Meinungen, aber in der neueren Literatur findet sich meist um 18342. Als der dargestellte Ort werden der „Utkiek“ in Wieck bei Greifswald3 oder der Strand von Wittow auf Rügen, an dem die schwedischen Postschiffe anlegten4, vermutet. Friedrichs Absicht kann jedoch eher darin gelegen haben, eine Erinnerung an seine Heimat künstlerisch auszugestalten, als eine konkrete Landschaft abzubilden.5

Über das Bild finden sich keine zeitgenössischen Kritiken und Erwähnungen mehr....

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