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Der Verfügungsmachtbegriff bei Umsatzrealisation und Leasingverträgen nach IFRS

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Serpin Caliskan

Die Autorin analysiert den Verfügungsmachtbegriff und dessen Eignung als Realisationsmerkmal in der Umsatzrealisierung und Leasingbilanzierung nach IFRS. Bisher zeichneten heterogene Konzepte und Regelungslücken die Umsatzrealisierung nach IFRS und US-GAAP aus. Im Rahmen des Konvergenzprojektes von IASB und FASB nahm man sich dieser Problematiken an und gab im Mai 2014 den IFRS 15 «Revenue from Contracts with Customers» heraus. In enger Beziehung steht das Projekt zur Leasingbilanzierung. Beiden Projekten ist die zentrale Rolle des Verfügungsmachtbegriffs gemein, mit dem sich bislang nicht ausreichend kritisch auseinandergesetzt wurde. Die Autorin zeigt zahlreiche offene Fragen und Inkonsistenzen im IFRS 15 auf und bemängelt ein divergierendes Nutzenverständnis der Verfügungsmachtbegriffe bei Umsatzrealisierung und Leasing.
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2. Konzeptionelle Grundlagen im Vorfeld der Analyse von IFRS 15 und ED/2013/6

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2.  Konzeptionelle Grundlagen im Vorfeld der Analyse von IFRS 15 und ED/2013/6

2.1  Rechnungslegungssysteme als zweckgerichtete Systeme

Betrieben in Form einer präskriptiv-normativen Wissenschaft sucht die Wirtschaftswissenschaft nach Mitteln, „[…] um bei gegebenen Ausgangsdaten gewünschte Ziele zu erreichen.“60 In diesem Sinne erfolgt auch die Rechnungslegung nicht zum Selbstzweck, sondern dient der Bereitstellung von Informationen, die in Anbetracht der geforderten Abbildungsziele nützlich sind. Weil verschiedenartige Abbildungsziele verschiedene Anforderungen an die Rechnungslegung im Allgemeinen und an die Ertragsvereinnahmung im Speziellen stellen,61 kann das Ergebnis der Rechnungslegung auch nur angesichts des jeweiligen Abbildungsziels sinnvoll interpretiert werden. Anders ausgedrückt ist ein Rechnungslegungsergebnis nur dann von Nutzen, wenn hinter dem Ergebnis ein Zweck steht. Das „richtige Rechnungslegungsergebnis“ kann insofern nur das jeweils zweckadäquate sein.62

Mögliche Rechnungslegungsziele abschließend aufzulisten bereitet allerdings Schwierigkeiten. Die Rechenschaftsfunktion, die Entscheidungsunterstützungsfunktion, die Ausschüttungsbemessung bzw. Gewinnverteilung sowie die Selbstinformation und Leistungsfähigkeitskontrolle sind einige Beispiele der in der Literatur vorzufindenden, möglichen Abbildungsziele der Rechnungslegung.63

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