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Zur Kultur der DDR

Persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Perspektiven- Paul Gerhard Klussmann zu Ehren

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Frank Hoffmann

Das Zusammenwachsen Deutschlands seit 1990 wurde von oft persönlich verletzenden Auseinandersetzungen über die Kultur der DDR und ihre ideologischen Grundlagen begleitet. Mancher Literatur- oder Bilderstreit wurde fast als Stellvertreterkrieg inszeniert. Die Beiträge dieses Bands plädieren, oft mit lebensgeschichtlicher Beglaubigung, für eine Versachlichung des Dialogs, ohne die Unterschiede von Diktatur und Demokratie einzuebnen. Mit einem weiten Kulturbegriff zeichnen sie ein differenziertes Bild kultureller Lebenswelten der DDR: von den Künsten und der Literatur über Wissenschaft, Mode, Konsumkultur und Auszeichnungswesen bis zu Geschichtsbewusstsein, Schule, Bildung und der Gegenwelt des evangelischen Pfarrhauses. Nationale und internationale Kontexte der DDR-Kultur werden erkennbar.
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Erbe und Tradition. Geschichtsbewusstsein und historisches Selbstverständnis in der DDR

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Bernd Faulenbach

History had a high priority in the GDR. The study is working out the stages of the historical self-legitimation during the dictatorship by the Socialist Unity Party of Germany (SED). It is evident that the main pillars of the East German history politics, the tradition of the labor movement and the „anti-fascism”, from the 1970s onwards needed an expansion. Though the new data of the Heritage concept, such as Prussia and Luther, created new problems, not at least in the competition with the idea of a German national culture, as it was represented in the Federal Republic of Germany.

Fragestellungen

Die DDR und ihr SED-System, die uns immer fremder werden, bildeten jahrzehntelang ein Gegenbild zur Bundesrepublik und sind damit ein bedeutendes Phänomen geteilter deutscher und europäischer Geschichte. Die mit der Sowjetunion und mit den anderen realsozialistischen Ländern verbundene DDR war eine – sich im Laufe der Zeit – verändernde Diktatur, die auf einer für Staat und Gesellschaft verbindlichen Ideologie – der des Marxismus-Leninismus – basierte und beanspruchte, den historischen Prozess zu kennen und im Gegensatz zur Bundesrepublik im Einklang mit dem welthistorischen Prozess zu stehen. Wies die marxistisch-leninistische Ideologie damit eine spezifische Geschichtsphilosophie auf, so entwickelte die SED-Diktatur von ihr ausgehend eine besondere Geschichts- und Erinnerungskultur, die Gegenstand dieser Studie sein soll.

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