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Zur Kultur der DDR

Persönliche Erinnerungen und wissenschaftliche Perspektiven- Paul Gerhard Klussmann zu Ehren

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Frank Hoffmann

Das Zusammenwachsen Deutschlands seit 1990 wurde von oft persönlich verletzenden Auseinandersetzungen über die Kultur der DDR und ihre ideologischen Grundlagen begleitet. Mancher Literatur- oder Bilderstreit wurde fast als Stellvertreterkrieg inszeniert. Die Beiträge dieses Bands plädieren, oft mit lebensgeschichtlicher Beglaubigung, für eine Versachlichung des Dialogs, ohne die Unterschiede von Diktatur und Demokratie einzuebnen. Mit einem weiten Kulturbegriff zeichnen sie ein differenziertes Bild kultureller Lebenswelten der DDR: von den Künsten und der Literatur über Wissenschaft, Mode, Konsumkultur und Auszeichnungswesen bis zu Geschichtsbewusstsein, Schule, Bildung und der Gegenwelt des evangelischen Pfarrhauses. Nationale und internationale Kontexte der DDR-Kultur werden erkennbar.
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Das evangelische Pfarrhaus in der DDR. Rückzugsraum bürgerlicher Kultur oder Ausgangspunkt demokratischer Kritik?

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Franz-Heinrich Beyer

The paper is a short outline of the cultural and historical importance of the Protestant parsonage (such as openness, knowledge, music, family, symbiosis of professional and home), as they were carried out in the special situation of the rectory in GDR. The author incorporates his own life-historical experiences and autobiographical findings in the analysis and explains the role of the rectory up to the democratic upheaval of 1989: The “struggle of (mental) space” created one of the basic democratic criticisms within the system.

Das Pfarrhaus, genauer das evangelische Pfarrhaus, scheint derzeit erneut ein Gegenstand des Interesses zu sein. Das Deutsche Historische Museum in Berlin zeigte 2013 eine große Ausstellung mit dem Titel Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses. Und für die zurückliegenden vier Jahre kann zumindest auf vier Beiträge verwiesen werden, in denen das Pfarrhaus thematisiert wird. Die jeweiligen Untertitel scheinen mir interessante Indizien dafür zu liefern, welche Perspektiven für das feststellbare Interesse an dem Thema von Bedeutung sind. Das umfangreiche Buch von Christine Eichel1 möchte eine Kulturgeschichte des deutschen Pfarrhauses vorstellen. Die mit dem Begriff Pfarrhaus verbundenen Vorstellungen, die mit dem Pfarrhaus als Institution verbundenen kulturellen Prägungen, aber auch die hieraus hervorgegangenen wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen, also das Pfarrhaus als „Hort des Geistes und der Macht“, werden hier in den kulturgeschichtlichen, kirchengeschichtlichen sowie mentalitätsgeschichtlichen Kontext eingeordnet und dargestellt. Dabei wird ausdrücklich sowohl die jüngere Geschichte der Bundesrepublik...

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