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Der Einsatz von Aufstellungsarbeit in der Mediation

Eine qualitative Studie über Anwendungsbeispiele aus der Praxis

Series:

Linda Brackwehr and Claude-Hélène Mayer

Aufstellungsarbeit birgt großes Potenzial für die Konfliktklärung und nimmt eine immer bedeutender werdende Rolle in der Mediation ein. Die Autorinnen gehen der Frage nach, wie Aufstellungsarbeit das Methodenwerkzeug der Mediation unterstützen und ergänzen kann. Für eine praktikable Umsetzung des Einsatzes fehlten bislang eine Bündelung von Ausübungsformen und ihre theoretischen Verankerungen. Anhand von Anwendungsbeispielen zeigt dieses Buch in vergleichender Perspektive die Bandbreite von Einsatzmöglichkeiten und stellt eine Verbindung zu den theoretischen Grundlagen her. Dabei nimmt sich die Forschung den Gründen, Herausforderungen und Grenzen der Kombination von Aufstellungsarbeit und Mediation an.
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1. Einleitung

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Verfahren, Techniken und Modelle zur Bearbeitung sozialer Konflikte gibt es viele. Eines der bekanntesten und erfolgreichsten Modelle zur konstruktiven Konfliktbewältigung ist die Mediation. Mediation ist ein außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren, das dabei helfen kann, in einer geschützten Atmosphäre durch die Präsenz einer unparteiischen, externen Vermittlerperson, dem Mediator1, Lösungswege für die Konfliktbeilegung zu finden und den Interessen sowie Bedürfnissen der Konfliktparteien entsprechende Übereinkünfte zu treffen. Die Konfliktparteien können in einem strukturierten und vom Mediator gelenkten Prozess kommunizieren, ohne sich mit jeglichen den Konflikt zuspitzenden Schuldzuweisungen zu konfrontieren.

Ein weiteres Verfahren ist die Aufstellungsarbeit. Das Grundprinzip von Aufstellungsarbeit ist die intuitive räumliche Anordnung von Personen oder Gegenständen. Aufstellungsarbeit hat sich in verschiedenen Bereichen, u.a. in der Familientherapie oder dem Organisationskontext, als effektive und lösungsorientierte Aktionsmethode erwiesen, die teils hoch komplexe Beziehungskonstellationen visuell vergegenwärtigt. Obgleich es keine wissenschaftlich überzeugende Überprüfung der Wirksamkeit von Aufstellungen gibt, kann davon ausgegangen werden, dass Aufstellungen eine Wirkung erzeugen. Sie tragen dazu bei, Probleme bewusst und der Reflexion zugänglich zu machen und sind bei Konflikten oder vergleichbaren Anliegen aufgrund ihres Facettenreichtums in vielerlei Hinsicht einsetzbar.

Die Wahl der vermeintlich richtigen Methode für beratende, therapierende und andere Personen fällt nicht immer eindeutig aus. Das „richtige“ Verfahren scheint es gar nicht zu geben. In einigen Beratungsfällen kann es daher sogar bereichernd und anregend sein, das eigene Methodenrepertoire mit weiteren Verfahren zu erweitern. Das oftmals breite Methodenspektrum...

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