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Unwirtliche Landschaften

Imaginationen der Ödnis in Literatur und Medien

Edited By Sabine Eickenrodt and Katarína Motyková

Die Beiträge untersuchen Landschaften wie Wüste, Steppe, Puszta, Nordpol oder Walachei, die den disanthropischen Topos vom «Ende der Welt» aufnehmen. Neuere Erzählungen, Reiseberichte und Filme zeigen die ambivalente Faszinationskraft der Unwirtlichkeit vornehmlich «östlicher» Regionen. Dabei erweist sich die imaginierte Ödnis nicht selten als sekundäre Wildnis, als historisch verschuldete, «kontaminierte» Leere. Die Studien thematisieren Zeit- und Raumbilder sowie Topographien der Ödnis an Beispielen von Leopold von Sacher-Masoch, Per Olof Sundman, Caroline Pichler, Judith Schalansky, Christa Wolf, Christoph Ransmayr, Martin Pollack, Wolfgang Herrndorf, Hans-Ulrich Treichel, Uwe Johnson sowie im Heimatfilm Wolfgang Liebeneiners und in Michael Hanekes Filmapokalypse Wolfzeit.
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„Die ganze Schöpfung eine bloße Wüste“. Disanthropische Imagination und ästhetische Landschaft bei D. H. Lawrence und Judith Schalansky

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„spar aus dem schönen bild den menschen aus“1

Abstract: In an article published in 2012, Greg Garrard coined the notion of disanthropy. The concept of disanthropy refers to a world without people, negating other human beings as well as the speaking subject. Whereas Garrard concentrates on cinematic representations, the article discusses literary imaginations of the categorical inhospitableness (Unwirtlichkeit) disanthropy represents. In close readings of D. H. Lawrence’s Women in Love (1920) and Judith Schalansky’s Der Hals der Giraffe (2011), the argument focuses on the impasses of imagining a world without an imagining subject, as well as on the literary tropes used to cope with the contradictions of disanthropy.

1.  Einleitung

Das Zitat im Titel des Artikels stammt aus Kants Kritik der Urteilskraft. Nach der Begründung der herausragenden Stellung des Menschen in der Welt – der Endzweck, und nicht Mittel ist – fasst er im Paragraphen 86 die bisherige Argumentation in folgendem Schluss zusammen:

Es ist ein Urteil, dessen sich selbst der gemeinste Verstand nicht entschlagen kann, wenn er über das Dasein der Dinge in der Welt und die Existenz der Welt selbst nachdenkt: daß nämlich alle die mannigfaltigen Geschöpfe, von wie großer Kunsteinrichtung und wie mannigfaltigem, zweckmäßig auf einander bezogenen Zusammenhange sie auch sein mögen, […] zu nichts da sein würden, wenn es in ihnen nicht Menschen (vernünftige Wesen überhaupt) gäbe; d. i. daß, ohne den Menschen, die ganze Schöpfung eine...

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