Show Less
Restricted access

Die rechtsgeschäftliche Haftung für den Accountmissbrauch im Internet

Series:

Matthias Schneider

Matthias Schneider untersucht vor dem Hintergrund der Bedeutung von Accounts für den elektronischen Rechtsverkehr, inwieweit der Accountinhaber rechtsgeschäftlich für das missbräuchliche Handeln Dritter haftet. Dazu liefert er eine Darstellung der Rechtsprechung zu ähnlich gelagerten Fällen in der Vergangenheit, um vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtsprechung die Haftung für den Accountmissbrauch näher zu untersuchen und einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Untersuchung der beiden zur Lösung dieser Frage herangezogenen Rechtsinstitute «Handeln unter fremdem Namen» und «Anscheinsvollmacht». Als richtiger Ansatz kann letztlich die Heranziehung eines eigenständigen Rechtsscheintatbestands für den Accountmissbrauch qualifiziert werden.
Show Summary Details
Restricted access

§ 2 Die Bedeutung von Accounts im elektronischen Geschäftsverkehr

Extract

← 16 | 17 → § 2 Die Bedeutung von Accounts im elektronischen Geschäftsverkehr

A. Der elektronische Geschäftsverkehr

Die Anzahl der täglich im Internet geschlossenen Verträge ist so groß, dass ihr tatsächliches Ausmaß wohl unbestimmbar ist. Nicht zum ersten Mal sah sich zu Beginn dieser Entwicklung die Rechtsdogmatik des BGB durch große technische Umbrüche vor neue Herausforderungen gestellt. Schnell wurde der Ruf nach gesetzlichen Regelungen des elektronischen Geschäftsverkehrs laut.16 Immer wieder wurde diskutiert, ob es nicht eines besonderen „Internet-Vertragsrechtes“ bedürfe.17 Die Auseinandersetzung um eine Kodifikation angesichts weitreichender (hier technischer) Entwicklungen ist in der deutschen Rechtsentwicklung kein unbekanntes Phänomen, wie man mit Blick auf die Auseinandersetzung zwischen Savigny und Thibaut feststellen kann.18 Neue Technik bringt oftmals auch neues Recht hervor.19 Dass diese Diskussion heute noch nicht zum Abschluss gelangt ist, zeigt sich in den Vorschlägen für ein sog. „Internetgesetzbuch“ („NetGB“)20. Es bedurfte einiger Zeit, bis sich Gerichte und Wissenschaft auf die neuen Aufgaben eingestellt hatten. Von Vorteil war dabei einmal mehr die begriffliche und „oft gescholtene Abstraktionshöhe“21 der deutschen Rechtsgeschäftslehre.

Letztendlich hat sich zumindest abseits politischer Diskussionen die Ansicht durchgesetzt, „dass die herkömmliche Rechtsgeschäftslehre auch den ← 17 | 18 → Anforderungen, welche die moderne Informationsgesellschaft an eine fortschrittliche Rechtsordnung stellt, gewachsen ist“.22 Der Abschluss eines Vertrages im Internet, verstanden als die Übermittlung von Angebot und Annahme, lässt sich mit dem gängigen Vertragsrecht erfassen.23

Etwa seit Mitte der 1990er...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.