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Denkmalschutz im Grenzgebiet

Eine Analyse der Wissensproduktion und der Praktiken des Denkmalschutzes in der deutsch-dänischen Grenzregion im 19. Jahrhundert

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Jelena Steigerwald

Gegenstand des Buches ist die Entstehung des Denkmalschutzes in der deutsch-dänischen Grenzregion im 19. Jahrhundert. Dazu wird zunächst auf die Etablierung des Denkmalschutzes als Wissenschaft und Institution in Dänemark, Preußen sowie den Herzogtümern Schleswig und Holstein eingegangen. Die Autorin analysiert dann anhand der Technologien der Sammlung, Ausgrabung und Zeichnung, wie Wissen und Werte im Denkmalschutz generiert und vermittelt worden sind. Zuletzt nimmt sie die Umsetzung der Denkmalschutzideen, ihre Finanzierung und ihre Wirksamkeit unter wechselnden Machtverhältnissen in den Blick. Die Analyse der Wissensproduktion des Denkmalschutzes und seiner Praktiken ermöglichen damit neue Perspektiven auf die schleswig-holsteinische Geschichte.
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4 Strategien und Praktiken im Denkmalschutz

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Nachdem im Kapitel 3 mit dem Fokus auf die Technologien des Denkmalschutzes danach gefragt wurde, wie Werte und Wissen zusammenhängend generiert, transportiert und verändert werden konnten, soll es im Folgenden darum gehen, wie sich Wissensproduktion materiell im Raum manifestierte. Denn der Prozess der Inwertsetzung als Denkmal musste, wenn er zu tatsächlichen Denkmalschutzhandlungen führen sollte, vor Ort umgesetzt werden.

Der Weg von der Schutzidee zur Schutzhandlung ist durch verschiedene Zwischenschritte gekennzeichnet. Darunter fallen die Schutzbestimmungen der Ministerien – denn weder der Inspektor noch der Konservator waren direkt weisungsbefugt – die Finanzierung des Denkmalschutzes und die Umsetzung durch untergeordnete Stellen. Außerdem mussten Fragen des Besitzes geklärt und die verschiedenen Interessen vor Ort berücksichtigt werden.1023 Der Fokus dieses Kapitels liegt auf der Frage, wie und welche Denkmalschutzideen sich von wem in der Praxis umsetzen ließen.

Zunächst untersuche ich anknüpfend an die Technologien des Denkmalschutzes die Schutzideen. Dabei geht es zum einen darum, die Vorbilder und Vorstellungen der Inspektoren und Konservatoren, die als Experten sehr weitreichende Einflussmöglichkeiten besaßen, aus den bisherigen Erkenntnissen zusammenzufassen und zu ergänzen. Zum anderen soll in den Denkmalschutzbestimmungen nach den vermittelten Werten gesucht werden. Die Technologien der Wissensproduktion bilden zwar bestimmte Ideen und Vorstellungen von Denkmälern sowie einen Wandel der Technologien ab, die auch auf Veränderungen von wissenschaftlichen Einstellungen zurückgeht, inwieweit hier weitere grundlegende Veränderungen der Werteinstellungen in der Gesellschaft im Denkmalschutz abgebildet werden können, soll im Folgenden durch den...

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