Show Less
Restricted access

Eine «unbekannte» Sprache lesen «oder» Von der Entdeckung des Nissart durch Interkomprehension

Series:

Stefanie Wagner

Nissart – was ist das? Während Nizza bekannt ist, löst der Name des dort heimischen romanischen Idioms Erstaunen aus. Als Varietät des Okzitanischen hat es zwar ein reiches sprachliches Erbe, doch ist seine Existenz heute bedroht. Stefanie Wagner geht der Frage nach, wie sich ein Lerner dank seiner Kenntnisse in (mindestens) einer romanischen Sprache (L1 oder L2) dieses ihm unbekannte Idiom mit Hilfe interkomprehensiver Lern- und Lesestrategien erschließen kann. Hierbei beleuchtet sie sprachgeschichtliche Zusammenhänge innerhalb der Romania sowie den lerntheoretischen Hintergrund und präsentiert eine Studie zum Leseverständnis des Nissart mit internationalen Probanden. Entdecken Sie ein Stück Romania, das auch von Interkomprehensionsprogrammen bislang unberücksichtigt blieb.
Show Summary Details
Restricted access

6 Capisses lou Nissart? – Studie zum spontanen interkomprehensiven Leseverständnis

Extract

6Capisses lou Nissart? – Studie zum spontanen interkomprehensiven Leseverständnis

Unsere Studie zum spontanen interkomprehensiven Leseverständnis führten wir unter realitätsnahen Bedingungen durch, d.h. dass unsere Teilnehmer vorher nicht davon in Kenntnis gesetzt wurden und erst im Augenblick der Teilnahme an der Studie mit dem zu lesenden Text in Berührung kamen. In diesem Sinne ließe es sich vergleichen mit dem zufälligen Entdecken des Textes z.B. im Internet und dem spontanen Versuch, sich diesen Text mit den eigenen zur Verfügung stehenden sprachlichen und methodischen Kenntnissen zu erschließen. Wir erwähnten daher auch lediglich, dass es sich um eine romanische Varietät handelt, nicht jedoch um welchen spezifischen parler. Um jedoch die Ergebnisse vergleichbar machen zu können und aufgrund des verfügbaren zeitlichen Rahmens (ca. 60-75 min), der außerhalb des Studienkontextes nicht eingeschränkt wäre, erhielten unsere Teilnehmer neben dem Text noch Studienmaterial, um ihren Lese- und Erschließungsprozess etwas zu lenken. Bevor wir konkreter auf das von uns verwendete Material der Studie und die damit verbundenen Erwartungen und Ergebnisse eingehen, möchten wir zunächst kurz unsere Probanden vorstellen.

6.1Probanden

Wir führten unsere Studie mit insgesamt 90 Probanden an vier Universitäten in vier Ländern durch: Università degli Studi Internazionali di Roma – LUSPIO (Italien, Oktober 2012), Universitat de Valencia (Spanien, März 2013), Université de Lorraine (Frankreich, Oktober 2013), Universität Potsdam (Deutschland, Oktober 2013).

Bei unseren Probanden handelte es sich dabei...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.