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Traditionsbrüche

Neue Forschungsansätze zu Hermann Bahr

Series:

Tomislav Zelić

Fachleute aus den Bereichen der Germanistik und Komparatistik verfolgen in diesem Sammelband neue Forschungsansätze zu Hermann Bahr. Sie untersuchen Diskurse über Kaiserreich und Königtum, Krise und Kritik, Kairos und Katastrophe, Krieg und Kultur in den Essays und Reiseberichten, Zeitungsartikeln und Tagebüchern, aber auch Romanen und anderen Schriften eines Hauptvertreters der Wiener Moderne. Es werden kulturtheoretische Fragen nach der Konstitution und Konstruktion von Identität und dem Zulassen von Differenz gestellt – sowie nach den Konversionen der Weltanschauungen, Ideologien und Religionen vom Provinzialismus und Kosmopolitismus über Nationalismus, Militarismus und Imperialismus zu Katholizismus und Antisemitismus, Austroslawismus, Austromarxismus und Austro-Europäertum.
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Hermann Bahr und der Zionismus. Über Bahrs Bekanntschaft mit Theodor Herzl

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„Der Antisemitismus will nur sich selber. Er ist nicht etwa ein Mittel zum Zwecke. Der einzige Zweck des Antisemitismus ist der Antisemitismus.“1 So kommentierte Hermann Bahr die im ausgehenden 19. Jh. in ganz Europa aufkeimende Judenfeindlichkeit in seinem 1894 publizierten Buch Der Antisemitismus. Ein internationales Interview. Ausgehend von zahlreichen Befragungen von europäischen Intellektuellen, teils im persönlichen Gespräch, teils in schriftlicher Korrespondenz,2 bescheinigte Bahr dem Antisemitismus eine autoreferenzielle Zweckmäßigkeit und brachte ihn in Verbindung mit dem Ästhetizismus und dem dekadenten Lebensgefühl seiner Zeit. Im Anschluss an die oben zitierte Stelle heißt es:

Man ist Antisemit, um Antisemit zu sein. Man schwelgt in diesem Gefühle. Es liegt an der Zeit, daß, um die welken und verwüsteten Nerven zu montieren, künstliche Reize begehrt sind. Den holden Rausch, den sonst der den Massen jetzt verlorene Glaube und die entwichenen Ideale gaben, sollen sie ersetzen.3

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