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Mediale Verwertung von Sportveranstaltungen

Zivilrechtliche Grundlagen der Verwertung und kartellrechtliche Analyse der Einkaufsgemeinschaft der EBU

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Jessica Sänger

Das Buch befasst sich mit der Frage nach der Grundlage von Sportrechten im deutschen und englischen Recht und bietet eine detaillierte Untersuchung der kartellrechtlichen Zulässigkeit der Einkaufsgemeinschaft der EBU. Public Viewing, Live-Ticker und Spielpläne werden auf ihre Lizenzpflichtigkeit hin überprüft. Eine ausführliche Marktabgrenzung berücksichtigt aktuelle Entwicklungen in Technologie und Nutzerverhalten. Vor dem Hintergrund des More Economic Approach sowie der besonderen Beziehung zwischen exklusiver Verwertung und Kartellrecht zeigt sich, unter welchen Umständen Einkaufskooperationen auf den Märkten für attraktive Sportveranstaltungen zu verbotenen Wettbewerbsbeschränkungen und zum Missbrauch marktbeherrschender Stellungen führen können. Die Arbeit wurde mit dem Dissertationspreis der Dr. Feldbausch-Stiftung des Jahres 2015 ausgezeichnet.
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I. Allgemeines

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Die Wettbewerbsbeschränkung gem. Art. 101 Abs. 1 AEUV liegt bei der Zentralvermarktung zunächst darin, dass mehrere Anbieter eine horizontale Vereinbarung treffen, die Rechte an ihren jeweiligen Sportveranstaltungen nur gemeinsam zu verkaufen. Sie treten daher nicht mehr miteinander in Konkurrenz als Abnehmer der jeweiligen Lizenzen. Abnehmer können Rechte der jeweiligen Liga oder Sportart nur noch von einem einzigen Anbieter beziehen. Zudem kommt es beim gemeinsamen Verkauf zwangsläufig zur Vereinbarung gemeinsamer Preise. Hier stellt sich zunächst die Frage, wer originärer Rechteinhaber ist und ob sich im konkreten Fall überhaupt mehrere Anbieter zusammentun oder ob nicht ein Gesamtveranstalter ohnehin die Rechte an einer Serie von Veranstaltungen innehat1367. Diese Fragen sollen hier nicht vertieft werden1368.

Die Praxis der zentralen Vermarktung wurde gem. Art. 101 Abs. 3 AEUV in der Vergangenheit aufgrund von Effizienzen in Form der Senkung von Transaktionskosten durch die Schaffung einer einzelnen „Verkaufsstelle“ sowie der Markenbildung für Sportarten oder Ligen und der daraus folgenden besseren Verbreitung der Übertragungsrechte freigestellt bzw. nach Verpflichtungszusagen nicht verfolgt. Eine besondere Rolle spielte dabei das Konzept eines Liga-Produkts, an dem die Verbraucher nach Ansicht der Europäischen Kommission besonderes Interesse haben. Man geht davon aus, dass die Attraktivität des Gesamtwettbewerbs einer Meisterschaftsrunde größer ist als die einzelner Klubs. Für die erfolgreiche und effiziente Vermarktung des Liga-Produktes gilt in der Praxis der Kommission die Zentralvermarktung als Voraussetzung1369. Schließlich spielt für die Freistellung auch eine Rolle, dass Sportverbände zuweilen bei der Verteilung der Erl...

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