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Die Welt der Auleten

Musikerkarrieren im griechischen Kulturkreis

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Andrea Scheithauer

Die Autorin untersucht systematisch die Rolle der Auleten im griechischen Kulturkreis von der archaischen Zeit bis in die Spätantike. Neben der geographischen Herkunft werden die musischen Aufgaben, das familiäre Umfeld, die Selbstdarstellung, die Vorrechte und Auszeichnungen, ihre Verdienstmöglichkeiten, die soziale Position, die Karrieren von Virtuosen und die Möglichkeiten der Frauen behandelt. Mit ihrer interdisziplinären Abhandlung leistet die Autorin einen Beitrag zur Verbindung von Klassischer Philologie, Alter Geschichte und Klassischer Archäologie. Das Buch dient somit nicht nur der besseren Kenntnis dieses Berufsstandes, sondern fördert auch das Verständnis der griechischen Kultur- und Mentalitätsgeschichte, weil die Selbsteinschätzung und Bewertung der Musiker auf zentralen Werten der Griechen fußt.
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8. Frauen

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8.   Frauen

Obwohl es Frauen in klassischer und hellenistischer Zeit freistand, zu ihrer Unterhaltung zu singen und ein Instrument zu spielen, machten ehrbare Damen von Stand die Musik normalerweise nicht zu ihrem Metier; denn sie hatten auf ihren Ruf zu achten. Wegen dieser Vorbehalte waren die Frauen, die das Aulosspiel als Gewerbe betrieben, in der Regel niedriger Herkunft. Die Möglichkeiten ihrer Berufsausübung waren allerdings stark eingeschränkt; blieben ihnen doch sämtliche wichtigen Wirkungsbereiche professioneller Musiker grundsätzlich verschlossen, weil sie keine Mitglieder der Technitenvereine werden durften. Wegen dieser Beschränkungen konnten Musikerinnen nur bei privaten Veranstaltungen, vornehmlich Symposien adliger Männer, und im kultischen Bereich ihrem Beruf nachgehen.1

Von Nanno, der Geliebten des Dichters Mimnermos, abgesehen kennen wir Auletrides erst vom 5. Jahrhundert v.Chr. an; denn vor dem 6. Jahrhundert v.Chr. bestritten Männer die musikalischen Einlagen bei den Symposien. Nach Ausweis der Zeugnisse stieg ihre Zahl vom 5. zum 4. Jahrhundert v.Chr. stark an, verringerte sich im 3. Jahrhundert v.Chr. deutlich und nahm in der Folgezeit kontinuierlich ab.2 Vielleicht ist ein Grund für die Häufung der Belege im 4. und 3. Jahrhundert v.Chr. im Florieren der Unterhaltungsmusik an den Höfen hellenistischer Herrscher zu sehen.

8.1.    Unterhaltungsmusikerinnen

Die Pflege von Unterhaltungsmusik war im allgemeinen Frauen einer bestimmten Rechtsstellung, nämlich fast ausschließlich Sklavinnen, vorbehalten.3 Sie waren meist Prostituierte aus Bordellen,4 die auf Kosten ihrer Herren ausgebildet und als Spezialistinnen für Feierlichkeiten vermietet wurden.5...

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