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Die Welt der Auleten

Musikerkarrieren im griechischen Kulturkreis

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Andrea Scheithauer

Die Autorin untersucht systematisch die Rolle der Auleten im griechischen Kulturkreis von der archaischen Zeit bis in die Spätantike. Neben der geographischen Herkunft werden die musischen Aufgaben, das familiäre Umfeld, die Selbstdarstellung, die Vorrechte und Auszeichnungen, ihre Verdienstmöglichkeiten, die soziale Position, die Karrieren von Virtuosen und die Möglichkeiten der Frauen behandelt. Mit ihrer interdisziplinären Abhandlung leistet die Autorin einen Beitrag zur Verbindung von Klassischer Philologie, Alter Geschichte und Klassischer Archäologie. Das Buch dient somit nicht nur der besseren Kenntnis dieses Berufsstandes, sondern fördert auch das Verständnis der griechischen Kultur- und Mentalitätsgeschichte, weil die Selbsteinschätzung und Bewertung der Musiker auf zentralen Werten der Griechen fußt.
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11. Schluß

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11.   Schluß

In den antiken Quellen ergibt sich ein facettenreiches, ambivalentes Bild der Auleten, das von einigen im Laufe der Jahrhunderte weitgehend konstanten Faktoren bestimmt wird, die auf die Gegebenheiten der Sozialordnung und nicht auf berufsimmanente Kriterien zurückgingen. Weil die Würdigung der Einzelheiten ihres Berufslebens in den Schriftquellen vor allem von ihrer Tätigkeit und der durch ihr Wirken bedingten Bekanntheit in der Öffentlichkeit herrührt, kennen wir am besten die Spieler, die in prestigeträchtigen Wettbewerben erfolgreich waren. Trotzdem wissen wir nur bedingt über die Organisation ihrer Berufsausübung Bescheid. Da in den Inschriften Siege in Agonen gewöhnlich ohne aussagekräftige Datierungskriterien angeführt sind, lassen sich zunächst die zeitliche Abfolge der einzelnen Erfolge und die Dauer der Berufstätigkeit dieser Musiker nicht oder nur annähernd ermitteln. Außerdem sind keine Anhaltspunkte zur beruflichen Auslastung eines Auleten zu gewinnen; denn wir können nicht die Reihenfolge der von exzellenten Bläsern besuchten Wettbewerbe und ihre Reiserouten von einem Auftrittsort zum nächsten rekonstruieren. Während aus einer hohen Zahl von Erfolgen immerhin auf eine häufige Teilnahme an Agonen und eine intensive Wandertätigkeit geschlossen werden darf, sind für Künstler, die nur wenige Siege errungen haben, keine sicheren Aussagen möglich.

Weil die Wertschätzung des agonistischen Prinzips, das sich am Übertreffen der Kontrahenten bei Wettbewerben orientierte, eine selektive Tradierung der musischen Aktivitäten nach sich zog, wissen wir nicht, wie oft ein Bläser von seinen Konkurrenten...

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