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Paul Gerhardts Kirchenlieder

Eine kognitiv-linguistische Studie

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Ryszard Ziaja

Ryszard Ziaja verweist in dem Band auf beachtliche empirische Möglichkeiten der kognitiven Metapherntheorie im Hinblick auf Kirchenliedtexte. An konkreten Beispielen verdeutlicht er die Leistungskraft sowie die analytischen Grenzen dieses Ansatzes hinsichtlich der gewählten religiös-historischen Textsorte. Die vom Autor vorgenommene Verknüpfung einer postmodernen Analysetheorie kognitiv-linguistischer Art mit der Kirchenliedschöpfung Paul Gerhardts hat ein Rekontextualisierungsmodell historischer Sakraltexte hervorgebracht. Aufgrund des interdisziplinären Charakters ist das Buch für Linguisten, wie für Theologen, Literatur- und Kulturwissenschaftler von Interesse.
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2 Kognitive Metapherntheorie

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2KOGNITIVE METAPHERNTHEORIE

Im vorliegenden Kapitel wird eine ausführliche theoretische Darlegung der kognitiven Metapherntheorie vorgenommen. Im Voraus werden Grundansätze der „klassischen“ Metapherntheorie in Bezug auf die entgegengesetzte kognitive Theorie erläutert, um anschließend die wissenschaftlichen Vorläufer des Ansatzes Lakoffs und Johnsons zusammenzufassen. Der Hauptteil des Kapitels bezieht sich auf eine detaillierte Erläuterung der Hauptthesen der kognitiven Metapherntheorie.

2.1DIE „KLASSISCHE“ METAPHERNTHEORIE

Die Metapher nimmt innerhalb der Kognitiven Linguistik eine dominierende Funktion ein. Die kognitive Perspektive des Metaphernbegriffs wurde von Lakoff/Johnson (1980) vor allem in ihrem fundamentalen Werk „Metaphors we live by“ dargelegt. Diese, nach Meinung der Autoren, neue Betrachtung der Metapher sei von ihnen als Gegentheorie des sogenannten „klassischen“ Metaphernverständnisses geschildert worden. Bevor ausführlich auf die kognitive Metapherntheorie Lakoffs und Johnsons eingegangen wird, sollen zuvor die Hauptthesen der „klassischen Theorie“ erläutert werden.

Das Adjektiv „klassisch“ in Verbindung mit dem Begriff „Metapher“ wird als Begriffsabkürzung für die Substitutions- und Vergleichstheorie von Aristoteles (1999; 1982), Quintilian (1986) und Cicero (1976) verwendet. Dieser Ansatz nimmt bis zum heutigen Tage eine prinzipielle Stellung in der Poetik, Rhetorik und allgemeinen Literaturwissenschaft ein. Rolf (2005: 19) klassifiziert diesen Ansatz in die Gruppe der semiotischen Metapherntheorien ein, da in dieser Auslegung „die Metapher als Element des Zeichenprozesses“ behandelt wird. Der Ausgangspunkt für eine weitere Beschreibung soll die anerkannte Metapherndefinition von Aristoteles sein:

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