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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.
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7 Die Trümmerdichterin Marie Luise von Kaschnitz

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7 Die Trümmerdichterin Marie Luise Kaschnitz

Müde hatte Hanna nach dem Besuch die zerstörte Stadt mit den durch Trümmer neu gezogenen Verkehrsadern, in der noch längst nicht alle Straßen wieder zugänglich waren, hinter sich gelassen und war in die wohltuende, ländliche Umgebung ihres Blauen Hauses zurückgekehrt.

Hier draußen gab es weder halb durchtrennte Häuser noch Trümmerberge. Nur die vielen Menschen in ihrem Haus, hierher geflohen in der Hoffnung bei ihr vorübergehend unterzukommen, waren ein Indiz der Not, waren Zeichen des Krieges, der die Menschen in alle Richtungen gesprengt hatte wie die Bomben die Steine der Häuser.

Zeitweise war kein Raum unbewohnt in ihrem großen Blauen Haus, selbst das Rote Zimmer war zum Schlafraum umfunktioniert, für die Nächte jedenfalls. Dennoch konnte sie es wenigstens tagsüber benutzen.

So auch jetzt, da sie hier erneut mit Dr. Haase und Dr. de le Roi zusammen saß.

„Mit Herrn Helmut Goedeckemeyer habe ich inzwischen Kontakt aufnehmen können“, berichtete sie. „Er war gleich bereit, uns eine Auswahl der Graphiken von Käthe Kollwitz zur Verfügung zu stellen. Leider befinden sie sich aber nicht mehr in Frankfurt. Wir müssen die Blätter in Oberaula aussuchen und abholen.“

Es war für sie ein eindrucksvoller Nachmittag gewesen: mit dem Sammler über die gemeinsam verehrte Künstlerin sprechen, Erinnerungen an die Berliner Kunstszene...

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