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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.
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11 Karl Schmidt-Rottluff und Emy Roeder – zwei Künstlerschicksale in der NS-Zeit

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11 Karl Schmidt-Rottluff und Emy Roeder zwei Künstlerschicksale in der NS-Zeit

Die Ungewissheit des Wartens auf Nachrichten des Berliner Verlages und ihre Reisepläne mit Frau Fontaine beschäftigten Hanna während der abendlichen Rückfahrt nach Hofheim.

Aus dem lauten Stimmengewirr und dem unangenehmen Gedränge zog sie sich auf einem gedanklichen Spaziergang durch Berlin zurück, versuchte das Ausmaß der Zerstörung, von dem sie nur aus Berichten und Briefen wusste, mit den eigenen Erinnerungen an die Stadt zur Deckung zu bringen. Gottlob war der Briefkontakt zu den Freunden nie ganz abgerissen.

Den Verlauf der einzelnen Sektoren in Gedanken abschreitend, machte sie sich bewusst, dass der Verlag A. von der Becke im amerikanisch besetzten Teil der Stadt liegen müsste. Es war ein Versuch ihre zunehmende Unruhe zu unterdrücken. Denn auch in Berlin erhoffte man sich von den Amerikanern unter allen Besatzern die größeren Freiheiten.

Von ihren zahlreichen Freunden aus Berlin wusste sie, dass man sich noch ungezwungen zwischen den Sektoren der westlichen Alliierten und dem der sowjetischen Besatzungsmacht hin- und her bewegen konnte. Aber man schrieb auch, dass die Spannungen und unterschiedlichen Interessen der Besatzungsmächte bereits als neue Bedrohung für die Stadt heraufgezogen seien.

Einige der Künstlerfreunde, die auf der Flucht vor dem Bombardement gegen Kriegsende die Stadt verlassen hatten, hatten sich inzwischen wieder in Berlin eingefunden, von anderen gab es nach wie vor keine Nachrichten. Eine beunruhigende...

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