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«Arisierung» von Privatbanken am Beispiel des Bankhauses E. J. Meyer in Berlin

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Maximilian Elsner von der

Das Buch behandelt die «Arisierung» von Banken in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand der Geschichte des Bankhauses E. J. Meyer werden soziale, ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen dargestellt – von der Privatbank und Mitgründerin der Deutschen Bank und des Bauunternehmens Philipp Holzmann über die Krisen zwischen den Weltkriegen, die Bankenkrise 1931, den Niedergang im Nationalsozialismus bis zur «Arisierung», nach der nochmals ein Inhaberwechsel zum Bankhaus Metzler aus Frankfurt erfolgte. AbschlieFrankfurt erfolgte. Abschließend wird auf Entschädigungs- und Restitutionsverfahren aufgrund erlittenen Unrechts im Dritten Reich eingegangen, die teilweise bis in die 1960er-Jahre dauerten und deren Ende die Anspruchsteller oft nicht erlebten.
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2 E. J. Meyer und Privatbankiersektor bis 1929 – Gründung und Entwicklung

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Um zu beurteilen, ob eine „Arisierung“ sittenwidrig i.S.d. § 138 BGB gewesen ist, muss der wirtschaftliche Wert des Unternehmens zum Zeitpunkt der „Arisierung“ bestimmt werden. Dieser Wert setzt sich aus zwei Werten zusammen: aus der Geschäftsentwicklung bis zur „Arisierung“ und aus der prognostizierten Geschäftsentwicklung nach der „Arisierung“. Um die Geschäftsentwicklung eines Bankhauses bis zur „Arisierung“ beurteilen zu können, ist es erforderlich zu wissen, welche wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Aspekte einen jüdischen Gewerbetreibenden generell, einen Privatbankier allgemein und das vorliegende Bankhaus im Speziellen beeinflusst haben und welche Handlungsoptionen zu welcher Zeit bestanden. Dazu ist in einem ersten Schritt sowohl die allgemeine Entwicklung der jüdischen Privatbanken als auch die Entwicklung des Bankhauses E. J. Meyer bis zur Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30.01.1933 (sog. „Machtergreifung“) zu untersuchen, da dies die Ausgangslage des Bankhauses E. J. Meyer für die folgende Verdrängung der Juden aus dem Wirtschaftsleben im Allgemeinen und aus dem Bankhaus E. J. Meyer im Besonderen ist, welche in die „Arisierung“ des Bankhauses mündete.

Im diesen Kapitel wird die Entwicklung bis zur großen Wirtschafts- und Bankenkrise 1929 untersucht, welche einen großen Einschnitt nicht nur für Wirtschaft und Banken darstellte, sondern welche Anlass für ordnungspolitische Regelungen war, welche dann von den Nationalsozialisten zur Verdrängung der Juden missbraucht wurden22. Dabei wird zunächst auf die Entwicklung des Privatbanksektors eingegangen (2.1), um danach die Entwicklung des Bankhauses E. J. Meyer sowie seiner Teilhaber einzugehen (2.2).

Die Bankiers des...

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