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«Arisierung» von Privatbanken am Beispiel des Bankhauses E. J. Meyer in Berlin

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Maximilian Elsner von der

Das Buch behandelt die «Arisierung» von Banken in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand der Geschichte des Bankhauses E. J. Meyer werden soziale, ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen dargestellt – von der Privatbank und Mitgründerin der Deutschen Bank und des Bauunternehmens Philipp Holzmann über die Krisen zwischen den Weltkriegen, die Bankenkrise 1931, den Niedergang im Nationalsozialismus bis zur «Arisierung», nach der nochmals ein Inhaberwechsel zum Bankhaus Metzler aus Frankfurt erfolgte. AbschlieFrankfurt erfolgte. Abschließend wird auf Entschädigungs- und Restitutionsverfahren aufgrund erlittenen Unrechts im Dritten Reich eingegangen, die teilweise bis in die 1960er-Jahre dauerten und deren Ende die Anspruchsteller oft nicht erlebten.
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3 E. J. Meyer und Privatbankiersektor 1929 bis 1932 – Zeit der Bankenkrise

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Nachdem im vorherigen Kapitel die Entwicklung bis zur Wirtschaftskrise 1929 untersucht wurde, wird im nun folgenden Abschnitt die Situation der Privatbanken und des Bankhauses E. J. Meyer während der Zeit der Wirtschafts- und Bankenkrise 1929 bis 1932 untersucht, da sie den status quo des Privatbankiersektors sowie des Bankhauses E. J. Meyer vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 darstellt. Dafür werden in einem ersten Schritt die Gründe, die zur Bankenkrise geführt haben, betrachtet (3.1), um dann die Auswirkungen auf die Banken selbst und insbesondere auf die Privatbanken zu untersuchen (3.2). Daran schließt sich die Untersuchung der Entwicklung von E. J. Meyer in diesem Zeitraum inklusive der Aufnahme neuer Teilhaber und ihrer Mitgliedschaften in Gremien und Vereinigungen (3.3) an, worauf die Maßnahmen geschildert werden, welche gegen diese und künftige Bankenkrisen getroffen wurden (3.4).

Ihre Auslöser hatte Bankenkrise von 1931 schon während der Zeit der Hyperinflation 1923, in welcher die Banken durchschnittlich mehr als zwei Drittel ihres Eigen- und Fremdkapitals verloren hatten442.

Die Angst der Einleger vor einer erneuten Inflation führte dazu, dass trotz vergleichsweise hoher Zinsen nur ungern Einlagen mit langer Laufzeit bei Banken getätigt wurden443. Da die Industrie für ihren Aufschwung nach der ← 103 | 104 → Wirtschaftskrise 1923 Geld von Banken benötigte, deutsches Kapital aber nicht in dem erforderlichen Maße zur Verfügung stand, liehen sich die Banken kurzfristiges ausländisches Kapital, oft sogar in Fremdwährung, um dies an die Industrie – teilweise...

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