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«Arisierung» von Privatbanken am Beispiel des Bankhauses E. J. Meyer in Berlin

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Maximilian Elsner von der

Das Buch behandelt die «Arisierung» von Banken in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand der Geschichte des Bankhauses E. J. Meyer werden soziale, ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen dargestellt – von der Privatbank und Mitgründerin der Deutschen Bank und des Bauunternehmens Philipp Holzmann über die Krisen zwischen den Weltkriegen, die Bankenkrise 1931, den Niedergang im Nationalsozialismus bis zur «Arisierung», nach der nochmals ein Inhaberwechsel zum Bankhaus Metzler aus Frankfurt erfolgte. AbschlieFrankfurt erfolgte. Abschließend wird auf Entschädigungs- und Restitutionsverfahren aufgrund erlittenen Unrechts im Dritten Reich eingegangen, die teilweise bis in die 1960er-Jahre dauerten und deren Ende die Anspruchsteller oft nicht erlebten.
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4 E. J. Meyer und Privatbankiersektor 1933 bis 1938 – Entwicklung im Nationalsozialismus

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In diesem Kapitel wird zunächst die allgemeine, verfassungsrechtliche und politische Situation am Ende der Weimarer Republik und zu Beginn des Nationalsozialismus dargestellt (4.1), um dann vertieft auf Rahmenbedingung und Entwicklung des Bankensektors im Allgemeinen und der jüdischen Banken im Speziellen einzugehen (4.2).

Da der Übergang in die Staatsform des Nationalsozialismus ein fortschreitender Prozess war, änderten sich auch die allgemeinen Rahmenbedingungen insbesondere für Juden sehr stark. So wurde von der Erfassung jüdischer Unternehmen über die verschiedensten Verdrängungsmaßnahmen aus Wirtschafts- und Gesellschaftsleben letztlich die vollständige Eliminierung der Juden aus Wirtschaft und Gesellschaft angestrebt (4.3), einhergehend mit diversen Maßnahmen zur Abschöpfung jüdischer Vermögenswerte (4.4). Auch die Bankiers von E. J. Meyer waren von diesen Maßnahmen betroffen, welche die wirtschaftliche Entwicklung des Bankhauses bestimmten (4.5) und letztlich zur „Arisierung“ ihres Bankhauses führten.

Im Jahre 1933 betrug die Gesamtzahl der Einwohner von Berlin etwas über 4,2 Millionen, von der rund 3,8% (160.564) jüdisch waren. Lediglich noch in Frankfurt a. M. betrug der jüdische Anteil der Bevölkerung auch um vier Prozent, in allen anderen Großstädten lediglich um ein Prozent. In Berlin lebte ein Drittel der jüdischen Gesamtbevölkerung Deutschlands, wobei Juden einen Anteil von rund 1% an der Gesamtbevölkerung stellten568.

Die jüdische Bevölkerung sowie die Zahl ihrer Handelsgeschäfte in Berlin ging nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten stark zurück, wobei auf die Gr...

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