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Johann Julius Wilhelm Planck (1817–1900)

Leben und Werk

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Tanja Claussen

Der weltberühmte Wissenschaftler Max Planck wird in unzähligen Publikationen gewürdigt – ganz im Gegensatz zu seinem Vater. Mit diesem Buch stellt die Autorin einmal nicht den Physiker und Nobelpreisträger, sondern den Rechtswissenschaftler Johann Julius Wilhelm Planck in den Vordergrund, über dessen Biografie kaum Einzelheiten bekannt sind. Sie beleuchtet dabei die einzelnen Lebensstationen des zu den führenden Prozessrechtlern des 19. Jahrhunderts zählenden Juristen und analysiert eingehend seine juristischen Werke. Einbezogen wird dabei insbesondere die Geschichte der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
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C. Beruflicher Werdegang

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Nach Erlangung des Schulabschlusses nahm Planck zum Sommersemester 1834 sein Studium der Rechtswissenschaft auf. Da in der Familie Planck Theologen und Juristen vorherrschten, wird der junge Planck wahrscheinlich das Studium der Theologie oder der Rechtswissenschaft als mögliche Optionen in Betracht gezogen haben.

Bei seiner endgültigen Entscheidung spielte das gute Verhältnis zu seinem Onkel, dem Juristen Christoph Martin, eine große Rolle. Martin wurde am 02. Februar 1772 in Bovenden geboren und studierte in Göttingen Rechtswissenschaft. Nach seinem Abschluss wurde er im Alter von 17 Jahren Sachwalter und kaiserlicher Notar. 1796 promovierte er, war dann zunächst als Privatdozent tätig und wurde außerordentlicher Beisitzer des Spruchkollegiums.49 1802 erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen und 1805 zum ordentlichen Professor der Göttinger Fakultät.50 Im Herbst 1805 ging er an die Universität Heidelberg und 1816 an die Universität Jena, wo er zudem Mitglied des thüringischen Oberappellationsgerichts wurde.51 Martin gilt als bedeutendster Prozessualist Deutschlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.52 Durch sein „Lehrbuch des Teutschen gemeinen bürgerlichen Processes“, das zu Beginn des Jahrhunderts an den Universitäten und in der Literatur führend war,53 besaß er allgemeine Anerkennung und war einer der ersten, die das Strafverfahren aufgrund seiner „eigenthümlichen Grundsätze“ getrennt vom Zivilprozess behandelten.54 Aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen wird Martin für den jungen Planck ein großes Vorbild und eventuell auch eine Art Vaterersatz gewesen sein.

Mit der Aufnahme des Studiums der Rechtswissenschaft...

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