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Die volkswirtschaftlichen Kosten gefährlichen Konsums

Eine theoretische und empirische Analyse für Deutschland am Beispiel Alkohol, Tabak und Adipositas

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Tobias Effertz

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist übergewichtig oder krankhaft fettleibig, fast ein Drittel raucht und der deutsche Alkoholkonsum erreicht im internationalen Vergleich Höchstwerte. Diese Konsummuster schädigen nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Familien und in großem Umfang die deutsche Sozialversicherung. Für die Höhe der Kosten des gefährlichen Konsums gab es bisher nur unvollständige Schätzungen. Dieses Buch bietet in einer bisher nicht erreichten Genauigkeit und mithilfe umfangreicher statistischer Analysemethoden eine vollständige Zusammenfassung der Auswirkungen und Kosten der ungesunden Konsumweisen von Alkohol, Zigaretten und Nahrungsmitteln in Deutschland. Es beantwortet die Frage, ob und wie stark Rauchen, Alkohol und Adipositas die einzelnen Sozialversicherungen wie Renten- und Krankenversicherungen belasten und in welchem Umfang Ehepartner und Kinder mitbetroffen sind. Es wird nachgewiesen, dass die gefährlichen Konsumverhaltensweisen hohe Kosten für Betroffene und die Gesellschaft verursachen, die Änderungen zum Schutz der sozialen Sicherungssysteme unabdingbar machen.
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8 Zusammenfassung – Soziale Kosten gefährlichen Konsums

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8Zusammenfassung – Soziale Kosten gefährlichen Konsums

Gefährlicher Konsum ist für alle Beteiligten, den Konsumenten selber, dessen Familie, Staat und Sozialversicherungen mit hohen Kosten verbunden. Mit umfassenden Datengrundlagen und einer methodischen Aufarbeitung der zu berücksichtigenden Kostenkomponenten wurden die sozialen Kosten des Alkohol- und Tabakkonsums und von Adipositas für Deutschland ermittelt. An den hohen Kosten hat kein beteiligter Akteur Interesse, weder Staat, noch Sozialversicherungen, Familie oder gar das Individuum selbst. Lediglich dann, wenn der individuelle Nutzen aus gefährlichem Konsum über den hier ermittelten relevanten individuellen Kosten steigt, lohnt sich eine solche Konsumentscheidung aus partialanalytischer Sicht. In diesem Zusammenhang dienen die hier ausgewiesenen Zahlen dazu, dem Individuum vor Augen zu führen, welche Kosten es bei unverändertem Konsum zu erwarten hat und würde dann wahrscheinlich zu einer deutlich niedrigeren Nachfrage gefährlicher Konsumgüter führen.

Die ökonomischen Kosten des Rauchens im Prävalenzansatz belaufen sich auf insgesamt 78,25 Mrd. € pro Jahr. Dieser Wert beinhaltet die direkten Kosten mit 25,41 Mrd. € und die indirekten Kosten mit 52,84 Mrd. €. Die intangiblen Kosten des Rauchens belaufen sich auf 92,21 Mrd. €, wenn man die in dieser Arbeit neu vorgestellte Methode zur Bewertung von Schmerz und Leid akzeptiert. Eine Aufstellung findet sich in Tabelle 8459. Diese Kosten sind – auch bei Betrachtung der einzelnen Kostenkomponenten – deutlich höher als bisherige Schätzungen (z. B. Adams und Effertz 2010a). Verteilt auf die 20,38 Mio. Raucher ergibt sich eine pro Kopf Belastung von 3.839,...

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