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«Denken und Handeln.» Philosophie und Wissenschaft im Werk Johann Gottlieb Fichtes

Akten der Interdisziplinären Fichte-Konferenz der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin am 13. November 2014 anlässlich des 200. Todestages des Philosophen im Rathaus Berlin-Mitte

Hans-Otto Dill

Der Sammelband enthält die zwölf Referate der multidisziplinären Fichte-Konferenz der Berliner Leibniz-Sozietät vom 13. November 2014 über die Ansichten dieses vielseitigen Denkers zu Philosophie und Einzelwissenschaften, besonders zu Pädagogik, Ökonomie, Geschichte, Philosophiegeschichte, Politologie und Naturwissenschaften. Die Beiträge verdeutlichen u. a. erstmals den für Fichte charakteristischen Zusammenhang zwischen Wissen und Handeln, den eminenten Praxischarakter seiner Philosophie sowie seine revolutionierende Entdeckung der Trinität Subjekt, Selbst und Ich. Neben der Genesis wird die Rezeption und Weiterentwicklung seines Denkens bis hin zum Existentialismus und zum naturwissenschaftlichen Subjektbegriff der modernen Informatik dargestellt.
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Fichte und Helmholtz: Zum Verhältnis von Philosophie und Naturwissenschaften

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1. Problemstellung

In den Beziehungen zwischen Philosophie und Naturwissenschaften gab es Höhen und Tiefen. Das gilt auch für das Wirken des Philosophen Johann Gottlieb Fichte (1762–1814) und des Physiologen und Physikers Hermann von Helmholtz (1822–1894). An den Universitäten gehörten die Naturwissenschaften damals noch zur Philosophischen Fakultät. Das Bindeglied zwischen dem verstorbenen Philosophen Fichte und dem aufstrebenden und dann Weltruhm erlangenden Naturwissenschaftler Helmholtz war dessen Vater August Ferdinand Julius Helmholtz (1792–1859), Professor für Philosophie am Potsdamer Gymnasium. Er hatte sich intensiv mit der Philosophie seiner Zeit befasst und sah in der Gegenüberstellung von „Ich“ und Nicht-Ich“ bei Fichte eine wesentliche Grundlage zum Verständnis der Welt. Sein Freund war der Sohn Fichtes Immanuel Hermann Fichte (1796–1879). Dieser lehrte erst in Bonn und dann in Tübingen Philosophie. Er gab die gesammelten Werke seines Vaters heraus. Hermann Helmholtz nahm schon als Student Kontakt mit ihm auf. In den Diskussionen um Philosophie zwischen Vater und Sohn Helmholtz wurde deshalb von Fichte dem Älteren und dem Jüngeren gesprochen. Der Sohn befasste sich, angeregt durch die Diskussionen mit seinem philosophisch interessierten und informierten Vater, mit den philosophischen Auffassungen von Fichte dem Älteren. Dieser war 1811/12 der erste gewählte Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, der späteren Humboldt-Universität. Der Physiker Helmholtz folgte ihm als Rektor 1877/78.

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