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«Denken und Handeln.» Philosophie und Wissenschaft im Werk Johann Gottlieb Fichtes

Akten der Interdisziplinären Fichte-Konferenz der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin am 13. November 2014 anlässlich des 200. Todestages des Philosophen im Rathaus Berlin-Mitte

Hans-Otto Dill

Der Sammelband enthält die zwölf Referate der multidisziplinären Fichte-Konferenz der Berliner Leibniz-Sozietät vom 13. November 2014 über die Ansichten dieses vielseitigen Denkers zu Philosophie und Einzelwissenschaften, besonders zu Pädagogik, Ökonomie, Geschichte, Philosophiegeschichte, Politologie und Naturwissenschaften. Die Beiträge verdeutlichen u. a. erstmals den für Fichte charakteristischen Zusammenhang zwischen Wissen und Handeln, den eminenten Praxischarakter seiner Philosophie sowie seine revolutionierende Entdeckung der Trinität Subjekt, Selbst und Ich. Neben der Genesis wird die Rezeption und Weiterentwicklung seines Denkens bis hin zum Existentialismus und zum naturwissenschaftlichen Subjektbegriff der modernen Informatik dargestellt.
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Sein und Selbst – Bewusstsein und Selbstbewusstsein aus der Sicht Fichtes und des evolutionären Stufenkonzepts der Information

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1. Sein und Selbst

In diesem Beitrag soll die Problematik: „Sein und Selbst“ und damit auch „Bewusstsein und Selbstbewusstsein“ aus der Sicht Fichtes und im Zusammenhang mit der Theorie der Selbstorganisation sowie Informationsentstehung und -evolution behandelt werden. Es soll aufgezeigt werden, dass durch die moderne Systemtheorie, mit ihrem Grundbegriff der Selbstorganisation und dem damit verbundenen evolutionären Verständnis der Information1, der in der Philosophiegeschichte, speziell in der Philosophie des Geis­tes, auch von Fichte entwickelte Begriff des „Selbst“, eine ontologische Aus­prägung findet.2 ‚Selbstheit‘ ist – zumindest in Systemtheorie und Synerge­tik – unabdingbar mit der Beziehung von innerer Struktur des Systems und seiner Umwelt verbunden. Es kann gezeigt werden, dass von den Vertretern dieser Wis­senschaftsentwicklung die ‚Selbstheit‘ der Menschen als Son­derfall des autopoieti­schen Systemverhaltens herausge­arbeitet wird und sie dieser Selbstheit, im Gegensatz zu Vertretern der Postmoderne, weitere Entfaltungsmöglichkeiten voraussagen.3 Postmodernisten wie Foucault4, sind dagegen dazu übergegangen, die ethischen Grundlagen progressiven Denkens philosophisch, sozialwissenschaftlich und kulturtheoretisch ← 115 | 116 → zu untergraben.5 Hier soll dagegen herausgearbeitet werden, dass progressives entwicklungstheoretisches Denken, eine linke Politik, eine Po­litik der Gerechtigkeit, das Projekt der Aufklärung nicht aufgeben kann, sondern den Geist der Aufklärung, unter unseren heutigen Bedingungen auch mit neuen Inhalten, überzeugend weiter tragen muss, wenn man nicht in der Auseinandersetzung mit der Reaktion verlieren will (Vgl. dazu auch Susan Neiman6).

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