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«Denken und Handeln.» Philosophie und Wissenschaft im Werk Johann Gottlieb Fichtes

Akten der Interdisziplinären Fichte-Konferenz der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin am 13. November 2014 anlässlich des 200. Todestages des Philosophen im Rathaus Berlin-Mitte

Hans-Otto Dill

Der Sammelband enthält die zwölf Referate der multidisziplinären Fichte-Konferenz der Berliner Leibniz-Sozietät vom 13. November 2014 über die Ansichten dieses vielseitigen Denkers zu Philosophie und Einzelwissenschaften, besonders zu Pädagogik, Ökonomie, Geschichte, Philosophiegeschichte, Politologie und Naturwissenschaften. Die Beiträge verdeutlichen u. a. erstmals den für Fichte charakteristischen Zusammenhang zwischen Wissen und Handeln, den eminenten Praxischarakter seiner Philosophie sowie seine revolutionierende Entdeckung der Trinität Subjekt, Selbst und Ich. Neben der Genesis wird die Rezeption und Weiterentwicklung seines Denkens bis hin zum Existentialismus und zum naturwissenschaftlichen Subjektbegriff der modernen Informatik dargestellt.
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Johann Gottlieb Fichte – Vordenker nationaler Zentralverwaltungswirtschaften

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1. Ideengeschichtliche Einordnung

Das letzte Drittel des 18. Jahrhunderts war eine Zeit geistiger Krisen, der revolutionären Gärung und der Transformation. Immanuel Kant hat diesem Umbruch vollendeten metaphysischen Ausdruck verliehen. Zuvor wirkten bereits Jean Jacques Rousseau, Denis Diderot, Voltaire, David Hume, Adam Smith und andere in diesem Sinne. Die ihnen hierin folgten, versuchten den Umbruch jedoch nicht nur als Bruch, sondern zugleich auch als Aufbruch, als Beginn einer neuen Zeit, zu verstehen – und das im umfassendsten Sinne. Dazu unternahmen sie nicht selten Ausflüge in andere, ihnen eigentlich fremde Wissensgebiete, so in die Geschichte, die Ökonomie, die Jurisprudenz, die Psychologie, die Archäologie, die Kunst, aber auch in die Naturwissenschaften, die Geologie, die Physik, die Chemie, die Botanik, die Anthropologie, den Bergbau usw. Man prüfe daraufhin die Schriften von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, August Wilhelm Schlegel, Friedrich Schlegel, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Adam Heinrich Müller, Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang v. Goethe oder Friedrich v. Hardenberg (Novalis): der Fundus historischer, rechts-, wirtschafts-, erziehungs- sowie kunst-, sprach- und naturwissenschaftlicher Studien und Essays ist außerordentlich groß. Dies gilt auch für Johann Gottlieb Fichte (1762–1814), der hauptberuflich als Philosoph tätig war und dessen Hauptschriften philosophischen Inhalts sind, der darüber hinaus aber weitläufige Exkurse in andere, der Philosophie im engeren Sinne nicht zuzurechnende Disziplinen unternommen hat, so in das Recht und in die Ökonomie, wovon insbesondere seine Arbeit Der geschlossene Handelsstaat zeugt.1 Dieses nicht sehr umfängliche, theoriengeschichtlich aber außerordentlich...

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