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Perspektive Nord: Zu Theorie und Praxis einer modernen Didaktik der Landeskunde

Beiträge zur 2. Konferenz des Netzwerks "Landeskunde Nord</I> in Stockholm am 24./25.01.2014

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Edited By Christine Becker and Frank Thomas Grub

2012 wurde das Netzwerk-Projekt Landeskunde Nord ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, Forschung und Lehre zur Landeskunde des Deutschen als Fremdsprache, insbesondere in den nordischen Ländern, voranzutreiben. Das vorliegende Buch, Perspektive Nord, knüpft an den 2013 erschienenen Band Landeskunde Nord an und bietet Reflexionen wissenschaftstheoretischer, fachdidaktischer und inhaltlicher Aspekte, die für die Gestaltung der Landeskundelehre bzw. des Landeskundeunterrichts relevant sind. In ihrer Vielfalt sind die hier vorgelegten Konzepte und Ideen vor allem modernen kulturwissenschaftlichen Ansätzen verpflichtet, knüpfen an international geführte Diskussionen an und haben auch deshalb über die nordischen Länder hinaus Bedeutung. Dabei setzen die Autorinnen und Autoren auf autonomes und lebenslanges Lernen.
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Chance, Muss oder Spaltpilz? Medizintourismus in Deutschland und Schweden

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Einleitung

Wachstumsraten von bis zu 30 Prozent jährlich sind der Normalfall. Internationaler Medizintourismus – geplante medizinische Behandlung im Ausland – wächst weltweit schneller als die Tourismusbranche, die dessen Entwicklungspotential in immer mehr Ländern erkennt und auszuschöpfen sucht. Die Symbiose von Medizin und Tourismus erscheint sinnvoll, wie die Soziologin und Tourismus-Expertin Kerstin Heuwinkel auf einer der internationalen Medizintourismus-Konferenzen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg feststellte: Emotional aufgeladene Begriffe wie Krankheit, Urlaub und Freizeit erzeugen ein Spannungsfeld, bei dem die Produktion positiver Energien möglich, aber nicht selbstverständlich ist. Während das Thema Krankheit durch Ängste und Unsicherheiten bestimmt wird, sind Urlaub und Freizeit positiv besetzt.1 Die Kombination beider verspricht eine Erfolgsgeschichte, deren Ende noch lange nicht abzusehen ist. Bei vorhandenem politischen Gestaltungswillen und aktiver Abwehr von Risiken – so die hier vertretene These – kann Medizintourismus verfestigte Strukturen nationaler Gesundheitssysteme aufbrechen helfen. Er kann medizinische Spezial- und Spitzenkompetenz binden und, wo nötig, um seines Gelingens willen die ärztliche Profession aus einem absurden bürokratischen Dschungel wieder zu ihrer ursächlichen Aufgabe der Heilung von Patienten zurückführen. Es ist die Möglichkeit der Rückgewinnung gefährdeter humanistischer Werteanker mit unkonventionellen Mitteln, die mich für das Thema einnehmen.

Das mag erstaunen. Denn auf den ersten Blick scheint Medizintourismus nichts anderes zu sein als die Jagd nach dem pekuniären Vorteil. Der Einsatz einer künstlichen Aortenklappe kostet in den USA, um ein Beispiel zu nennen, über 100 000 US-Dollar. Anbieter in Lateinamerika verlangen f...

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