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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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14. Songs and Proverbs of William Blake Op. 74

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14.  Songs and Proverbs of William Blake Op. 74

Auf die liedreichen Jahre 1957 und 1958 folgte eine längere Pause, bevor 1965 mit den Songs and Proverbs of William Blake und The Poet’s Echo gleich zwei Zyklen entstanden, die nicht für Peter Pears komponiert wurden, sondern für die anderen Solisten des War Requiem, Dietrich Fischer-Dieskau und Galina Višnevskaja. Der Blake-Zyklus für Fischer-Dieskau entstand im Andenken an seine erste Frau, die Cellistin Irmgard Poppen, die im Dezember 1963 bei der Geburt ihres dritten Sohnes verstorben war.1163 Bereits 1962, im Anschluß an die Uraufführung des War Requiem, hatte Britten die Absicht geäußert, ein Werk für das Ehepaar und das von ihnen gemeinsam mit Kollegen gebildete Kammerensemble zu komponieren.1164 Nach Poppens Tod scheint er dieses Versprechen erneuert zu haben, wie aus einem Brief Fischer-Dieskaus vom 24. Februar 1964 hervorgeht.1165 Dichter und Besetzung blieben lange offen. Noch im Dezember 1964 erwähnte Britten das Projekt in einem Interview mit der Bemerkung: “And there is to be a song-cycle for Fischer-Dieskau, in memory of his wife, for baritone and chamber group – English poetry, but it’s not even chosen yet.”1166 Da der Sänger das „Dieskau Consort“, wie Britten es nannte,1167 ohne seine Frau nicht weitergeführt hatte, drängte er von Anfang an auf Klavier- oder möglicherweise Streichquartettbegleitung.1168

In dem Werk des Romantikers William Blake (1757–1827) fanden sich schließlich Gedichte, die sich in einzigartiger Weise zu einer...

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