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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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4. On This Island Op. 11

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4.  On This Island Op. 11

Nach dem großangelegten symphonischen Entwurf von Our Hunting Fathers wendet sich Britten mit On This Island der klassischen Liedtradition zu: Ein intimer Charakter, ein Zurücktreten der instrumentalen Ebene, begünstigt durch das Klavier als Begleitinstrument, eine aus der lyrischen Melodie eher als aus der Deklamation heraus gestaltete Gesangslinie und variierte Strophenformen kennzeichnen die Gruppe. Inspirationsquelle war Audens zweiter Lyrikband Look, Stranger!, der Ende Oktober 1936 bei Faber and Faber in London erschienen war.

Insgesamt vertonte Britten erheblich mehr Gedichte als die 1938 unter dem Titel On This Island veröffentlichte Fünfergruppe, die dem befreundeten Schriftsteller Christopher Isherwood gewidmet ist.322 Zwar war zunächst an einen zweiten Band gedacht – die Erstausgabe war als „Volume I“ bezeichnet, und auch in einem von Elizabeth Mayer 1940 für Britten geschriebenen Werkverzeichnis ist On This Island als Op. 11.1 aufgeführt und mit dem Zusatz „i.e. the first of a probable two volumes of Auden settings“ versehen323 –, aber die verbleibenden Vertonungen wurden schließlich erst 1997 postum veröffentlicht.324 Einzig „Fish in the unruffled lakes“ war 1947 schon gesondert erschienen. Einen konkreten Anlaß für die Komposition scheint es nicht gegeben zu haben. Die Uraufführung am 19. November 1937 im Rahmen eines Rundfunkkonzerts der BBC (Sophie Wyss und Britten) wurde erst im September 1937 geplant.325 Anhand von Datierungen der Kompositionsskizzen und Reinschriften sowie von den Tagebüchern ist die Entstehung recht gut nachvollziehbar.326 Danach ergibt sich folgender Zeitplan (Fettdruck markiert...

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