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Die Entwicklung der gütlichen Streitbeilegung in China im Lichte der deutschen Erfahrung bezüglich des Prozessvergleichs

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Sisi Liu

Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozess. Auf dieses Sprichwort trifft man sowohl im westlichen als auch im asiatischen Kulturkreis. Die Autorin widmet sich in ihrem Buch dem Prozessvergleich, welcher die friedliche und harmonische Prozessbeendigung durch das Zusammenwirken der Parteien und des Gerichts bezweckt. Allerdings ist dieses Rechtsinstitut in Deutschland und in China nicht einheitlich geregelt. In diesem Buch untersucht und vergleicht die Autorin den Prozessvergleich als Methode außergerichtlicher Streitbeilegung in beiden Ländern.
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§ 13 Fazit

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Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Prozessrechts und der Rechtskultur. Gleichzeitig kommt es auch häufig zu einem Konflikt zwischen der moralischen Rechtskultur und dem modernen Rechtssystem.

China hat schon lange eine traditionelle Rechtskultur. Der Gedanke von Wu Song ist ein wichtiger Teil dieser Rechtskultur. Er stammt aus der historischen chinesischen Gesellschaft und wurde vom Kaiser im historischen China eingeführt. Demzufolge konnten die Bürger aufgrund ihrer moralischer Rechtskultur und des Drucks der Gesellschaft im Verfahren ihre eigenen Rechte nicht richtig schützen.

Obwohl der chinesische Verfahrensgedanke sich nach der Rechtsmodernisierung von vielen traditionellen Rechtsgedanken entfernt und zu dem heutigen gerichtlichen Verfahren entwickelt hat, sind manche traditionelle Rechtsgedanken, wie Wu Song, für die heutige Gesellschaft noch von Bedeutung.

Gegenwärtig greift man teilweise wieder auf den Rechtsgedanken von Wu Song zurück. Aber anders als früher erfolgt nun die Konfliktlösung nicht aufgrund äußeren Drucks, sondern aus eigenem Willen. Der Gedanke von Wu Song ist nicht mehr das Gegenteil vom gerichtlichen Verfahren, sondern stellt ebenso wie dieses eine Möglichkeit der Streitbeilegung dar.

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