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Genderkompetenzen

Ausgewählte interdisziplinäre Beiträge aus Forschung und Lehre an der Universität Leipzig

Series:

Ilse Nagelschmidt and Britta Borrego

Der Sammelband bietet Studierenden und Absolvent_innen aller Fachrichtungen, aber auch Leser_innen außerakademischer Einrichtungen ein geeignetes Lehrmaterial sowie einen Einblick in die interdisziplinären Forschungsperspektiven der Geschlechterstudien. Er gründet sich dabei auf ausgewählte Lehr- und Forschungsbeiträge des an der Universität Leipzig veranstalteten Schlüsselqualifikationsmoduls 23 «Genderkompetenzen» des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung aus den Jahren 2011–2014. Die Aufsätze veranschaulichen dabei den breiten Anwendungsbereich der Geschlechterforschung über die folgenden Schwerpunkte: Geistes- und Sozialwissenschaften, Psychologie, Sport- und Wirtschaftswissenschaften sowie Psychologie und Medizin.
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Der Geschlechterdiskurs bei Platon und Aristoteles

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Based on the varying concepts of gender by Aristotle and Plato during ancient Athens, antique notions of homosexuality and pederasty, distinguished from the ideas on pedagogical eros, can be exposed. Simultaneously, these considerations will be transferred in contemporary Catholic discourses.

Sokrates und Platon

Vorab einige Worte zu Platons Staatsutopie. Platons Idealstaat hat drei Stände: Herrscher, Wächter und Handwerker bzw. Bauern. Die Herrschaftsform ist eine Aristokratie, also eine Herrschaft der Besten. Die Herrscher oder besser Regenten müssen vernünftig, sprich philosophisch gebildet, sein. Die Philosophen reißen sich nicht um die Macht, sondern wollen im Gegenteil eigentlich philosophieren (also theoretische Wissenschaftler sein). Sie werden jedoch zur Herrschaft verpflichtet, müssen das Amt aber jeweils nur eine gewisse Zeit lang ausüben. Die Regenten werden aus dem Wächterstand rekrutiert. Die Wächter sind sozusagen Staatsbeamte (Polizei und Militär). Sie haben keine Familien, sondern leben besitzlos als kasernierte Gemeinschaft. Dazu gehören auch Frauen und Kinder, welche nicht einzelnen Wächtern zugehören, sondern ‚Gemeinbesitz‘ sind. Die Kinder der Wächter erfahren eine besondere Erziehung (die sogenannte Wächtererziehung), welche sie auf ihren Staatsdienst vorbereitet, zentral dabei sind Musik und Gymnastik. Charakterlich ungeeignete Wächterkinder müssen in den Handwerkerstand wechseln. Umgekehrt können begabte Kinder von dort in den Wächterstand aufsteigen.

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