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Pflege im Hospital

Die Aufwärter und Aufwärterinnen von Merxhausen (16. – Anfang 19. Jh.)

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Natascha Noll

Die Autorin befasst sich mit dem Thema Pflege in der Frühen Neuzeit. Krankenpflege in dieser Zeit wird vor allem mit religiösen Orden und Gemeinschaften in Verbindung gebracht. Über die weltliche Krankenpflege ist hingegen wenig bekannt, noch weniger über die Personen, die pflegten. Das Buch untersucht diesen Themenkomplex anhand des Hospitals Merxhausen. Im Zentrum stehen die Personen der Aufwärter und Aufwärterinnen, ihre Arbeitsverrichtung sowie ihr Verhältnis zu den Hospitalsinsassen. Darauf aufbauend werden grundlegende Fragen zu Hygiene und Medizin, aber auch zu Gewaltanwendung und Einsperrung in einem Hospital der Frühen Neuzeit behandelt.
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5. Die ersten Aufwärter und Aufwärterinnen in Merxhausen – eine Spurensuche

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5.  Die ersten Aufwärter und Aufwärterinnen in Merxhausen – eine Spurensuche

5.1  Von der Wartung durch andere Hospitalsinsassen zu besoldetem Wartpersonal

Im 18. Jahrhundert waren Aufwärter und Aufwärterinnen ein fester Teil des Bedienstetenbestandes des Hospitals Merxhausen. Blickt man zurück in das 16. Jahrhundert, zeigt sich allerdings, dass dies in der Anfangsphase nicht der Fall war, sind doch unter den Bediensteten keine Aufwärter oder Aufwärterinnen zu finden.347 Diese Feststellung wirft die Fragen auf, wer sich damals um die Hospitalitinnen kümmerte, die nicht für sich selbst sorgen konnten, seit wann Aufwärter und Aufwärterinnen Bedienstete des Hospitals waren und wie diese Entwicklung zu erklären ist. Die Quellenlage ist vor dem 18. Jahrhundert jedoch äußerst spärlich und bietet oftmals nur Hinweise. Ein zusammenhängendes Bild oder eine deutliche Entwicklungslinie kann deshalb nur schwer gezeichnet werden, wohl aber können zumindest einige Aussagen zu den genannten Fragen getroffen werden.

Für das 16. Jahrhundert ist zu erkennen, dass die Versorgung von Hospitalitinnen vor allem die Aufgabe anderer Hospitalitinnen war. Schon die »Disziplinarordnung«, die kurz nach der Gründung des Hospitals 1535 entstand, macht dies deutlich:

»Alle diejenigen, die den bevelch haben, etwas zu thun, regieren, dienen, den krancken warten, sollen dasselbig uffs allervleißigste und treulichste verichten und, wo sie das nicht thun, sollen sie darumb gestraft werden.«348

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