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Ethische Aspekte des Sports

Doping – Enhancement – Spitzensport

Sandra Ückert, Andreas Mues and Winfried Joch

Der Berichtband enthält Vorträge, die während einer Tagung des Berliner Forschungszentrums Ethik im Jahr 2014 gehalten wurden. Thema der Veranstaltung war die Vereinbarkeit von ethischen Normen und dem konkurrenzbetonten, auf Erfolg fixierten Spitzensport, welche in der Öffentlichkeit als selbstverständlich angenommen wird. In der Realität ist das sportliche Wettkampfgeschehen häufig durchsetzt von Verhaltensweisen und Zielorientierungen, die an dieser Vereinbarkeit berechtigte Zweifel aufkommen lassen. In den Beiträgen werden auf der Grundlage dieser Antinomie Positionen skizziert und diskutiert, die diese Vereinbarkeit für zwingend geboten halten, wenn der Sport – besonders im Umgang mit Mitteln zur Leistungssteigerung, die dem Kodex sportlichen Handelns nicht entsprechen – in humanen Gesellschaften weiterhin als Erfolgsmodell gelten soll.
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Sportive Handlungsvarianten im Grenzbereich menschlicher Leistungsfähigkeit

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This article discusses different variants of a doping mentality and their origins in elite athletes. These variants should be regarded as a basis for a qualified and also ethically justified discussion that needs to be inevitably conducted in German sport governing bodies.

Die nachfolgenden Überlegungen1 und die in deren Kontext entwickelten Argumente basieren auf der seit einer Reihe von Jahren öffentlich diskutierten Beobachtung, dass zwischen der allgemeinen menschlichen Leistungsfähigkeit und den Leistungsergebnissen im internationalen Spitzensport eine immer größere Diskrepanz besteht, wobei diese internationalen Spitzenleistungen nur mit immer größerem Aufwand und oft genug lediglich unter Einsatz von eher zweifelhaften Ressourcen erreicht werden können. Dazu gehört neben den exorbitant gesteigerten Trainingsbelastungen auch, dass diejenigen, die für hohe sportliche Leistungen besonders geeignet erscheinen, aus einer immer größeren Grundgesamtheit ausgewählt2 und zusätzlich mit immer akribischeren und systematisch weiterentwickelten wissenschaftlichen Methoden ausgebildet werden;3 und diese Ausbildung setzt insbesondere bei den sportlich erfolgreichen Ländern immer früher ein, um den langen Vorlauf, der offensichtlich für das Erreichen sportlicher Spitzenleistungen unverzichtbar zu sein scheint, zu gewährleisten.

Die Diskrepanz zwischen den grundlegenden und phylogenetisch zur Verfügung stehenden physischen Fähigkeiten des Menschen einerseits und den leistungssportlichen Beanspruchungsforderungen andererseits, ← 13 | 14 → zwischen dem dafür erforderlichen Aufwand und dem entsprechenden Ertrag, zwischen den anthropogenen Voraussetzungen und dem sportbezogenem Anspruch – citius, altius, fortius4 –, dem auch weiterhin gerecht zu werden, ist bis an die Grenze der Einlösbarkeit immer größer...

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