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Natur bei Rainer Maria Rilke

Wald, Park, Garten und ihre literarische Darstellung

Alfred Hagemann

Du siehst ich stecke mitten im Wald – Rilkes Zitat von 1909 ist nur eines von zahlreichen Belegen in seinen Briefen, die Alfred Hagemann untersucht. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Sujets Wald, Park und Garten in allen Textgattungen, Werkstufen sowie sämtlichen biographischen Phasen Rilkes. Intertextuelle und intermediale Aspekte ergänzen die Interpretation. Die europäischen Orte, die Rilke literarisch gestaltet, erweisen dabei ihre besondere Qualität als poetische Orte. Bisher unberücksichtigt in der Forschung war der Aspekt Wald. Insgesamt entsteht ein Themenpanorama, das von Natürlichkeit bis Künstlichkeit reicht. Aspekte des Themas Natur bei Rilke werden auf diese Weise erkennbar, aber auch die jeweiligen Querverbindungen zur Kunst und zum Zeitkontext.
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5 Auswertung und Ausblick

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Wenn man die Ergebnisse der drei Hauptkapitel vergleicht und übergreifende Forschungsthesen einbezieht, ergibt sich folgendes Bild: Der gewählte Zugang, sich Rilkes Werk über die Sujets Wald, Park und Garten anzunähern, lässt klar gegliederte Bereiche innerhalb des Werks erkennen: einerseits eher empirische Zugänge (im Briefwerk) und anderseits eher imaginative und literarische Zugänge (in der Lyrik). Bei den Themen Wald, Garten und Park ist eine unterschiedliche Relevanz und Periodisierung festzustellen.

Der Wald wird bis 1914 zum Thema der Briefe und verliert dann an Bedeutung. Innerhalb der Lyrik und der Erzählungen ist er im Frühwerk wichtig, tritt hier schon ab 1902 in den Hintergrund. Der Garten spielt 1901 eine begrenzte Rolle in der Korrespondenz, wird aber ab 1919 bzw. 1924 zum unverwechselbaren Thema zweier Briefwechsel. Ähnlich verhält es sich in der Lyrik, in der unter diesem Aspekt das Frühwerk und das späte und späteste Werk, auch Rilkes Gedichte in französischer Sprache, zu unterscheiden sind. Der Park wird bereits 1898 zum Briefthema. Ab 1902 kommen die intensiven Pariser Erfahrungen hinzu. Einen wichtigen Einschnitt stellt die Abschlussphase der Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge und die damit verbundene poetologische Neuorientierung (wie im Gedicht „Wendung“) dar. Das Parkthema wird aber in Rilkes Briefen ab 1919 – unter den veränderten Rahmenbedingungen der Schweiz – wiederentdeckt. In der Lyrik liegt der Schwerpunkt unverkennbar auf dem frühen und mittleren Werk. Diese Akzentuierungen lassen sich in Bezug auf die Briefe durch Veränderungen der biographischen...

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