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Deutsche Romantik

Transformationen und Transgressionen

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Edited By Katerina Karakassi, Stefan Lindinger and Mark Michalski

Dieser Band vereinigt Beiträge zur Deutschen Romantik, zu ihren vielfältigen Transformationen und transgressiven Adaptionen. Auf der einen Seite werden einzelne Aspekte der Philosophie und der Literatur der Früh- und Spätromantik beleuchtet, auf der anderen Seite wird anhand von Fallstudien der andauernden Wirkkraft der Romantik im 20. Jahrhundert bis heute nachgespürt. Dabei kommen auch einige bisher weniger beachtete deutsch-griechische Interaktionen im Rahmen der romantischen Bewegung zur Sprache. Unter anderem werden Werke von Schleiermacher, den Brüdern Schlegel, Novalis, Varnhagen, Brentano, Eichendorff, Uhland, Goethe, Jean Paul, E.T.A. Hoffmann, Klingemann, Heine, Broch, Krausser, Seiler, Solomos, Kavafis und Marschner behandelt.
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„Kokettieren mit pur romantischer Geistesverwirrung“. Der Fall Krausser

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Following in the footsteps of Romanticism, the protagonist of H. Krausser’s ‘Thanatos’ tries to absorb Romanticism itself by copying Romantic manuscripts, thus inserting his own identity into the narrative of canonical texts of Romanticism. This procedure denounces the dangers of a reactionary reception of Romanticism. ‘Thanatos’ can therefore be read as a depiction of a questionable receptive approach towards this period.

Im Jahr 1996 veröffentlichte Krausser den Roman Thanatos; bei Krausser bedeutet Thanatos Tod, Todesgott und Todestrieb (Krausser 1998a, 6).2 Der Roman beginnt mit der Wiederkunft des antiken Todesgottes.3 Johanser wird seinen Cousin in der Nähe des Flusses Acher erschlagen und verscharren; dann nimmt er die Identität seines Mordopfers Benedikt an und sieht den Gott Thanatos als schattenhafte Gestalt in der allerletzten Szene des Buches wieder: „Am gegenüberliegenden Ufer nahm er das schemenhafte Bild eines Mannes wahr, der ihm selbst sehr ähnlich sah […] Nach einer Weile schattete sich der Umriß unvermittelt ab, verkam zur Ahnung, die ausgezehrte Silhouette tauchte ← 181 | 182 → ins Schwarz des Buschwerks zurück.“ (Krausser 1998a, 542) Die Acher ist zum Acheron geworden und Johanser zu Thanatos.

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