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Die "parallel debt bei der Übertragung von Konsortialkreditanteilen

Zugleich ein Beitrag zur Lehre von der gleichrangigen Zweckgemeinschaft

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Marco Müller

Die Arbeit beschäftigt sich vor dem Hintergrund des deutschen Rechts mit der Wirkungsweise und der dogmatischen Einordnung der parallel debt, einem dem angloamerikanischen Rechtsraum entlehnten Vertragsinstrument im Rahmen der Sicherheitenbestellung bei Konsortialkrediten. Die parallel debt soll nach dem Parteiwillen eine eigenständige Forderung sein, die sich gleichzeitig nach dem jeweiligen, aktuellen Bestand der Summe aller Kreditverbindlichkeiten entwickelt. Gläubiger dieser Schuld ist regelmäßig ein Sicherheitentreuhänder, der die zu ihrer Sicherung bestellten akzessorischen Sicherungsrechte verwaltet. Die Konstruktion und die Wirkung der parallel debt wurden in der Literatur teilweise kontrovers diskutiert. Diese Studie schlägt als Erklärungsmodell eine gleichrangige Zweckgemeinschaft zwischen Kreditverbindlichkeiten und parallel debt vor und versucht damit, die in der Literatur kritisierte Widersprüchlichkeit dieser Sicherungskonstruktion aufzulösen.
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1. Kapitel Einleitung

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1.  Kapitel Einleitung

“If you would know the value of money, go and try to borrow some.”

Benjamin Franklin

Die Wahrheit dieser Aussage Benjamin Franklins zeigt sich bekanntlich nicht nur darin, ob überhaupt einem Interessenten ein Kredit gewährt wird, sondern auch, im Falle einer Einigung über eine Kreditvergabe, unter welchen Bedingungen dies geschieht. Der konkrete Umfang und die Ausgestaltung von gläubigerschützenden Instrumentarien in Kreditverträgen sind stets auch Spiegelungen der finanziellen Lage des Kreditnehmers und Reaktionen auf die Situation des Marktumfeldes. Kreditverträge im unternehmerischen Rahmen, die je nach Größenordnung auf Gläubigerseite von einem Konsortium von Banken geschlossen werden, verfügen über verschiedene Mechanismen zum Schutz von Gläubigerinteressen, die über den Bereich der reinen Besicherung der Rückzahlungsansprüche hinausgehen.

Die Absicherung vor dem Ausfallrisiko des Kreditschuldners ist dabei natürlich die zentrale Absicht des Kreditgebers. Daneben soll aber auch eine möglichst flexible Handelbarkeit der Kreditbeteiligung in Syndizierungsprozessen im Kreditvertrag angelegt werden. Dies erfordert eine Gestaltungspraxis, die den Gläubiger vertraglich nicht nur berechtigt, zumindest unter gewissen Voraussetzungen über seinen Kreditanteil zu verfügen. Eine solche Übertragung des Anteils muss auch wirtschaftlich sinnvoll sein.

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