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Lesen und Lesedidaktik aus linguistischer Perspektive

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Iris Rautenberg and Tilo Reißig

Der Sammelband thematisiert Lesen aus linguistischer Perspektive. Dabei werden die verschiedenen Ebenen der sprachlichen Strukturen einzeln in den Blick genommen. Die Rolle der Morphologie für den Leseprozess wird ebenso diskutiert wie die Funktion syntaktischer Markierungen. Weitere Beiträge geben Einblicke in die Prozessebene des Wortlesens oder thematisieren die Typographie und ihre Bedeutung für den Leseprozess. Das Buch stellt die Ergebnisse aktueller empirischer Forschung mit Lernern der Primar- und Sekundarstufe sowie mit literaten Erwachsenen vor. Alle Beiträge diskutieren die Untersuchungsergebnisse auf der Folie schriftlinguistischer Modellierungen. Dabei werden die didaktischen Implikationen sowie die Relevanz für den schulischen Unterricht stets im Blick behalten.
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Rekodierfehler von Zweitklässlern in Abhängigkeit von der Methode des Schriftspracherwerbs

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1.Einleitung

Die Beherrschung der Schriftsprache ist eine grundlegende Voraussetzung für die Verständigung in unserer literaten Gesellschaft, für den Wissenserwerb sowie für eine erfolgreiche Partizipation am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Hierbei kommt insbesondere der Lesefähigkeit eine große Bedeutung zu. Auch im schulischen Kontext sind fundierte Lesefähigkeiten nicht allein für das Fach Deutsch, sondern für alle Unterrichtsfächer elementar. Doch gerade in diesem wichtigen Bereich sind die Leistungen vieler SchülerInnen in Deutschland besorgniserregend. So zeigen die Ergebnisse der DESI-Studie, dass nur ein Drittel der getesteten NeuntklässlerInnen in der Lage ist, „zielgerichtet zu lesen und Lücken in der Information selbständig zu schließen.“ Nur jeder Sechste erkennt „übergeordnete Textstrukturen“ und kann diese „mit dem eigenen Wissen“ verknüpfen (Klieme 2006: 1). PISA ermittelte 2009 bei den getesteten Fünfzehnjährigen einen Anteil von 18,5% an schwachen LeserInnen. 13,3% erreichten nicht einmal Kompetenzstufe II (Klieme et al. 2010). Diese Gruppe kann „nur sehr einfache Leseaufgaben in angeleiteten Kontexten bewältigen“ (ibid.: 43) und ist nicht in der Lage, Informationen in einem Text zu lokalisieren oder zu interpretieren (cf. ibid.). Bei der erwachsenen Bevölkerung zeigt sich ebenfalls ein ernüchterndes Bild. Mehr als vierzehn Prozent der Erwerbsfähigen in Deutschland (dies entspricht ca. 7,5 Millionen Menschen) sind der Level-One-Studie (leo) zufolge funktionale Analphabeten (cf. Grotlüschen/Riekmann 2011). Ergebnisse der PIAAC-Studie1 zeigen, dass die Leseleistungen der untersuchten 16- bis 65-Jährigen insgesamt signifikant unter dem...

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