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Die Ursulinenschule in Koblenz 1902–1950

Mädchen- und Frauenbildung in schwierigen Zeiten

Rudolf Feld

Die Arbeit untersucht Voraussetzungen, Ziele und Ausprägungen der Mädchen- und Frauenbildung an einer katholischen Ordensschule und widmet sich dem Bedingungsgeflecht innerhalb von Kirche, Staat und Gesellschaft in durchgehend – wenn auch unterschiedlich ausgeprägten – schwierigen Zeiten. Im Kern steht die Beschäftigung mit dem schulischen Geschehen. Der Verfasser geht der Frage nach, was die Schülerinnen lernten, welchen Erziehungsprinzipien sie begegneten und welchen außerschulischen Bedingungen sie unterworfen waren. Die an der Schule erworbenen intellektuellen und sozialen Kompetenzen bildeten die Grundlagen einer differenzierten Mädchen- und Frauenbildung, die Tradition und Fortschritt gleichermaßen umfasste und Wege in die Selbständigkeit eröffnete. Die Arbeit fußt vornehmlich auf ungedruckten Quellen aus privaten und öffentlichen Archiven. Sie stützt sich auf eine in die Breite und Tiefe gehende Literatur.
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6. Zusammenfassung

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Die Ursulinenschule in Koblenz war eine anerkannte und sehr geschätzte Ausbildungsstätte vornehmlich für die weibliche Jugend der katholischen Einwohnerschaft. Der Erfolg des Instituts drückte sich deutlich in den Schülerzahlen aus, die bei Beginn der Lehrtätigkeit relativ niedrig waren, dann kontinuierlich anstiegen und im Jahr 1925 mit 1084 die Höchstmarke erreichten. Dieser Zuspruch hatte mehrere Gründe. In einem nach 1902 rasch erbauten und später erweiterten, sehr solide ausgestatteten Schulgebäude unterrichtete ein professionell qualifiziertes Lehrerkollegium. Der größte Teil bestand aus Frauen, die zur Erreichung ihres Berufszieles, eine den Männern ebenbürtige Qualifikation zu erreichen, große Anstrengungen hatten unternehmen müssen. Auf die Gestaltung des Unterrichts blieb dies nicht ohne Wirkung, denn die gut ausgebildeten Frauen – Schwestern und Laien – stellten hohe Forderungen, da es galt, der nachwachsenden Frauengeneration neue Berufswege zu erschließen. Dieses ehrgeizige und progressive Vorhaben der Koblenzer Schule war eingebettet in ein Bildungs- und Erziehungsprogramm, das auf der Grundlage einer langen, erfahrungsreichen Tradition ruhte und die im Einklang mit sieben anderen Schulen der Calvarienberger Ursulinen-Kongregation stand.

Das unterrichtliche Programm der Schule fand in Arbeitsgemeinschaften und Praktika, wie auch in Exkursionen und z. T. außergewöhnlichen Schulfahrten seine Ergänzung, was für die Schülerinnen zugleich eine Entlastung zum damals sehr stoffintensiven Unterricht gewesen sein mag. Der religiösen Bildung in und außerhalb des Schulgebäudes, der musischen Erziehung und der Einübung sozialen Handelns räumte die Schule durchgehend einen...

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