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Beiträge zu einer Galizienliteratur

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Alois Woldan

Die Aufsätze in diesem Band behandeln Aspekte des literarischen Lebens in Galizien vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie basieren zum großen Teil auf vergleichenden Untersuchungen, die polnische, ukrainische und deutschsprachige Texte mitberücksichtigen. So können sowohl allgemeine und theoretische Aspekte wie Identität, Mehrsprachigkeit oder Gedächtnisorte als auch Themenkomplexe aus dem Raum Galizien (Huzulen, Erdölthematik, Stadttext von Lemberg) erörtert werden. Dazu kommen Studien zu einzelnen polnischen und ukrainischen Autoren wie Ivan Franko, Jerzy Harasymowicz, Andrzej Kuśniewicz, Andrzej Stasiuk, Andrzej Stojowski und Jurij Andruchovyč, die im galizischen Kontext verortet werden.
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Regionale Identität am Beispiel von Andrzej Stasiuk und Jurij Andruchovyč

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In den vergangenen zehn Jahren, dem ersten Jahrzehnt nach der Wende in Mittel- und Osteuropa, haben sich die polnisch-ukrainischen Beziehungen auch auf dem Gebiet der Literatur wesentlich und positiv verändert. Das ist nicht nur auf die gewandelten politischen und kulturpolitischen Beziehungen zurückzuführen, sondern wesentlich auch auf eine neue Generation von Schriftstellern in beiden Ländern, die sich in gewisser Weise auch dieser Wende verdanken – die Generation der 1990er Jahre in Polen bzw. die der „visimdesjatnyky“ (Vertreter der 1980er Jahre) bzw. „devjanostyky“ (Vertreter der 1990er Jahre) in der Ukraine, die stärker voneinander Notiz genommen haben als das etwa frühere Generationen taten. Zu einem guten Teil scheinen diese vermehrten Bezüge aber auch auf eine territoriale Verbundenheit beider Staaten zurückzugehen, die in Galizien-Galicja-Halyčyna auch schon vor 1772 gegeben war. Das historische Bewusstsein um diese Gemeinsamkeit scheint für die aktuelle Rezeption der je anderen Seite nicht unerheblich – es genügt, die jeweiligen Vor- bzw. Nachworte in diversen Publikationen zu lesen.

So betitelt die polnische Zeitschrift Literatura na Świecie eine erste Auswahl zeitgenössischer ukrainischer Lyrik mit „Bu-Ba-Bu i inni (Ukraińcy)“ (1996, Nr. 9) und suggeriert auf diese Weise, dass es neben den dominierenden Autoren der Westukraine – speziell in Lemberg – nur noch einige wenige andere im riesigen Rest des Landes gäbe. Die große Sondernummer „Ukraina“ derselben Zeitschrift (1999, Nr. 4) ist bereits etwas ausgewogener – von den zehn vorgestellten Autoren sind sechs aus der Westukraine; sieht man aber von den...

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