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Beiträge zu einer Galizienliteratur

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Alois Woldan

Die Aufsätze in diesem Band behandeln Aspekte des literarischen Lebens in Galizien vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie basieren zum großen Teil auf vergleichenden Untersuchungen, die polnische, ukrainische und deutschsprachige Texte mitberücksichtigen. So können sowohl allgemeine und theoretische Aspekte wie Identität, Mehrsprachigkeit oder Gedächtnisorte als auch Themenkomplexe aus dem Raum Galizien (Huzulen, Erdölthematik, Stadttext von Lemberg) erörtert werden. Dazu kommen Studien zu einzelnen polnischen und ukrainischen Autoren wie Ivan Franko, Jerzy Harasymowicz, Andrzej Kuśniewicz, Andrzej Stasiuk, Andrzej Stojowski und Jurij Andruchovyč, die im galizischen Kontext verortet werden.
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Jerzy Harasymowicz im ukrainischen Kontext – Bohdan Ihor Antonyč und Ihor Kalynec’

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Im Werk des polnischen Dichters Jerzy Harasymowicz (1933–1999) lassen sich zahlreiche Themen und Motive finden, die eine Art Brücke zwischen der polnischen und ukrainischen Literatur im Karpatenraum darstellen, was schon ein Grund für die Übersetzung dieser Dichtung ins Ukrainische sein könnte; seine Lyrik stellt auch ein wichtiges Element im Netz der Beziehungen zwischen Autoren von beiden Seiten dar, unabhängig davon, ob sich diese persönlich kannten und mit dem Werk des je anderen vertraut waren, oder nicht.

Zu Harasymowicz’ „Dichterkollegen“ auf ukrainischer Seite gehört vor allem Bohdan Ihor Antonyč (1909–1934); in Harasymowicz’ Werk lassen sich viele Berührungspunkte finden, auch wenn der polnische Dichter das Werk seines ukrainischen Vorläufers lange Zeit nicht kannte. Wir haben es hier mit typologischen – im Sinn der Komparatistik – Analogien zu tun. Mit der Dichtung von Antonyč war hingegen Ihor Kalynec’ (geb. 1939), der spätere Übersetzer Harasymowicz’ ins Ukrainische, bestens vertraut, und es ist sicher kein Zufall, dass Kalynec’, selbst ein herausragender ukrainischer Dichter und Vertreter der Generation der Sechzigerjahre („šistdesjatnyky“), die bislang größte Auswahl von Harasymowicz’ Gedichten ins Ukrainische übertrug. Man darf annehmen, dass es etwas gab, das diese beiden Lyriker verband, abgesehen von der zeitlichen Gemeinsamkeit, den 1960er und 1970er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zweifellos schlägt sich diese Gemeinsamkeit auch in der Lyrik der beiden Autoren nieder.

Im Netz der literarischen Beziehungen kommt einer geographischen Region eine große Bedeutung zu – den Karpaten, sei es den polnischen...

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