Show Less
Restricted access

Die Kunstauffassung in Rilkes kunstkritischen Schriften

Series:

Maria Endreva

Die Untersuchung rekonstruiert Rilkes Kunstansichten in seinen Monographien, Aufsätzen, Tagebüchern und Briefen. Gegenstand der Analyse sind die frühen Tagebücher und die Kunstmonographien Worpswede und Auguste Rodin sowie Teile aus seinem Briefwerk, insbesondere Die Briefe über Cézanne und Die Briefe an einen jungen Dichter. Zu Beginn wird die Hypothese aufgestellt, dass Rilkes Kunstansichten eine Kontinuität aufweisen, deren Kern in den drei von der Kritik bestimmten Schaffensperioden im Großen und Ganzen unverändert bleibt. Die Untersuchung macht die konzeptuellen Ähnlichkeiten zwischen Rilkes Kunstansichten und dem Antiperspektivismus in der bildenden Kunst deutlich und behandelt die Hauptelemente der Rilkeschen Kunstansichten Einsamkeit, Ding, Armut und Arbeit.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel III: Der Kunstbegriff in Rilkes frühen Monographien, Aufsätzen, Tagebüchern und Briefen

Extract

Rilke lebt in einer Übergangszeit, wo verschiedene Kunstströmungen mitein ander die Kräfte messen – die antinaturalistischen Tendenzen mit ihren vielzähligen Gestalten und Vertretern und die sozialkritisch orientierten realistisch-naturalistischen Kunstrichtungen. Die Autoren versuchen nicht nur das Leben mit der Kunst zu versöhnen, sondern auch Brücken zu den anderen Künsten zu schlagen. Die wechselseitigen Berührungen zwischen Literatur und Bildern am Anfang des 20. Jahrhunderts sind so intensiv, dass sie aus dieser Zeit nicht wegzudenken sind. Die avantgardistischen Strömungen wie Futurismus, Kubismus, Dadaismus oder Surrealismus entstanden in den Wechselbeziehungen zwischen Literatur und bildender Kunst.

Die bildenden Künste erweisen sich für Rilke, besonders in seiner frühen Phase, in der sich seine Kunstansichten bilden, als wegweisend. Eine der ersten Berührungen mit der bildenden Kunst, die tiefe Auswirkungen auf die ästhetischen Ansichten bzw. auf die dichterischen Werke des Dichters hatte, ist die in Russland erworbene Erfahrung mit der ostorthodoxen Ikonenmalerei.

Nach Russland fährt Rilke zum ersten Mal Ende April 1899 zusammen mit Lou Andreas-Salomé und ihrem Mann. Aus der Chronik dieser Reise, die sich aus Rilkes Briefen und Lou Andreas’ Erinnerungen an diese Reise im Band Russland mit Rainer ergibt, wird ersichtlich, wie intensiv der Kontakt zu verschiedenen russischen Künstlern war. Während des fünfwöchigen Aufenthalts in Russland machte Rilke Bekanntschaft mit mehreren bedeutenden Namen, darunter auch mit Leo Tolstoi. Was die bildenden Künstler angeht, sind die Namen von Ilja Repin und Leonid Pasternak vorerst zu...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.